Interview zumThema «gesunde Koi» mit Herrn Dr. med. vet. Ralph Knüsel

Sehr geehrter Herr Knüsel, was ist zu beachten beim Bau eines Koiteichs?
Grundsätzlich soll man sich für die Planung des Teichs genügend Zeit lassen. Wenn möglich, sollte man verschiedene Teiche anschauen und sich bei einem professionellen Teichbauer beraten lassen bzw. den Teich von einem Profi bauen lassen. Der Aufwand und die Investitionen sind beträchtlich und es lohnt sich, denTeich möglichst nur einmal zu bauen. Als Faustregel gilt: Pro1000 Liter Wasser im Koiteich belaufen sich die Kosten auf ca. 2000 Franken. Die laufenden Unterhaltskosten, welche oft auch stark vom Gesamtwasservolumen abhängig sind, sollten vorgängig abgeklärt werden. Je nach Teichstandort kommen unterschiedliche Formen und Filtersysteme in Frage, alle mit ihren Vor- und Nachteilen. Genügende Tiefe (mindestens 1,5 m in unseren Breitengraden), eine gute Durchströmung und genügend Bodenabläufe und Skimmer müssen unbedingt eingebaut werden, damit man langfristig Freude am Hobby hat. Der Filter ist das Herzstück einer Anlage, er kann nie gross genug sein, meist sind nach ein paar Jahren mehr und grössere Koi im Teich als ursprünglich geplant.

Wie wichtig ist eine gute Filtration für den Gesundheitszustand der Fische? Wie wichtig ist die Wasserqualität?
Die klassische Filtration im Koiteich setzt sich zusammen aus einer mechanischen Stufe (Entfernung von Feststoffen wie Kot), einer biologischen Stufe (Abbau der Stoffwechselprodukte der Koi) und einer physikalischen Stufe (UV-C Lampe gegen einzellige Algen). Eine gute Filtration und damit eine gute Wasserqualität sind die wichtigste Voraussetzung für gesunde Koi. Grundsätzlich gilt: ein Filtersystem kann nie zu gross dimensioniert sein, insbesondere gilt dies für die biologische Stufe. Somit im Zweifel lieber ein grösseres Filtermodell wählen.

Wie merke ich, ob meine Koi krank sind?
Mit der Zeit kennt der interessierte Koihalter seine Koi. In erster Linie fällt meist eine Verhaltensänderung auf. Je nach Krankheit gibt es verschiedene Krankheitsbilder: kranke Koi sondern sich ab, haben weniger Appetit, bei Juckreiz (beispielsweise bei Befall mit Hautparasiten) springen sie vermehrt aus dem Wasser oder streifen sich an Gegenständen im Teich ab. Es können nur einzelne Tiere betroffen sein oder aber der ganze Schwarm.

Welches sind die häufigsten Koi-Krankheiten?
Zu den häufigsten Krankheiten zählt wohl der Befall mit Haut- und Kiemenparasiten. Daneben gibt es Verletzungen (zum Beispiel während der Laichzeit, wenn sich scharfkantige Gegenstände im Teich befinden), Bakterien, Viren und Pilze, die Krankheiten hervorrufen können. Ungünstige Umweltbedingungen bedeuten Stress für den Koi, Stress reduziert die Leistungsfähigkeit des Immunsystems und Krankheiten können sich entwickeln.

Viele Krankheiten entstehen durch Parasiten? Wie erkenne ich sie und schütze meine Fische dagegen?
Da die meisten Parasiten bei den Koi kleiner als ein Millimeter sind, kann eine sichere Diagnose eines Parasitenbefalls nur von einer Fachperson mittels einer mikroskopischen Untersuchung eines Haut- und Kiemenabstrichs diagnostiziert werden. Gute Beobachtung durch den Halter und rechtzeitiges Reagieren im Falle der typischen Parasitensymptome sind entscheidend. Apathie, reduzierter Appetit, Verschleimungen der Haut oder Hautrötungen, vermehrt Abstreifen und Springen deuten auf einen Parasitenbefall hin. Regelmässige Gesundheits-Checks durch den fishdoc und Zukauf neuer Koi nur aus dem Fachhandel helfen, die Koi gesund zu halten.

Welches sind die häufigsten Parasiten?
Einzellige Parasiten wie Ichthyobodo, Ichthyophthirius oder Trichodina sowie Haut- und Kiemenwürmer sind die am häufigsten anzutreffenden Plagegeister in unseren Koiteichen.

Was kann man dagegen tun?

Vorbeugen ist besser als heilen: In erster Linie werden Parasiten durch neue Koi in den Teich eingeschleppt. Zukauf sollte möglichst nur aus dem spezialisierten Fachhandel erfolgen. Gute Beobachtung und bei Unsicherheiten / Problemen möglichst schnell den fishdoc kontaktieren. Die meisten Parasiten lassen sich problemlos bekämpfen, solange sie sich noch nicht zu stark vermehrt haben.

Wie oft sollten Sie vorbeugend vorbei kommen?

Bei vielen Kunden führen wir jeweils eine Kontrolle im Frühling und eine im Herbst durch. Dabei werden die wichtigsten Wasserwerte gemessen, 2–3 Koi gefangen, betäubt und Haut- und Kiemenabstriche mit dem Mikroskop untersucht sowie auf Fragen der Besitzer eingegangen.

Sind Sie im Notfall immer erreichbar?

Da wir ein Team von drei spezialisierten Koi-Tierärzten sind, sind wir fast immer erreichbar. Da wir in der Regel zu unseren Kunden fahren, sind wir viel unterwegs und haben keine fixen Öffnungszeiten. In der Hauptsaison (Frühling bis Herbst) sind wir in der Regel montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr telefonisch erreichbar. Auch an Wochenenden ist immer jemand innert nützlicher Frist erreichbar, es gelten dann jedoch unsere Notfalltarife, welche auf unserer Website www.fishdoc.ch ersichtlich sind.

Wir bedanken uns für das Interview.
Daniel Frei


Gründung: fishdoc GmbH 2009 von Ralph Knüsel und Fabienne Ott Knüsel
Anzahl Mitarbeiter: 5, davon 3 Tierärzte
spezieller Firmenslogan: Ihr professioneller Partner in der Diagnostik, Prävention und Therapie von Fischkrankheiten

fishdoc GmbH
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