Forschungs- und Beratungsinstitut für angewandte Agronomie und Ökologie

Sie sind spezialisiert im Bereich Kompostierung, was kann man darunter verstehen?
Beim Kompostieren und der Vergärung geht es um die Verwertung von organischen Reststoffen. Damit schliesst das Kompostieren die Kreisläufe unserer Gesellschaft. Die Vorgänge sind jedoch komplex und dies auf verschiedenen Ebenen: Technische, biologische, wirtschaftliche und gesetzliche Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Unsere Aufgabe als Spezialist im Bereich der Verwertung von organischen Reststoffen besteht darin, alle diese Aspekte zu berücksichtigen und eine optimale Lösung für jede Situation zu erreichen.

Sie bestimmen die Phytotoxizität von Komposten und Substraten, wie geht das vor sich?
Die Qualität des Kompostes hängt vom Alter und von der Lagerung der Produkte, der Mischung und der Prozessführung ab. Die Qualität kann stark variieren. Gewisse Mischungen können bei grösseren Anwendungsmengen sogar schädlich für die Pflanzen sein, d.h. phytotoxisch (= «toxisch für die Pflanzen».) Um dies zu verhindern, haben wir einfache Pflanzentests entwickelt. Sie bestimmen in wenigen Tagen die Qualität. Die Tests sind bewusst einfach gestaltet, sodass sie die Praktiker selber anwenden können.

Sie realisieren Projekte in der ganzen Welt, welches ist Ihr aktuelles Projekt?
In Kenia unterstützen wir momentan eine Firma, die Abfälle in der Stadt Nairobi sammelt und in über 30 Fraktionen aussortiert. Eine dieser Fraktionen ist für die organischen Abfälle verantwortlich. Dort wird Kompost hergestellt, der anschliessend vermarktet wird. Nach der Planung der Anlage und deren Inbetriebnahme begleiten wir sie regelmässig, um den Prozess und die Qualität der Produkte und deren Anwendungen zu optimieren. Wir veranstalten Vorführungen, um potenzielle Kompostanwender von der Qualität und vom Nutzen der Produkte zu überzeugen und bieten Schulungen an für die richtige Anwendung des Kompostes.

Unter anderem realisieren Sie auch Kompostieranlagen und erarbeiten ihre Optimierung, ist das richtig?
Ja. Wir bauen zwar selber keine Kompostieranlage, aber beraten mit unserem Fachwissen die Bauherren, damit die Anlage in Bezug auf die spezifischen Gegebenheiten optimal geplant wird. Dann arbeiten wir mit den Betreibern an der ständigen Optimierung der Anlage. Dies ist wichtig, da die Rahmenbedingungen sich stets ändern und Anpassungen notwendig sind. Zudem spielen wir eine wichtige Rolle zwischen Kompostproduzent und Kompostanwender.

Wie wichtig ist die Qualitätssicherung und Betreuung einer Kompostieranlage?
Ganz wichtig. Will man den Absatz für die produzierten Produkte langfristig sichern, so ist die Qualitätssicherung essenziell.

Unter anderem entwickeln Sie mit der ETH Zürich und FiBL biologische Pflanzenschutzmittel, ist Ihnen biologischer Pflanzenschutz ein wichtiges Anliegen?
Während meiner Dissertation an der ETH Zürich hatte ich Bakterien isoliert, welche Pflanzen gegen Krankheiten schützen. Die Idee bei der Gründung von Biophyt AG war, diese Bakterien durch den Kompost wieder in den Boden zu bringen. Dabei haben wir zeigen können, dass ein hochwertiger Kompost Pflanzen gegen Krankheiten schützen kann – ohne zusätzliche Pflanzenschutzmittel. Deshalb haben wir uns auf die Entwicklung der Kompostqualität konzentriert und – abgesehen von unserem Bakteriumprodukt Biofitac Pf1 – bis jetzt bewusst keine weiteren biologische Pflanzenschutzmittel entwickelt. Sie geben ferner auch Kurse, unter anderem auch «Kompost im Gemüsebau».

An welches Publikum richten sich diese vor allem?
Die Kurse richten sich primär an professionelle Akteure: Kompost- und Gärgutproduzenten, Anwender dieser Produkte – insbesondere Landwirte, Gemüsebauern, Rebbauern, Obstbauern, Gartenbauern – sowie Berater und Behörden, die sich mit der Thematik der Verwertung von organischen Reststoffen befassen. Zudem unterrichten wir Studenten von Hochschulen. Auf Anfrage bieten wir ebenfalls Kurse für Hobbygärtner an.

Ihre Firma betreibt diverse Forschungsaktivitäten; in welchen Bereichen vor allem?
Nach der Gründung der Biophyt AG haben wir viele Forschungsaktivitäten im Bereich der Kompostqualität und der Kompostanwendung realisiert. Seit einigen Jahren führen wir die Forschungsarbeiten in Zusammenarbeit mit dem FiBL (Forschungsinstitut für biologische Landwirtschaft) in Frick durch. Die Optimierung von Komposten und Gärgut (Produktion und Anwendung) sowie deren Einfluss auf Bodenfruchtbarkeit und Umwelt sind die wichtigsten Themen, welche unsere Forschungsaktivitäten prägen.

Die Wiederverarbeitung von organischen Reststoffen wird immer wichtiger, stimmen Sie mit mir überein?
Absolut, da bin ich voll einverstanden. Wesentlich dabei ist aber, dass stets die Qualität im Vordergrund steht. Sonst macht das Ganze keinen Sinn, da die Landwirtschaft zu recht nur bereit ist, hochwertige Produkte anzuwenden.

Sie halten auch diverse Vorträge, zu welchen Themen?
Prinzipiell alle Themen, die irgendwie mit der Thematik der Verwertung von organischen Reststoffen zu tun haben – seien dies Aspekte der Planung einer Anlage, Herausforderungen in der Prozessführung oder zweckmässige Anwendung der Produkte. Auch Themen der Bodenfruchtbarkeit und der Pflanzengesundheit werden oft nachgefragt.

Besten Dank für das interessante Interview mit Herrn Jaques Fuchs

«Als Spezialist der Verwertung von biologischen Reststoffen sind wir aktiv in Forschung, Beratung, Schulung, öffentlichen Arbeiten und Planung.»

Gegründet: 9. Dezember 1991
Anzahl Mitarbeiter: 2
Spezieller Firmenslogan: «Mit Qualität die Zukunft sichern».

biophyt ag
Nackthof 41
5465 Mellikon
Tel 056 250 50 42
jacques.fuchs@biophyt.ch
www.biophyt.ch

DAMAK Wintergarten-Service – Darko Maksimovic

Wir hören und sehen Geschichten anderer Menschen. Wenn der Wintergarten sprechen könnte, was für Geschichten würde er über Sie erzählen?
Seit 2001 repariert und saniert Herr Maksimovic Wintergärten. Durch die langjährige Erfahrung hat sich der gelernte Metallbauer ein Know-how erarbeitet, das für praktisch jedes Problem eine passende Lösung bietet. Wegen der grossen Nachfrage nach seinen Fähigkeiten machte sich Maksimovic im Jahr 2013 selbstständig und gründete die Einzelfirma DAMAK Wintergarten-Service im aargauischen Rothrist.

Seither ist Herr Maksimovic in der gesamten Deutschschweiz unterwegs und sorgt dafür, dass die Wintergärten, Sitzplätze und Balkone von Herrn und Frau Schweizer auch stets auf dem besten Stand sind. Zu den Kernaufgaben von DAMAK Wintergarten-Service zählen nebst dem Unterhalt und der Sanierung von Wintergärten auch Sitzplatz- und Balkonverglasungen sowie Beschattungsanlagen wie beispielsweise Sonnenstoren. Zudem bietet der erfahrene Experte auch Neuanlagen an und berät seine Kundschaft rund um die optimale Instandhaltung eines Wintergartens.

Vorher

Vorher

Nachher

Nachher

Reinigung
Als spezieller Service ist sich Herr Maksimovic auch nicht zu schade, Wintergärten zu reinigen. Die Reinigung durch den Profi hat sogar einen grossen Vorteil, wie Herr Maksimovic weiss:

«Während der gründlichen Reinigung erkenne ich kleinere Schäden und Makel, die ich meist auch gleich beheben kann.»

Dabei verhalte es sich beispielsweise wie bei einem Fahrzeug.

«Bei einem schmutzigen Auto können Schäden übersehen werden. Erst nach der Reinigung kommen alle Beschädigungen zum Vorschein.»

Glasfolie
Ab April 2015 zählen zudem verschiedene Fensterfolien zum Sortiment von DAMAK. Als diplomierte Glasfolienfachperson bringt Herr Maksimovic bei seinen Kundinnen und Kunden die multifunktionalen Folien mit höchster Präzision und Sorgfalt an. Solche Fensterfolien können für folgende Zwecke eingesetzt werden:

  • Wärmeabweisender Sonnenschutz
  • Sichtschutz
  • UV-Schutz
  • Einbruchschutz
  • Graffiti-Schutz

Service-Verträge für sämtliche Anlagen
Wie bei der alljährlichen Kontrolle beim Zahnarzt sollte auch ein Wintergarten einmal im Jahr einem Check unterzogen und auf Schäden, Abnutzungen und andere Makel kontrolliert werden.
Hierfür bietet DAMAK professionelle Beratung und auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Pakete zur Pflege und Wartung Ihren Wohlfühloase an.

Überlassen auch Sie das Wohl Ihres Wintergartens einem echten Profi.

Mit dem DAMAK Wintergarten-Service haben Sie einen zuverlässigen, erfahrenen Experten an Ihrer Seite, der sich um alles kümmert – Sie dürfen Ihre Oase zuhause einfach eniessen!

Damak Wintergarten-Service
Bernstrasse 189
4852 Rothrist
Tel 062 794 27 80
info@damak.ch
www.damak.ch

Interview mit Josef Hager von der Firma LUCE Elektro AG

Licht ist heutzutage ein wichtiges Gestaltungselement in Gärten, seit wann gestalten Sie Beleuchtungssysteme und was scheint Ihnen persönlich ein wichtiger Punkt bei deren Umsetzung?
Ich befasse mich seit bald 20 Jahren mit Licht/Beleuchtung. Hauptsächlich im Aussenbereich für Gärten und Parks. Wichtig ist u. a., dass die Beleuchtung nicht blendet und die Leuchten in der Helligkeit und Lichtfarbe auf das jeweilige Projekt abgestimmt sind. Grundsätzlich sollte man die einzelne Leuchte nicht sehen oder wahrnehmen, sondern nur das beleuchtete Objekt (Baum, Busch, Mauer, Kunst usw.). Beim Projekt und anschliessend auch bei der Probebeleuchtung sensibilisieren wir die Kunden auch bezüglich der Lichtemission, welche eine Beleuchtung der Pflanzen von unten verursacht. Gemäss Sia 491 soll eine nach oben gerichtete Beleuchtung von 22.00 bis 06.00 Uhr ausgeschalten werden.

Wie kann durch die richtige Beleuchtung ein Garten grosszügiger erscheinen?
Durch Beleuchten von Bäumen und/oder Hecken kann man den Wohnraum (sofern die beleuchteten Objekte durch ein Fenster sichtbar sind) optisch erweitern und erreicht eine Tiefenwirkung. Dabei ist zu beachten, dass sich Leuchten und helle Wände im Innenbereich nicht in der Scheibe spiegeln.

Welche Dienstleistungen bieten Sie im Einzelnen an?
Hauptsächlich Planung und Installation von Gartenbeleuchtungen. Als Elektrofachgeschäft dürfen wir die Elektroinstallationen auch selber ausführen. Dazu Service und Unterhalt der Anlagen.

Wie läuft eine Beratung oder eine Erstellung eines Beleuchtungskonzepts ab?
Auf Vorlage von Plänen oder Fotos wird eine Richtofferte oder Kostenschätzung erstellt. Anschliessend fertigen wir ein Vorprojekt an. Bei einem bestehenden Garten erfolgt dann die Probebeleuchtung an einem Abend. Bei einem neuen Garten erarbeiten wir einen Leitungsplan, damit der Gärtner die Rohre und Schächte einbauen kann. Die Probebeleuchtung erfolgt anschliessend, wenn der Gärtner die Pflanzen gesetzt hat.

Sie bieten auch Probebeleuchtungen an, ab wann macht dies Sinn?
Eine Probebeleuchtung empfehlen wir für alle Effektbeleuchtungen (Bäume, Hecken, Mauern), vor allem aber, wenn es Bäume zu beleuchten gibt. Jeder Baum ist unterschiedlich und muss einzeln beurteilt werden.

Kann die Installation auch in einem bereits fertig gestellten Garten stattfinden?
Für die Gartenbeleuchtung müssen Rohre, Schlaufschächte und Leuchten eingegraben werden. Das ist in einem bestehenden Garten je nach Oberfläche (z. B. Rasen oder Steinbelag) mehr oder weniger gut möglich. Aber grundsätzlich kann eine Beleuchtung auch nachträglich gemacht werden.

Übernehmen Sie auch die technischen Wartungen?
Ja, wir unterhalten auch bestehende Anlagen und ersetzen defekte Leuchtmittel und Komponenten. Für die meisten bestehenden Leuchten gibt es bereits LED-Retrofit- Leuchtmittel auf dem Markt.

Welche Bereiche eines Garten können beleuchtet werden? Bieten Sie auch Unterwasserbeleuchtung an?
Grundsätzlich kann jeder Garten beleuchtet werden. Da wir mit der Beleuchtung immer Objekte (Pflanzen, Mauern) beleuchten, muss dieser Garten auch ein Objekt haben zum Beleuchten. Wir bieten auch Unterwasserleuchten an.

Gibt es für Kunden die Möglichkeit eines Besuches in einem Showgarten oder Ähnlichem?
Da wir jeden Garten in der Nacht ausleuchten und wir die Leuchten und die Lichtwirkung vor Ort zeigen, erübrigt sich ein Showroom oder Showgarten.

Wir danken Ihnen für das Interview.
Nadja Leemann

Luce Elektro AG
Steineggstrasse 14
8852 Altendorf
Tel 055 462 11 33
info@luce-elektro.ch
www.luce-elektro.ch

Menschen mit Handicap geht es gut

Das Reha-Huus am Kägenhofweg 2 in Reinach BL ist das Reha-Fachgeschäft in der Region. Stefan Pfiffner und sein Team sind kompetente Partner für Produkte, die ein Leben mit Mobilitätseinschränkungen erleichtern und verbessern. Beratung und Service stehendabei ganz oben.

Mobilität ist das richtige Stichwort. Einerseits für Max, bei dem der Motor seines Elektrorollstuhls an einem Freitagnachmittag plötzlich streikt… Andererseits bei Stefan Pfiffner vom Reha-Huus in Reinach, den Max umgehend anruft, in der Hoffnung, im regionalen Reha-Fachgeschäft könne der defekte Motor möglichst rasch repariert werden. Dem ist dann auch tatsächlich so, was gleichzeitig deutlicher Beweis für die Mobilität von Stefan Pfiffner und seinem Team ist! Noch am Freitag erhält Max einen Ersatz-Rollstuhl, ein neuer Motor wird bestellt, am Samstagvormittag geliefert und im Reha-Huus sogleich eingebaut. Resultat: Am Samstagmittag hat Max, für den die Funktionalität seines Rollstuhls ein Stück Lebensqualität bedeutet, seinen nun reibungslos funktionierenden E-Rollstuhl wieder zurück.

Reha HuusUmfassende Beratung und Erfüllung von Spezialanfertigungen
Das Reha-Huus am Kägenhofweg 2 in Reinach BL gehört zu jenen professionellen Fachgeschäften, die für ein Werte-volleres Leben in der Region Baselland eintreten. Sympathisch klein ist es, aber ungemein flexibel, denn das Team legt vor allem viel Herzblut in seine Arbeit. Das beginnt schon bei der Beratung mit exakter Messung und Abklärung, entweder bei den Kunden zu Hause, in der Klinik oder im Reha-Huus-Laden mit grossem Ausstellungsraum und Rollstuhl- WC.

«Individuelle Beratung und umfassende Dienstleistung werden bei uns gross geschrieben»

betont Stefan Pfiffner und ergänzt:

«Man erhält genauso die Möglichkeit, diverse Hilfsmittel zu testen, um das Passende zu finden.»

Selbst Bedürfnisse nach Spezialanfertigungen werden im Reha-Huus soweit möglich realisiert. Stefan Pfiffner:

«Bei uns ist fast alles möglich. Das geht nicht oder dies haben wir nicht, gibt es für uns nicht.»

Reha HuusKomplettes Angebot von A bis Z und Unterstützung für Angehörige
Das Reha-Huus bietet als spezialisiertes Reha-Fachgeschäft ein erschöpfendes Sortiment an Gehhilfen, Hand- und Elektrorollstühlen, Therapiedreiräder für Jugendliche und Erwachsene, Elektro-Hilfsantriebe sowie Rollstuhlkleider. Ebensofindet man hier Umsetzhilfen und mobile Transferhilfen oder auch Badewannen- Lift, Badebrett und WC-Aufsatz. Und selbstverständlich fehlt es auch nicht an einer Auswahl von Bettgestellen – vom Krankenkassen-/IV-Bett bis zum Schweizer Qualitätspflegebett von Optima –, diversen Einlegerahmen, der Pflegematratze Duplo Mollo, von Krankentischen und Pflegenachttischen. Schliesslich seien auch noch Aufsteh- und verschiedene Alltagshilfen sowie Inkontinenzprodukte genannt, wobei die Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Und exakt bei solcher Auswahl sind denn auch die sorgfältige Beratung, von der schon die Rede war, sowie die bestmögliche Unterstützung bei der Wahl besonders wichtig. Im Reha-Huus geht diese bis hin zum Erstellung von Offerten sowie der detaillierten Dokumentation und dem Antrag auf Kostenübernahme an die entsprechenden Kostenstellen. Dies ist nicht nur für Betroffene, sondern ebenso für deren Angehörige eine sehr grosse Erleichterung.


Reha – Huus GmbH
Kägenhofweg 2-4
4153 Reinach
Tel 061 712 30 41
info@rehahuus.ch
www.rehahuus.ch

CO2-Zertifikate aus nachhaltig bewirtschaftetem Wald

Der Wald hat beim Klimaschutz in zweierlei Hinsicht eine grosse Bedeutung. Er produziert den einheimischen, nachwachsenden und CO2-neutralen Rohstoff Holz und er speichert grosse Mengen Kohlenstoff. Mit einer gezielten Waldbewirtschaftung fördert die OAK beide Aspekte.

Während der 30-jährigen Projektlaufzeit werden die Holzvorräte im Wald moderat angehoben. Damit wird der Luft zusätzlich CO2 entnommen und im Wald eingelagert; der Wald dient als sogenannte CO2-Senke. Gleichzeitig wird das verbleibende Potenzial an Holz geerntet, um möglichst viel Holz zur Substitution von fossilen Rohstoffen einzusetzen.

Die Waldbewirtschaftung wird so gestaltet, dass alle Funktionen des Waldes wie Schutz vor Naturgefahren, Biodiversität, etc. nachhaltig sichergestellt sind.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt über den Verkauf von CO2-Zertifikaten an Firmen, Organisationen und Private, die damit freiwillig ihre nicht vermeidbaren Emissionen kompensieren. Das BAFU bestätigte am 12.12.2017, dass solche Projekte die nationalen Anstrengungen zur Erreichung der Ziele gemäss Kyoto-Protokoll unterstützen und bei Inlandkompensationen keine Doppelzählung erfolgt.

Zusammenfassung Oberallmig Klimaschutzprojekt
Der Klimawandel ist ein globales Problem. Dabei spielen die Treibhausgase, vor allem das Kohlendioxid CO2, eine wichtige Rolle. Für den Klimaschutz müssen primär schädliche Emissionen reduziert und sekundär fossile Rohstoffe und Energieträger durch nachwachsende ersetzt werden. Erst im dritten Schritt sollen nicht vermeidbare Emissionen mit geeigneten Massnahmen kompensiert werden. Die Speicherung von Kohlenstoff in der Biomasse des Waldes, zusätzlich zu den bestehenden Vorratsmengen, ist für eine solche Kompensation geeignet. Hier setzt das Projekt der Oberallmeindkorporation Schwyz an.

Felix Lüscher

Felix Lüscher

Das Ziel des Projekts ist, den Wald zusätzlich zur bisherigen nachhaltigen Bewirtschaftung auch als CO2-Senke zu nutzen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Finanzierung erfolgt über den Verkauf von CO2-Zertifikaten für freiwillige Kompensationsmassnahmen. Da für mitteleuropäische Verhältnisse bisher weder ein Standard noch eine Methodik für solche Senkenprojekte existierten, wurde zur Sicherung der Glaubwürdigkeit der international für forstliche Projekte anerkannte CCBA Standard der Climate, Community & Biodiversity Alliance (www.climate-standards.org) gewählt und eine entsprechende Zertifizierung angestrebt. Als Projektverfasser zeichnet die SILVACONSULT AG, Winterthur (www.silvaconsult.ch).

Die Oberallmeindkorporation (OAK) Schwyz als Projektträgerin (www.oak-schwyz.ch) ist eine der ältesten und grössten Korporationen der Schweiz. Urkundlich erstmals 1114 erwähnt bezweckt sie statutengemäss das Korporationsgut in seiner Substanz zu erhalten, es wirtschaftlich zu nutzen und zu mehren, sowie aus den Erträgnissen öffentliche, gemeinnützige oder wohltätige Vorhaben zu unterstützen. Die OAK Schwyz hat über 18‘500 Korporationsbürgerinnen und -bürger. Das Grundeigentum von insgesamt rund 24‘000ha befindet sich zum grössten Teil im Bezirk Schwyz.

OAK

Die 9‘031ha Wald stocken mehrheitlich auf steilen bis sehr steilen Hängen in Höhenlagen von 800-1‘500 m.ü.M. Verbunden mit dem sehr unterschiedlichen geologischen Untergrund (subalpine Molasse, Flysch, Kalk), dem niederschlagsreichen ozeanischen Klima, den grossen Höhenunterschiedenen und den verschiedenen Expositionen hat sich eine grosse Vielfalt an natürlichen Waldgesellschaften entwickelt. Flächenmässig herrschen Buchen-, Tannen-Buchen- und Tannen-Fichtenwälder vor. Der Vorrat an Holzmasse betrug zu Projektbeginn 2005 im gesamten Wald 281m3/ha, der Zuwachs 5.3m3/ha*Jahr. Bezüglich der Waldfunktionen dienen vorrangig 56% dem Schutz vor Naturgefahren, 26% der Holzproduktion und 18% dem Natur- und Landschaftsschutz.

OAK

Der Forstbetrieb ist seit 2002 ununterbrochen gemäss den Standards von FSC ® (Forest Stewardship Council ®; www.fsc.org; Zertifikatsnr. SGS-FM/COC-000479) und PEFC™ (Pan European Forest Certification; www.pefc.ch; Zertifikatsnr. PEFC CH08/0718) zertifiziert und erfüllt demzufolge höchste nationale und internationale Ansprüche bei der Waldbewirtschaftung (gesetzeskonform sowie natur-, umwelt- und sozialverträglich).

Das Oberallmig Klimaschutzprojekt gehört zum Projekttyp „optimierte Waldbewirtschaftung“ (improved forest managment). Der eigentliche Projektperimeter umfasst die gesamte Waldfläche der OAK abzüglich der bei Projektstart im Jahre 2005 bestehenden Waldreservate und der nicht bewirtschafteten Waldungen, somit 7‘379ha Wald. Durch eine moderate Erhöhung des Holzvorrates im Projektperimeter von 281m3/ha im Jahr 2005 innert 30 Jahren auf rund 300m3/ha werden rund 245‘000 t CO2 aus der Luft entnommen und im Holz eingelagert. Mit einer angepassten Waldbewirtschaftung wird sichergestellt, dass alle Funktionen des Waldes (Schutz vor Naturgefahren, Holzproduktion, Biodiversität, Erholung, Trinkwasserschutz etc.) weiterhin nachhaltig erfüllt werden und der Wald sich stabil und vital entwickelt.

Im Projektbericht (Project Design Document) gemäss den Vorgaben von CCBA werden im Abschnitt „Allgemeines“ unter anderem die sogenannte „baseline“ erläutert und begründet. Es wird gezeigt, dass ohne das Projekt der nachhaltig mögliche Zuwachs an Holz im Wald laufend genutzt würde und entsprechend der Vorrat etwa auf dem Stand von 2005 verbliebe.

Die Permanenz des Projekts konnte belegt werden. Auch Orkane wie „Lothar“ 1999 führen zu keiner CO2-Quelle des Waldes, wenn ab Beginn des Projekts Teile des eingelagerten CO2 (respektive die betreffenden Zertifikate) als Reserve zurückbehalten und nicht verkauft werden. Dieser Risikopool umfasst 65‘000 t CO2. Bei noch grösseren Ereignissen müsste der Verkauf so lange eingestellt werden, bis wieder Vorratserhöhungen ausgewiesen werden können.

Im Abschnitt „Klima“ erfolgt die detaillierte Berechnung der Senkenleistung des Waldes der OAK mit einer klar dargelegten Methodik nach den Vorgaben des International Panel on Climate Change (IPCC Guidelines). Unter Berücksichtigung von Vorrat und Zuwachs mit der Gewinn-Verlust-Methode sowie den methodenbedingten Abzügen resultiert in den 30 Jahren eine anrechenbare Senkenleistung von rund 245‘000 t CO2. Alle Berechnungen und Annahmen wurden sehr konservativ gewählt (baseline, berücksichtigte CO2-Kompartimente, Verluste etc.). Die tatsächliche Senkenleistung ist deutlich höher. Die Additionalität des Projekts ist gegeben, da ohne dieses Projekt die nachhaltig mögliche Nutzung realisiert, d.h. der laufende Zuwachs an Holz abgeschöpft und demzufolge der Vorrat stagnieren würde.

Im Abschnitt „Gesellschaft“ wird der CCBA-Standard vollständig erfüllt. Zudem kann weitgehend auf die FSC-Zertifizierung abgestützt werden. Insgesamt sind die Auswirkungen des Projekts auf die Gesellschaft marginal, da die Waldfläche nicht verändert wird und der Wald so bewirtschaftet wird, dass er weiterhin alle geforderten Funktionen (Schutz vor Naturgefahren, Biodiversität, Erholung etc.) erfüllt. Mit dem Verkauf der CO2-Zertifikate kann nach Abzug des Nutzungsverzichts sowie der Aufwendungen für die angepasste Bewirtschaftung und die Projektentwicklung ein kleiner angemessener Gewinn realisiert werden, der sich positiv auf finanzielle Bilanz des Forstbetriebes im speziellen und der OAK im Allgemeinen auswirkt.

Auch der Abschnitt „Biodiversität“ der CCBA-Vorgaben wird über weite Teile durch die FSC-Zertifizierung abgedeckt (Waldreservatsflächen, naturnaher Waldbau, Naturverjüngung etc.). Durch die leicht reduzierte Nutzung zum Aufbau des Zielvorrates werden als positiver Effekt mehr ältere und dickere Bäume heranwachsen. Auf Grund des Projekts entstehen keine negativen Einflüsse, weder auf die (nicht im Projektperimeter enthaltenen) Waldreservate noch auf die bewirtschaftete Waldfläche.

Die Validierung (anfängliche Prüfung eines Projekts hinsichtlich der Kriterien eines Standards) erfolgte nach dem CCBA Standard durch TÜV SÜD, München. Der Validierungsbericht bestätigte die Richtigkeit der Berechnungsverfahren nach den Regeln der Klimakonvention UNFCCC. Die Projektanlage (befristete reduzierte Nutzung), das Projektziel (Speicherung von Kohlenstoff zur Generierung von Einnahmen), der Projektbeginn 2005, die Projektdauer von 30 Jahren, die Baseline-Annahmen, die ex ante Senkenleistung, die Additionalität und die Permanenz wurden bestätigt, ebenso wie die Umwelt- und Sozialverträglichkeit sowie das Monitoring und das angepasste Management. Sämtliche offenen Fragen „Corrective Action Requests“ und „Clarification Requests“ konnten während des Validierungsprozesses geschlossen werden. Es verblieben lediglich zwei „Forward Action Requests FAR“, Sachverhalte, die zum Zeitpunkt der Verifizierung beachtet werden müssen. Lediglich wegen der Problematik der befürchteten Doppelzählung konnte die Validierung nicht positiv abgeschlossen werden.

Gemäss dem Schreiben des Bundesamts für Umwelt BAFU vom 12. Dezember 2017

„… erlaubt der freiwillige CO2-Markt es den Käufern von CO2-Gutschriften, die Klimabelastung ihrer Aktivitäten innerhalb des Geltungsbereichs des Kyoto-Protokolls zu neutralisieren. … Die CO2-Projekte im Bereich Wald auf dem freiwilligen Markt sind daher implizit Teil der nationalen Anstrengungen zur Erreichung der Ziele gemäss Kyoto-Protokoll. Vor diesem Hintergrund haben die Käufer von CO2-Gutschriften aus einem schweizerischen CO2-Projekt im Bereich Wald die Gewähr, dass im Grundsatz keine Doppelzählungen auftreten und ihre Emissionen innerhalb der Schweiz neutralisiert werden, sofern den auf dem freiwilligen Markt gehandelten CO2-Gutschriften tatsächliche Emissionsverminderungen gegenüberstehen.“

Mit dem jährlichen Monitoring belegt die OAK die tatsächliche CO2-Senkenleistung in ihren Waldungen. Diese Bestätigung durch das BAFU zeigt, dass das Ziel des Oberallmig Klimaschutzprojektes die Bestrebungen des Bundes vollumfänglich unterstützt. Käufer unserer Zertifikate können ihre nicht vermeidbaren Emissionen damit neutralisieren, finanzieren die entsprechend optimierte Waldbewirtschaftung der OAK und unterstützen den Bund zur Erreichung seiner Kyoto-Ziele. Eine Zertifizierung nach internationalen Standards des freiwilligen Marktes bleibt aber zurzeit ausgeschlossen, da einerseits der Bund sich die gesamte CO2-Waldsenkenleistung im Rahmen der internationalen Verpflichtungen an die nationale Klimabilanz anrechnet, inbegriffen die Speichermengen der OAK Schwyz, und anderseits diese Standards Reduktionsverpflichtungen über die Kyoto-Ziele hinaus verlangen.

Das Monitoring umfasst die jährliche Beurteilung von Projektperimeter, Holzvorrat und Verlusten. Damit können die jährlichen Senkenleistungen des Waldes (effektiv eingelagerten CO2-Mengen) festgestellt und die entsprechenden Zertifikate für die Kompensation freigegeben werden. Die gesellschaftlichen und die Biodiversitäts-Belange werden im periodischen FSC-Überwachungsaudit begutachtet. Gemäss des Monitoringberichts 2015 wurden im Rahmen dieses Projekts bis Ende 2015 199‘765 to CO2 eingelagert, einschliesslich der 65‘000 to CO2 als Sicherheitsreserve für Waldschäden (Sturm, Borkenkäfer). Gemäss Monitoring Plan ist die Baseline alle 10 Jahre zu überprüfen. In den vergangenen 10 Jahren sind keine grossen Stürme oder Borkenkäferkalamitäten aufgetreten. Die Nutzungen lagen sowohl schweizweit als auch im OAK-Projektgebiet unter dem Zuwachs, so dass die CO2-Vorräte im Wald zunahmen. Im Rahmen der Zwischenrevision der Betriebspläne der OAK wurden die Zielsetzungen der Waldbewirtschaftung nicht geändert und die waldbaulichen Planungen überarbeitet sowie die Hiebsätze überprüft. Entsprechend kann die Baseline für weitere 10 Jahre beibehalten werden.

Mit den Käufern der CO2-Zertifikaten wird eine Vereinbarung abgeschlossen, welche die wesentlichen Verpflichtungen regelt (Nachweis der vorgängigen Reduktion und Substitution, Angaben über die Verwendung der Zertifikate, ausschliessliche Verwendung für freiwillige Kompensation in der Schweiz, sofortige Stilllegung der Zertifikate, kein Handel und kein Weiterverkauf der Zertifikate, Werbung und Kaufabwicklung). Verkauft werden ausschliesslich die gemäss der Monitoringberichte ausgewiesenen, effektiv im Wald bereits eingelagerten CO2-Mengen.


Oberallmeindkorporation Schwyz
Brüöl 2
Postfach 449
6431 Schwyz
Tel 041 818 50 60
Fax 041 818 50 61
oak@oak-schwyz.ch
www.oak-schwyz.ch