Hortensien – nicht nur in Südengland beliebt

Vor allem in Südengland kennt man die Bilder von Hortensiensträuchern, die gross wie Häuser sind und dort beinahe jeden Garten, jede Hecke und Hauswand zieren. Doch nicht nur dort erfreuen sich die Hortensien grosser Beliebtheit, auch hier in Mitteleuropa treten die etwas in Vergessenheit geratenen Pflanzen ihren Siegeszug in unsere Gärten und Herzen an.

Kleiner Abstecher in die Geschichte
Da es Hortensien auf allen Kontinenten gibt, liegt der Schluss nahe, dass dies auf eine lange Entstehungsgeschichte, deren Ursprung bereits vor dem Auseinanderdriften der Kontinente liegen muss, schliessen lässt. Fossilienfunde in Europa, Amerika und Asien belegen, dass die Pflanze schon seit rund 40–70 Millionen Jahren auf der Erde gedeiht. In der westlichen Literatur taucht der Name «Hydrangea» das erste Mal um 1739 auf. Jan Frederik Gronovius beschreibt in seinem Werk «Flora Virginica» über diese neu entdeckten Pflanzen, welche von Forschungsreisen aus Nordamerika stammen. Im Laufe der nächsten 200 Jahre wurden immer mehr Varianten entdeckt und festgehalten. Doch hatte zu diesem Zeitpunkt im Westen niemand eine Ahnung davon, dass in Asien und vor allem Japan die Hortensie seit Menschengedenken in Gärten und der freien Natur wuchsen und sich grosser Beliebtheit erfreuten. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts trafen die ersten Pflanzen aus China in Europa ein und fanden ihren Platz in den Universitätsgärten und von dort auch in die Gärtnereien Belgiens und dann in die restlichen Länder Europas.

Nadja LeemannBotanik
Grundsätzlich umfasst die Gattung Hydrangea eine überschaubare Gruppe von Sträuchern, kleinen Kletterpflanzen und Bäumen. Wie bereits erwähnt, findet man Hydrangea in Nordamerika, Ostasien und auf den Philippinen, diese sind auch die bei uns am meisten zu findenden Hortensien im Handel. Sehr verbreitet bei uns ist die «Hydrangea arborescens». Sie verliert im Winter die Blätter und Blüten und ist winterhart. Sie wird rund 1m hoch und der Blütenschirm besteht aus einer Vielzahl von fruchtbaren Blüten und einiger steriler Blüten, die den Rand bilden. Natürlich wird diese grosse Gruppe in viele weitere Untergruppen aufgeteilt. Diese Gruppe ist Wasseransprüche angeht, im Gegensatz zu vielen ihrer Artgenossen. Bekannte Vertreter sind «Annabelle» und «Grandiflora». Die «Hydrangea quercifolia» findet man hier zu Lande leider wenig. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, sind vor allem ihre eichblattförmigen Blätter ein Erkennungsmerkmal. Während des Reifeprozesses der Blüten nehmen die Randblüten rosa bis purpurrote Farbtöne an.
Ebenfalls zu erwähnen ist die «Hydrangea macrophylla», sie zählt zu den Ballhortensien und wurde lange irrtümlich als deren echte Wildform betitelt. Diese prachtvolle Hortensie wird schon lange in Japans Gärten gezüchtet, erweist sich aber in unserem Klima als etwas pflegeintensiver. Hier spielt der richtige Standort, genügend Wasser auch in heissen Sommern eine grosse Rolle für gutes Gedeihen.
Neben diesen drei grossen Gruppen kommen noch viele weitere kleine Untergruppen oder Züchtungen der allerseits beliebten Hortensien vor und jedes Jahr kommen weiter dazu, um unsere Gärten und Balkone zu verschönern.

Im Garten – was ist zu beachten?
Grundsätzlich sollten Sie sich im Klaren sein, dass jeder Garten oder Balkon seine Begebenheiten hat und man die Pflanzen je nach Bodenbeschaffenheiten, Klima und Standort auswählt und nicht umgekehrt. Auch wenn das manchmal schwerfällt, in Anbetracht der opulenten Auswahl moderner Gärtnereien und Gartencenter.
Doch auch bei den Hortensien gibt es Sorten, die ein wenig heikler und andere, die etwas grosszügiger sind, was Standort und Klima angeht. Bestimmt werden Sie für jeden Ort die passende Pflanze finden. Zweifellos kann der Gärtner Ihres Vertrauens Ihnen dabei einige hilfreiche Tipps geben.
Die grösste Gruppe von Hortensien machen die oft bunten Ballhortensien aus, die es in unzähligen Farben und Variationen zu erwerben gibt. Bitte beachten Sie aber, dass die Farbe der Blüten von der Bodenbeschaffenheit her rührt, Säuregrad und Standort machen den Unterschied. Natürlich kann hier auch etwas getrickst werden mit sogenanntem «Hortensienblau», welches Sie jeweils im Herbst und Frühling den Pflanzen zuführen, wenn Sie die Blütenstämme ausbilden Die Blühfreude von Hortensien ist eine ihrer grossen Vorzüge, denn kaum eine andere Pflanze blüht von Frühling bis in den späten Herbst hinein in einer solchen Pracht und Beständigkeit. Wobei sich die Färbung je nach Blühgrad und Jahreszeit leicht verändert und so noch mehr an Schönheit gewinnt.

Einige nützliche Tipps zum Thema «richtig pflanzen»
Meistens werden Hortensien in Topfware verkauft. Suchen Sie eine kompakte Pflanze mit drei bis vier Trieben aus und achten Sie darauf, dass sie allgemein gesund aussieht. Natürlich ist es hilfreich, wenn die Pflanze gerade in Blüte steht und so einen besseren allgemeinen Überblick gibt, aber das ist nicht zwingend nötig. Vorsicht bei Unkraut im Topf– das ist ein schlechtes Zeichen. Pflanzen Sie die Hortensie zu Hause so rasch als möglich in den Garten oder einen anderen Topf um, da die Erde im ursprünglichen Topf meistens kaum noch Nahrung für die Pflanze hergibt.
Dabei sollte das zu bepflanzende, quadratische Loch etwa doppelt so gross sein wie die Pflanze selber. Der Pflanzcontainer kann Ihnen hier als Massstab für die ideale Tiefe dienen. Besser die Erde an der Oberfläche nur festdrücken und nicht mit den Füssen feststampfen. Es macht auch durchaus Sinn, spezielle Hortensienerde zu benutzen, alternativ geht hier auch Azaleen- oder Rhododendrenerde als Ersatz. Und nie das Giessen weglassen, auch wenn es kurz darauf regnen sollte, denn denken Sie daran, schon im Namen «Hydrangea» steckt das Wort «Wasser». Anschliessend mit passendem Dünger (verrotteter Kompost oder im Handel erhältlicher) düngen und mit Mulch zudecken.

Nadja LeemannDer Schnitt
Vor ein grosses Problem gestellt sehen sich immer wieder viele Hortensienfreunde, wenn es um den korrekten Rückschnitt ihrer Lieblinge geht. Die einen Sorten darf man beliebig zurückschneiden, ohne dass die Blühfreude im nächsten Jahr wegfällt. Grundsätzlich ist zu bedenken, dass viele Sorten Ihre Blütenknospen bereits im Herbst für das nächste Frühjahr anlegen. So schneiden Sie also bei einem Rückschnitt auch die Knospen mit ab und Sie werden sich im nächsten Jahr nur über saftig grüne Blätter freuen dürfen. Aus eigener Erfahrung nach diversen Kursen empfehle ich Ihnen folgende einfache Faustregel: Sämtliche weissen «Hydrangea arborescens» können Sie zurückschneiden, allerdings verpassen Sie dann das romantische spätherbstliche oder winterliche Bild von mit Frost oder Schnee bedeckten Wippeln. Allerdings alle bunten, bereits im Herbst Knospen machenden Ball- oder Tellerhortensien lassen und erst im kommenden Frühling, wenn wirklich klar ist, wo sich Blüten entwickeln, noch etwas nachhelfen mit Schneiden und Trimmen. Hortensien sind wunderschön auch als Dekoration in Blumensträussen und Gestecken. Allerdings sollten Sie bedenken, dass sie nicht verzehrt werden dürfen und sich so als Dekoration auf Torten und Ähnlichem nur bedingt eignen. Dafür können Sie einfach getrocknet werden und uns so auch viele Monate nach dem Blütenhöhepunkt noch Freude bereiten.


Test und Bilder von Nadja Leemann

Pflanzen – fast wie Menschen

Pflanzen sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Pflanzen leben, atmen, agieren und reagieren. Sie zeichnen dauernd Ereignisse auf, von denen der Mensch wenig Ahnung hat. Wir sollten Pflanzen also nicht unterschätzen!

HauensteinDie Mimose reagiert auf Berührungen mit dem schnellen Zusammenklappen der Blätter.

Pflanzen haben keine Augen und reagieren dennoch auf Licht. Keimlinge krümmen sich gegen eine Lichtquelle. Blüten öffnen sich am Morgen und schliessen am Abend. Pigmente (Farbstoffe), wie zum Beispiel das Chlorophyll (Blattgrün), nehmen die Energie des Lichtes auf und wandeln diese in chemische Energie (Zucker) um. Licht regt das Wachstum an. Pigmente sind verantwortlich für die Keimung, das Streckungswachstum, die Blütenentwicklung und die Knospenbildung. Damit die Pflanze die nötige Nahrung bekommt, ist es für sie wichtig, schmecken zu können. Die Wurzeln schmecken, wo zum Beispiel die lebenswichtige Nahrung (Mineralien, Wasser) vorhanden ist. Sie stöbern nicht zufällig im Boden herum. Sie bilden Wurzeln, die auf direktem Weg nährstoffreiche Gebiete erschliessen. Ein Geschmacksinn ist auch für Selbstverteidigung und Angriff nützlich. Einige Pflanzen können Signalstoffe im Speichel, z. B. von Raupen, die ihre Blätter fressen, schmecken. Als Reaktionen produzieren sie flüchtige Stoffe, die Nützlinge anlocken, die die Feinde bekämpfen. Andere produzieren Säuren, die dem Feind das Fressen vergehen lassen. Andere Pflanzen erkennen den chemischen Alarmschrei (Säure). Diese wappnen sich dann ihrerseits gegen den bevorstehenden Angriff, indem sie die Verteidigungssubstanzen synthetisieren, die die Insekten (Feinde) abstossen.

hauensteinDie Venusfliegenfalle ist eine hochsensible, schnell reagierende, fleischfressende Pflanze.

Alle Pflanzen reagieren auf Berührungen, die Venusfliegenfalle sogar schnell! Setzt sich ein Insekt in ihre Blatthälften und berührt dabei die Sinneshaare, klappen die Blatthälften zusammen und das Insekt ist gefangen. Durch das Berühren entstehen elektrische Signale, die bewirken, dass die Klappen sich schliessen. Die Mimose klappt beim Überschreiten ihrer Reizschwelle schnell ihr Laub zusammen. Solche Pflanzen sind auch für Kinder sehr spannend. Sie sind im Gartencenter erhältlich.
Wir Menschen besitzen all diese Fähigkeiten nicht und können nur staunen. Darum müsste der Titel eher heissen «Menschen – fast wie Pflanzen»!


Hauenstein AG
Baumschule • Gartencenter • Online-Shop
Rafz • Zürich • Baar
Tel 044 879 11 22
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Ihr Kunststoffabfall = unsere Ressource der Zukunft

Für Gewerbe und Industrie ist die InnoRecycling schon seit 19 Jahren eine zentrale Anlaufstelle für Entsorgungsgüter aller Art, was kann nebst Kunststoffabfall noch bei Ihnen abgegeben werden?
Neben sämtlichen Kunststoffabfällen entsorgen wir auch Karton, Papier, Holz, Metalle, Elektronik, Batterien, Sperrmüll, Glas, Textilien usw.

Das Recycling von Kunststoff ist Ihre Kernkompetenz, was sind die Vorteile gegenüber der unzeitgemässeren Methode der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) oder Deponie?
Wir entziehen Kunststoffe bewusst den Abfallbergen, um diese zu verkleinern respektive um damit wieder neue Kunststoffe herzustellen. Unser Grundmaterial für neue Kunststoffe ist aber nicht Erdöl, wie beim herkömmlichen Kunststoffproduktionsprozess, sondern unser Ausgangsmaterial hierfür ist Plastikabfall, welcher bekanntlich in grossen Mengen vorhanden und dazu noch viel kostengünstiger ist als Erdöl. Auch sollten wir uns bewusst sein, dass wenn Plastikabfall verbrannt wird, im Schnitt die 3-fache Menge an CO2 freigesetzt wird. Z. B. wenn eine Tonne Polyethylen (Silagefolien) verbrannt wird, entstehen dabei 3140kg CO2. Wird der Plastikabfall aber im Recyclingprozess nur gereinigt und umgeschmolzen zu neuem Kunststoff, wird dabei praktisch kein zusätzliches CO2 freigesetzt.

Viel viele Tonnen Rohstoffe konnten so in den letzten beiden Jahren wiederverwertet werden?
In den letzten zwei Jahren haben wir über 70 000t Kunststoffabfälle dem Recycling zugeführt und somit weit über 140 000 t Erdöl eingespart. Würde man dabei die gesparte Menge an Erdöl umrechnen in Lastwagenladungen, welche hintereinander parkiert wären, so ergäbe dies über 100km.

Können Firmen die gewonnenen Rohstoffe auch direkt bei Ihnen beziehen?
Ja, denn wir können zusammen mit unserem Schwesterbetrieb Innoplastics sämtliche Produktionsketten der kunststoffverarbeitenden Industrie beliefern, sei es mit Mahlgütern oder mit Granulaten.

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Welche Dienstleistungen bieten Sie im Einzelnen an und für wen sind diese interessant?
Wir bieten Kunststoffsammlungen, Entsorgungskonzepte und Recyclingkreisläufe an für Konsumenten, Gewerbe-, Industrie-, Produktionsbetriebe bis hin zum Detailhandel. Auch in Privathaushalten werden seit rund 20 Jahren Kunststoffabfälle wie PET-Flaschen und Milchflaschen gesammelt, welches Potenzial sehen Sie dort für die Zukunft?
Hier schlummert in der Schweiz noch eines der grössten ungenutzten Ressourcenpotenziale, denn es werden erst ca. 11% aller verbrauchten Kunststoffe dem Recycling zugeführt. Wenn wir hier somit zukünftig nur ähnlich ambitioniert handeln wie unsere Nachbarländer, wird sich die Sammelmenge in den nächsten Jahren vervier- bis verfünffachen. Dies führt unweigerlich zu mehr echter Kreislaufwirtschaft und zusätzlichen Arbeitsplätzen.

Mit dem «Sammelsack» haben Sie für Privathaushalte eine praktische Lösung zur Kunststoffsammlung lanciert. Was genau verbirgt sich dahinter?
Der Konsument ist grundsätzlich sehr gewillt, seine Abfallberge zu reduzieren respektive mehr seiner Abfälle dem Recycling zuzuführen, wenn es ihm einfach und praktikabel gemacht wird. Anstatt Plastikabfälle nun selber daheim zu sortieren, was praktisch kaum jemand so genau kann, um diese direkt verarbeiten zu können, übernimmt modernste Sortiertechnologie diese Arbeit. Damit bieten wir dem Haushalt die Möglichkeit an, sämtliche Kunststoffverpackungen wie Becher, Flaschen, Schalen, Folien, Töpfe usw. in einem Sack zu sammeln, was sich direkt im Kehrichtsack widerspiegelt, weil nur noch halb so viele Güselsäcke benötigt werden.

Besteht denn überhaupt eine Nachfrage nach gemischt gesammelten Kunststoffen?
Weder die PET-Getränkeflaschensammlung noch die gemischte Plastikflaschensammlung vom Detailhandel kann direkt dem Recycling zugeführt werden, wegen der verschiedenen mitgesammelten Kunststoffqualitäten. So werden auch diese vor dem Recyclingprozess jeweils über externe Sortieranlagen in einzelne Kunststoffqualitäten nachsortiert, wie dies mit den Sammelsäcken auch gemacht wird. Der einzige Unterschied, ob nur Flaschen oder eben Flaschen, Becher, Folien, Schalen usw. sortiert werden, liegt in der Auslegung der Sortieranlagentechnologie. Wichtig hier zu wissen ist, dem Kunststoffrecycler selber ist es egal, ob gewisse Kunststoffe separat oder gemischt gesammelt wurden, entscheidend alleine dabei ist die Endqualität der sortierten Kunststoffe.

Wie hoch ist der ökologische Gesamtnutzen einer gemischten Haushaltskunststoffsammlung?
Gemäss der EMPA-Studie 2017 wird der ökologische Mehrwert wie folgt festgehalten: «Die gemischte Sammlung hätte das Potenzial, zukünftig einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen der Abfallwirtschaft zu leisten.»
Eine vom BAFU mitgetragene Studie «Kurve 2017» kam zum Ergebnis, dass das Potenzial des ökologischen Nutzens einer gemischten Haushaltskunststoffsammlung gleich gross ist wie die bereits seit vielen Jahren etablierte Glasflaschensammlung.

Welche vier Hauptvorteile entstehen bei der Sammlung und beim Recycling von Kunststoffabfällen?
Weniger Kosten für den Konsumenten, weniger Verbrauch von Erdöl, weniger Energieverbrauch, weniger CO2-Belastung für die Umwelt.

InnorecyclingKunststoffe-in-Ballen-nach-der-Sortierung

Wo können Privathaushalte und Firmen solche «Sammelsäcke» beziehen?
Auf www.sammelsack.ch unter «Verkaufs-und Annahmestellen» sind sämtliche Koordinaten auf einer Map eingetragen.

Bieten Sie auch einen Onlineshop an?
Online können neben den verschiedenen Sammelsäcken auch Sammelboxen mitbestellt werden, welche in verschiedenen Motiven erhältlich sind oder sogar selber individuell gestaltet werden können.

Welche Neuerungen oder Projekte haben Sie für die nähere Zukunft geplant?
Wir arbeiten daran, dass zukünftig jeder Konsument in der Schweiz die Möglichkeit erhält, auch seine Kunststoffabfälle=alternative Ressource in nächster Umgebung dem Kreislauf zuführen zu können.

Vielen Dank für das Interview.


Gegründet wurde die InnoRecycling AG 2000
Anzahl Mitarbeiter: 22
Spezieller Firmenslogan:«Es gibt keinen Müll, ausser in unseren Köpfen»
InnoRecycling AG
Hornlistrasse 1
8360 Eschlikon TG
Tel 071 973 70 80
Fax 071 973 71 91
info@innorecycling.ch
www.sammelsack.ch

Was geschieht mit alten Autos?

Fahrzeuge sind aus über zehntausend Teilen und unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt. Rund 90 Prozent werden wiederverwendet und -verwertet. Wie wird diese hohe Verwertungsquote eines derart komplexen Konsumguts erreicht?

Jedes Jahr werden in der Schweiz 70 000 bis 80 000 Fahrzeuge definitiv entsorgt. Etwa doppelt so viele Fahrzeuge verlassen jedoch bereits als Occasionswagen unser Land, bevor sie hier ein paar Jahre später zur Entsorgung anfallen würden. Ältere Fahrzeuge – vielfach mit hohen Laufleistungen – sind andernorts sehr gefragt, weil sie technisch in einem relativ guten Zustand sind. In der Schweiz ist die Nachfrage nach solchen Fahrzeugen gering. In den Exportländern, wo sich die allerwenigsten ein neues Auto leisten können, werden diese Fahrzeuge nochmals jahrelang gefahren.

AutorecyclingWas passiert nun mit einem Altauto?
Das Ziel muss sein, möglichst viele Rohstoffe und Energie zurückzugewinnen. Fahrzeuge bestehen zu über 70 Prozent aus Metallen. Daran hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig geändert. Das ist gut fürs Recycling, denn Metalle lassen sich einfacher und effizienter separieren und rezyklieren als beispielsweise vermischte Kunststoffe. Zudem können Metalle praktisch ohne Qualitätseinbussen im Stoffkreislauf gehalten werden. Die Autoverwertung findet in mehreren Schritten statt:

Autoverwerter
Die meisten der rund 80 Autoverwerter haben sich auf das Ersatzteilgeschäft spezialisiert. Allerdings eignen sich nur neuere Unfallfahrzeuge für die Entnahme von Ersatzteilen, da für eine grössere Nachfrage noch genügend Modelle im Verkehr sein müssen. Grössere Betriebe haben ein umfangreiches, inzwischen digital erfasstes Ersatzteillager. Über entsprechende Websites und den notwendigen Fahrzeugangaben können direkt Teile angefragt werden. Nach der Ersatzteildemontage erfolgt die Trockenlegung und Schadstoffentfrachtung mit der Entnahme von Betriebsflüssigkeiten, den Reifen und der Batterie. Alle diese Abfälle gehen entweder in die stoffliche oder energetische Verwertung. Das ausgeschlachtete Wrack wird aus Transportgründen gepresst und einem Shredderwerk zu einem monatlich fixierten Schrottpreis verkauft.

Shredderwerk
In der Schweiz können sieben Shredderwerke Autowracks verarbeiten. Eine grosse Hammermühle mit bis zu 3000 PS Antriebsleistung kann ganze Autos innert einer halben Minute in faustgrosse Stücke zerschlagen – wenn es sein muss mit Motor und Getriebe. Der Output ist getrennt nach Stahl-/ Eisenschrott, Nichteisenmetalle und der sogenannten Shredderleichtfraktion. Abnehmer der Metalle sind Stahlwerke und Umschmelzwerke. Hauptabnehmer von Shredderschrott sind beispielsweise die beiden inländischen Stahlwerke Stahl Gerlafingen AG und Swiss Steel AG in Emmenbrücke. Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) nutzen die Energie der Shredderleichtfraktion – ein Gemisch aus Kunststoffen, Faserstoffen, Glas und Restmetallen – für die Stromproduktion und die Fernwärme. Die Stiftung unterstützt die laufenden Anstrengungen der Branche, Wertstoffe aus den festen KVA-Rückständen zurückzugewinnen. Hierzu verweisen wir auf die innovative Schlackenaufbereitungsanlage der ZAV Recycling AG im zürcherischen Hinwil. Dort gewinnen sie nicht nur Eisen und Aluminium zurück, sondern auch Gold und Silber. Es ist wahrlich erstaunlich, was alles im Abfallkübel landet.

AutorecyclingRückgewinnung
Das hochwertige Metallrecycling schont p-base/wp-content/uploads/2017/08/BildRechts.pngerstens die Erz-Abbaugebiete und benötigt zweitens viel weniger Energie als die Primärproduktion. Mit den im letzten Jahr im Inland verwerteten 72 032 Altfahrzeugen konnten 100 000 Tonnen Eisenerz sowie 22 000 Tonnen Bauxit eingespart werden. Dadurch sank der Energiebedarf um 370 000 MWh und der CO2-Ausstoss um 100 000 Tonnen. Die KVA produzierten aus 16 000 Tonnen Shredderleichtfraktion von Altfahrzeugen Strom und Wärme im Umfang von 30 000 MWh, was etwa dem Strombedarf von 7000 Haushalten entspricht.

Herausfordernde Elektromobilität
Immer mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben kommen auf den Markt. Im Hinblick auf die verschärften CO2-Grenzwerte ab 2020 sind deutlich mehr elektrifizierte Fahrzeuge zu erwarten. Bis diese Fahrzeuge in grösseren Mengen zur Entsorgung anfallen, dauert es allerdings noch ein paar Jahre. Bereits heute müssen wir jedoch die Entsorgung der elektrischen Komponenten und vor allem der Antriebsbatterien in die richtigen Bahnen lenken. Arbeiten an Hochvoltanlagen von Elektrofahrzeugen bedingen eine spezielle Ausbildung für Fachleute. Elektromotoren, Leistungselektronik und die Batterien beinhalten die unter dem Begriff «Seltene Technische Metalle» zusammengefassten Seltenen Erden, kritische Metalle und Edelmetalle. Sie sind wieder in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Die Autobranche befasst sich gegenwärtig mit der Rücknahme und dem Recycling der Lithium-Ionen-Batterien.
Die Automobilindustrie geht davon aus, ausgediente Batteriesätze in stationären Stromspeicheranlagen weiter zu nutzen. Die Restkapazität von 70 Prozent ist dafür völlig ausreichend und würde das Batterieleben um Jahre verlängern.
Fazit: Die Autoverwertung ist ein wichtiger Bestandteil der sekundären Rohstoffgewinnung, heute allgemein unter dem Begriff «Urban Mining» zusammengefasst.


Stiftung Auto Recycling Schweiz
Postfach 47
3000 Bern
Tel 031 302 36 24
info@stiftung-autorecycling.ch
www.stiftung-autorecycling.ch

Mattensysteme «GREEN MOTION»

Zu einer ressourcenschonenden Bauweise trägt jede einzelne Komponente bei. Ausgehend von diesem Grundsatz hat GEGGUS GmbH ein wiederverwertbares Eingangsmatten- System entwickelt.

Daraus sind die vollständig recycelbaren Aluprofilmatten «GREEN MOTION» als eine Erweiterung des Markensortiments von TOP CLEAN entstanden. Die Neuheit zeigt, dass Nachhaltigkeit in der Produktwelt des innovativen Herstellers eine hohe Bedeutung hat. Zudem aber auch, wie ein Beitrag zur Einsparung von Rohstoffen und Energie sowie zum Umweltschutz bereits bei der Produktentwicklung geleistet werden kann. Das Eingangsmatten- System lässt sich wieder in alle seine Bestandteile zerlegen. Somit ist die Voraussetzung zur Rückführung in den Produktionskreislauf geschaffen. Dazu gehört auch eine kostenlose Rücknahme zur Wiederverwertung. «GREEN MOTION» bietet die Möglichkeit, ein umfassendes Planungskonzept für nachhaltiges Bauen und Modernisieren auch in den Eingangsbereichen zu realisieren.

«Wir haben unsere zukunftsorientierte Produktentwicklung auf diese Anforderungen ausgerichtet», kommentiert Kai Geggus, Geschäftsführer von GEGGUS GmbH.

Langlebige Materialien – 100-prozentige Wiederverwertung
In das Produktkonzept wurden ausschliesslich Materialien eingebunden mit einer hohen Langlebigkeit und Öko-Effektivität. Die natureloxierten Aluprofile sind sehr korrosionsbeständig und halten jeder Witterung stand. Dazu sichern äusserst starke Seile aus rostfreiem Edelstahl die Verbindung der Profile. Spezialnippel und Schrauben bestehen aus nichtrostendem Aluminium. Die Öko-Ripseinlage aus sortenreinem, latexfreiem Polypropylen besitzt äusserst strapazierfähige Eigenschaften. Ebenso zeichnen sich die robuste Schalldämmung und der witterungsbeständige Abstandshalter aus PVC-freiem Gummi mit Nachhaltigkeit aus. Alle Materialkomponenten sind vollständig recycelbar und können ohne einen verbleibenden Restabfall wiederverwendet werden.


GEGGUS SCHWEIZ GMBH
Badweg 2
5103 Wildegg
Tel 062 897 60 01
Fax 062 897 60 02
info@geggus.ch
www.geggus.ch