Raum zum Atmen

Um die Raumluftqualität zu verbessern, gibt es gesetzlich geregelte Grenzwerte für die Emission von Formaldehyd bei Holzwerkstoffen. Auch in Amerika wird es demnächst eine Norm geben, deren Richtwerte noch unter den europäischen Vorschriften liegen. Pfleiderer hat seine Produktion kurzfristig angepasst und kann daher Produkte nach den amerikanischen Richtlinien liefern. Mit «LivingBoard» bietet das Unternehmen auch eine formaldehydfrei verleimte Alternative an.

«Formaldehyd ist eine natürliche Substanz und kommt auch in Bäumen, Früchten und Gemüsepflanzen vor. Sogar der Mensch selbst produziert während des Stoffwechsels täglich Formaldehyd. In sehr grossen Mengen gilt es allerdings als gesundheitsschädigend, deshalb gibt es verbindliche Grenzwerte», erklärt Claus Seemann, Leiter Produktmanagement Träger bei Pfleiderer. Harnstoff-Formaldehyd-Harz ist in der Branche ein bewährtes und gängiges Bindemittel, das zur Herstellung von Holzwerkstoffen eingesetzt wird. Da das Formaldehyd aber nicht zu 100 Prozent abbindet, geht ein kleiner Anteil in die Raumluft über. In Europa wird diese Belastung in Holzwerkstoffen über die sogenannte Emissionsklasse klassifiziert. Die niedrigste und damit beste Emissionsklasse trägt die Bezeichnung E1. «Alle unsere Produkte entsprechen dem Grenzwert E1 von 0,1 ppm (parts per million). Dieser Wert wird auch als empfohlener Richtwert für Innenräume vom Bundesinstitut für Risikobewertung als gesundheitlich unbedenklich bestätigt», so Claus Seemann.

Pfleiderer2008 kam das Thema auch im US-Bundesstaat Kalifornien auf: Das California Air Resource Board, kurz CARB, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Luftqualität im Bundesstaat zu verbessern, und neben vielen anderen Produkten auch die Holzwerkstoffe reglementiert. Deshalb durften ab 2008 nur noch Holzwerkstoffe mit der sogenannten CARB-Zertifizierung nach Kalifornien exportiert werden. «Wir selbst liefern zwar keine Produkte dorthin, doch einige unserer Kunden sind dort vertreten, deshalb haben wir damals schnell reagiert», berichtet Claus Seemann. Die Richtwerte der CARB-Kommission sind bei Spanplatten strenger als die europäischen Emissionsklassen. «In der Regel kann man sagen, dass der Grenzwert der CARB-Zertifizierung bei Spanplatten circa ein Drittel niedriger ist als bei der Emissionsklasse E1», so Claus Seemann.

Zukünftig wird das Thema in Amerika eine noch höhere Bedeutung bekommen, denn ab Ende 2018 wird dort ein neues Gesetz in Kraft treten. Damit werden die ursprünglichen Grenzwerte des California Air Resource Boards in Form der neuen TSCA-Zertifizierung (Toxic Substances Control Act) für das ganze Land übernommen. Pfleiderer-Kunden wie die Häcker Küchen GmbH & Co. KG sind von dem neuen Gesetz betroffen: «Unsere Produkte sind weltweit vertreten. Nachhaltigkeit ist für uns ein Grundprinzip der Unternehmensstrategie und zugleich Massstab für langfristigen unternehmerischen Erfolg. Deshalb möchten wir uns mit dem Standard nach CARB2 an den höchsten Anforderungen messen – und zwar nicht nur in den USA, wo diese künftig gesetzlich gefordert sind, sondern weltweit», erklärt Markus Sander, Geschäftsführer Vertrieb / Marketing / Controlling bei der Häcker Küchen GmbH & Co. KG. «Pfleiderer kann auf langjährige Erfahrung mit der Thematik zurückblicken und hatte deshalb mit der Produktion dieser Qualität kein Problem. Wir sind lieferfähig – alle unsere Standorte besitzen bereits das TSCA-Zertifikat», erklärt Claus Seemann. Um die Formaldehyd- Emissionen zu reduzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Pfleiderer setzt dabei auf spezielle Leime und Rezepturen, mit denen die Formaldehyd-Emissionen erfolgreich reduziert werden. «Die Umstellung war eine große Herausforderung. Wir sind sehr zufrieden, mit einem Partner wie Pfleiderer zusammenzuarbeiten, der äusserst schnell auf solche Anforderungen reagiert. Auf diese Weise konnten wir in der Küchenmöbelindustrie einen neuen Standard setzen», so Sander. Sofern man die Platten mit Dekorpapier oder HPL beschichtet, werden die Emissionen zusätzlich weiter reduziert. Insbesondere im Bereich des Fertighausbaus kommen auch rohe Platten zum Einsatz. Deshalb bietet Pfleiderer mit «LivingBoard» auch eine formaldehydfrei verleimte Alternative an.

«LivingBoard» wurde bereits zum wiederholten Male mit dem «Blauen Engel» ausgezeichnet. Es wird aus harzarmen Hölzern aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung ohne Recyclingmaterial hergestellt und formaldehydfrei verleimt. Es ist überall dort die erste Wahl, wo Bauherren auf besonders emissionsarme Werkstoffe Wert legen», erzählt Claus Seemann. «Und wer in Sachen Umweltschutz noch einen Zahn zulegen will: Alle Produkte können selbstverständlich auch mit den Holzzertifizierungssystemen FSC oder PEFC kombiniert werden.»

Pfleiderer

Die wichtigsten Pfleiderer-Zertifikate im Detail:
FSC®: Forest Stewardship Council 1993 wurde das Council als Ergebnis der Konferenz «Umwelt und Entwicklung» in Rio de Janeiro gegründet – mit dem Ziel, eine umweltfreundliche, sozialförderliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung von Wäldern zu fördern. Pfleiderer setzt FSCMix- sowie FSC-Controlled-Wood-zertifiziertes Holz ein. Bei der Produktion werden Materialien aus FSC-zertifizierten Wäldern und / oder Recyclingmaterial aus kontrollierten Quellen verwendet.

PEFC™: Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes
PEFC™ basiert auf internationalen Beschlüssen der Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz von Rio (1992) und hat das Ziel, nachhaltige Waldbewirtschaftung im Hinblick auf ökonomische, ökologische sowie soziale Standards zu dokumentieren und zu verbessern.

Blauer Engel
Seit 40 Jahren ist der «Blaue Engel» das Umweltzeichen der deutschen Regierung. Mehr als 12 000 umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen von rund 1500 Unternehmen sind in Deutschland mit dem «Blauen Engel» ausgezeichnet. Pfleiderer ist eines von zwei Unternehmen, deren Produkte als besonders emissionsarm ausgezeichnet wurden: «DecoBoard P2» und «DecoBoard V100ä» sowie «LivingBoard» und «LivingBoard face P2, P4, P5 und P7».

Qualitätszeichen Holzwerkstoffe
Als erstes Unternehmen erhielt Pfleiderer 2016 das Zertifikat «Premiumqualität» für die «LivingBoard»-Produkte. Das Qualitätssiegel der Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe berücksichtigt erstmals Grenzwerte der VOC-Verordnung und überwacht die Kriterien der Altholzverordnung.


Pfleiderer Deutschland GmbH
Ingolstädter Strasse 51
92318 Neumarkt
Tel +49 9181 28480
info@pfleiderer.com
www.pfleiderer.com

Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Elektroautos bereiten viel Fahrspass und schonen das Klima. Deshalb ist Energie 360° überzeugt: Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Mit einer Ladeinfrastruktur- Offensive trägt das Unternehmen dazu bei, dass bald genügend Elektrotankstellen bereitstehen.

360

Reden reicht nicht, wenn es um die Energiezukunft geht. Es braucht Taten. Daher bringt Energie 360° gemeinsam mit Kundinnen und Kunden die erneuerbaren Energien voran und steigert die Energieeffizienz. Die Energiedienstleisterin versorgt 42 Gemeinden mit Erdgas / Biogas, plant, finanziert und baut massgeschneiderte Energielösungen für Wärme, Kälte und Strom, betreibt und wartet Heiz- und Kühlanlagen, übernimmt die Energielogistik für Industriekunden und vertreibt Holzpellets.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt Energie 360° bei der umweltschonenden Mobilität. Das Unternehmen unterstützt die Kundinnen und Kunden dabei, auf klimafreundliche Fahrzeuge umzusteigen, und engagiert sich gleichermassen für die Gasmobilität und die Elektromobilität. Denn je nach Einsatzzweck eignet sich ein Erdgas / Biogas- oder ein Elektroauto besser.

Tankstelle der Zukunft
Um die Elektromobilität in Fahrt zu bringen, realisiert Energie 360° gemeinsam mit Partnern in der ganzen Schweiz Ladestationen an bester Lage. Wer einen passenden Standort zur Verfügung stellt, braucht sich um nichts zu kümmern. Energie 360° finanziert die Ladestation und übernimmt alle Aufgaben für Bau und Betrieb.

Weil Elektroautos immer langstreckentauglicher werden, steigt das Bedürfnis nach schnellem Laden. Entlang von Hauptverkehrsachsen erstellt Energie 360° daher gemeinsam mit der GOtthard FASTcharge AG Schnellladestationen. Hier tanken die Autofahrerinnen und -fahrer genau wie an allen übrigen Ladestationen von Energie 360° Ökostrom.

360Der Lade-Service von Energie 360° ermöglicht den Zugang zu Tausenden Ladestationen. An jenen von Energie 360° laden die Nutzerinnen und Nutzer ausschliesslich ökologisch produzierten Strom. Gemeinsam mit Partnern baut Energie 360° in der ganzen Schweiz Ladestationen an attraktiven Standorten.

Entspannt elektrisch fahren
Je einfacher Elektroautos zu laden sind, desto schneller wird sich die Elektromobilität durchsetzen. Deshalb hat Energie 360° einen Lade- Service lanciert. Er ermöglicht den Zugang zu über 22 000 Ladestationen in der Schweiz und in Europa. Per kostenloser App lassen sich die Elektrotankstellen finden, reservieren und freischalten. Bezahlt wird bequem per Prepaid-Guthaben. Selbstverständlich geht Energie 360° bei der umweltschonenden Mobilität mit gutem Beispiel voran. Die Firmenflotte umfasst grösstenteils Erdgas / Biogas-Fahrzeuge, die zu 100% Biogas tanken und fast CO2-neutral unterwegs sind. Hinzu kommen immer mehr Elektroautos, die Energie 360° konsequent mit Ökostrom lädt.

Wünschen Sie eine Tankstelle der Zukunft auf Ihrem Areal oder sind Sie auf der Suche nach einer individuellen Lade-Lösung? Wir sind gerne für Sie da.


Energie 360°
Produktmanagement Mobilität
Aargauerstrasse 182
Postfach 805
8010 Zürich
Tel 043 317 23 00
mobilitaet@energie360.ch
www.energie360.ch

Schoggiwelten im Verkehrshaus der Schweiz – Werbeträger auf Schiene

Der elektrische Motorwagen Ce1 / 2, Nr. 4, der Tramways Vevey– Montreux–Chillon in der Schienenhalle des Verkehrshauses in Luzern trägt den Übernamen «Schoggi-Tram». Dieses erste elektrische Tram der Schweiz war 1888 in Betrieb genommen worden und diente vor allem der Beförderung von Touristen zum Schloss Chillon. An diese wandten sich auch die vier verschiedenen Werbeschilder für die Schokolade von Suchard, Cailler, Kohler und Peter. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts umfasste Marketing weit mehr als Zeitungsinserate und den Aushang von Plakaten. Dazu gehörten eben auch Reklameschilder an Fahrzeugen.

Verkerhshaus

Man verwendete dabei zunächst typografische Stilmittel: eine spezielle Schrift, Grossbuchstaben, einen Rahmen oder Signete, wie beispielsweise eine «zeigende Hand», im Gegenzug aber immer weniger Text und um 1900 häufig nur noch Markennamen, wenn das Produkt bereits bekannt war. Um die Schokolade in aller Leute Mund zu bringen, scheuten die Schweizer Schokoladeproduzenten schon in ihrer Frühzeit keinen Aufwand. Die Werbung an Ausflugszielen, in Bahnhöfen, Eisenbahnen oder Fahrplänen war eng verbunden mit dem um 1900 rasch wachsenden Tourismus. Bereits 1872– ein Jahr nach Inbetriebnahme der Vitznau–Rigi- Bahn– schloss Suchard mit der Gemeinde Vitznau einen Vertrag ab, der ermöglichte, am Kropfenbalmfelsen eine Werbung mit dem Schriftzug Chocolat Suchard anzubringen: ein äusserst lukrativer Werbestandort, denn Ende des 19. Jahrhunderts reisten bis zu 2000 Gäste täglich auf die Rigi.

An der SBB-Strecke Bern–Bümpliz warben 1906 102 Schokoladewerbeschilder, wovon allein 87 auf Tobler entfielen. Die Schokoladeproduzenten waren sich der Bedeutung der modernen Verkehrsmittel schon früh bewusst. Grosse Menschenmengen konnten in Bahnhöfen, Zügen oder auf Automobilen die Werbung sehen. Sehr schnell verbreitete sich ab Mitte der 1890er-Jahre in der Schweiz die Tramwerbung.

VerkerhshausSwiss Chocolate Adventure
Die schweizweit einzigartige Themenwelt Swiss Chocolate Adventure im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern vermittelt auf einer multimedialen Reise Wissenswertes über Entdeckung, Herkunft, Herstellung und Transport von Schokolade. Auf einer erlebnisreichen Fahrt tauchen die Besucherinnen und Besucher in die Themenwelt Schokolade ein. Sie erleben mit Augen, Ohren, Nase und Gaumen das Geheimnis dieses süssen Genussmittels. Vom Anbau der Kakaobohne über den Transport in die Schweiz bis zur Herstellung und zum Vertrieb des Fertigprodukts Schokolade wird die ganze Wertschöpfungs- und Transportkette spannend veranschaulicht. Jetzt online Tickets kaufen: www.verkehrshaus.ch


Verkehrshaus der Schweiz
Lidostrasse 5
6006 Luzern
Tel 041 375 75 75
info@verkehrshaus.ch
www.verkehrshaus.ch

Das zypriotische Weinwunder – Gelobt von der Fachpresse. Geliebt von Kennern. Geschaffen für Sie.

Wer die zypriotischen Winzer in die Rebberge begleitet, spürt ihren Enthusiasmus und sieht in ihren Augen die Begeisterung für ihre Arbeit. Die besten Winzer der Insel sind voll motiviert – sie wollen Zyperns Weinwelt revolutionieren. Es ist keine Frage: Der Weinbau auf der drittgrössten Insel des Mittelmeeres befindet sich «im Steilflug nach oben» (VINUM). Die Weinszene in Zypern hat sich in den letzten Jahren dynamisch weiterentwickelt. Etablierten, aber auch neu gegründeten Kellereien gelingt es immer besser, in den hochgelegenen Ausläufern des Troodos-Gebirges (bis 1600 mü.M.!) auf kargen Kalk- und Lavaböden vielschichtige Weine zu produzieren, die mediterranen Charme, Struktur und Frische in sich vereinen.

Master of Wine Ivan Barbic: «Zyperns Weine – Charakterköpfe mit Ecken und Kanten, aber immer charakteristisch und tiefgründig» (2018).

«Es gibt Weinregionen, die schon beim ersten Anblick erkennen lassen, dass sie dafür geschaffen sind, vorzügliche Weine hervorzubringen. Das Troodos-Gebirge ist zweifelsfrei so ein magischer Ort.» (Thomas Vaterlaus, Vinum) Hier existieren ein einzigartiges Terroir und eine ökologisch vielfältige Reblandschaft, in der kaum chemische Düngemittel eingesetzt werden. Zudem hat es die Reblaus die in diesen abgelegenen Winkel Europas geschafft. Darum wachsen die Reben ungepfropft, also mit ihren Originalwurzeln, im hellen Kalkstein – ein entscheidender Qualitätsvorteil.» (VINUM)

paphos

Nischen-Weine mit Exklusivcharakter
Als unabhängiger Weinhändler aus Leidenschaft biete ich seit 2006 exklusiv in der Schweiz hochstehende Qualitätsweine aus Zypern an. Bei Paphos-Weine GmbH finden Sie die besten zypriotischen Weine von kleinen, top ausgerüsteten Familien-Kellereien. Alle Weine wähle ich vor Ort persönlich aus und importiere sie dann direkt. Speziell konzentrieren wir uns auf die autochthonen Sorten der Insel: das Profil der Wein-Schatzinsel Zypern – Xynisteri, Promara, Maratheftiko, Yiannoudi und auf den ältesten Markenwein der Welt, den Süsswein Commandaria. Ich arbeite nur mit Winzern zusammen, die handwerklich sorgfältig arbeiten und respektvoll mit der Natur umgehen.

Dr. Rudolf Trefzer (Srf1, VINUM 2017): «Zyperns Weissweine gehören zu den spannendsten Entdeckungen der letzten Jahre. – Die Topwinzer brauchen auch im internationalen Vergleich keine Konkurrenz zu scheuen.»

Entdecken Sie jetzt die herrlichen Weine aus Zypern. Exklusiv bei www.paphosweine.ch


Paphos-Weine GmbH
Bernhard Furler
Stettbrunnenweg 55
4132 Muttenz
Tel 061 461 71 63
info@paphosweine.ch
www.paphosweine.ch

CO2-Zertifikate aus nachhaltig bewirtschaftetem Wald


Der Wald hat beim Klimaschutz in zweierlei Hinsicht eine grosse Bedeutung. Er produziert den einheimischen, nachwachsenden und CO2-neutralen Rohstoff Holz und er speichert grosse Mengen Kohlenstoff. Mit einer gezielten Waldbewirtschaftung fördert die OAK beide Aspekte. Während der 30-jährigen Projektlaufzeit werden die Holzvorräte im Wald moderat angehoben. Damit wird der Luft zusätzlich CO2 entnommen und im Wald eingelagert; der Wald dient als sogenannte CO2-Senke. Gleichzeitig wird das verbleibende Potenzial an Holz geerntet, um möglichst viel Holz zur Substitution von fossilen Rohstoffen einzusetzen. Die Waldbewirtschaftung wird so gestaltet, dass alle Funktionen des Waldes wie Schutz vor Naturgefahren, Biodiversität, etc. nachhaltig sichergestellt sind.

OAKFelix Lüscher

Die Finanzierung des Projekts erfolgt über den Verkauf von CO2-Zertifikaten an Firmen, Organisationen und Private, die damit freiwillig ihre nicht vermeidbaren Emissionen kompensieren. Das BAFU bestätigte am 12.12.2017, dass solche Projekte die nationalen Anstrengungen zur Erreichung der Ziele gemäss Kyoto-Protokoll unterstützen und bei Inlandkompensationen keine Doppelzählung erfolgt.

Zusammenfassung Oberallmig Klimaschutzprojekt

Der Klimawandel ist ein globales Problem. Dabei spielen die Treibhausgase, vor allem das Kohlendioxid CO2, eine wichtige Rolle. Für den Klimaschutz müssen primär schädliche Emissionen reduziert und sekundär fossile Rohstoffe und Energieträger durch nachwachsende ersetzt werden. Erst im dritten Schritt sollen nicht vermeidbare Emissionen mit geeigneten Massnahmen kompensiert werden. Die Speicherung von Kohlenstoff in der Biomasse des Waldes, zusätzlich zu den bestehenden Vorratsmengen, ist für eine solche Kompensation geeignet. Hier setzt das Projekt der Oberallmeindkorporation Schwyz an.

Das Ziel des Projekts ist, den Wald zusätzlich zur bisherigen nachhaltigen Bewirtschaftung auch als CO2-Senke zu nutzen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Finanzierung erfolgt über den Verkauf von CO2-Zertifikaten für freiwillige Kompensationsmassnahmen. Da für mitteleuropäische Verhältnisse bisher weder ein Standard noch eine Methodik für solche Senkenprojekte existierten, wurde zur Sicherung der Glaubwürdigkeit der international für forstliche Projekte anerkannte CCBA Standard der Climate, Community & Biodiversity Alliance (www.climate-standards.org) gewählt und eine entsprechende Zertifizierung angestrebt. Als Projektverfasser zeichnet die SILVACONSULT AG, Winterthur (www.silvaconsult.ch).

Die Oberallmeindkorporation (OAK) Schwyz als Projektträgerin (www.oak-schwyz.ch) ist eine der ältesten und grössten Korporationen der Schweiz. Urkundlich erstmals 1114 erwähnt bezweckt sie statutengemäss das Korporationsgut in seiner Substanz zu erhalten, es wirtschaftlich zu nutzen und zu mehren, sowie aus den Erträgnissen öffentliche, gemeinnützige oder wohltätige Vorhaben zu unterstützen. Die OAK Schwyz hat über 18‘500 Korporationsbürgerinnen und -bürger. Das Grundeigentum von insgesamt rund 24‘000ha befindet sich zum grössten Teil im Bezirk Schwyz.

OAK

Die 9‘031ha Wald stocken mehrheitlich auf steilen bis sehr steilen Hängen in Höhenlagen von 800-1‘500 m.ü.M. Verbunden mit dem sehr unterschiedlichen geologischen Untergrund (subalpine Molasse, Flysch, Kalk), dem niederschlagsreichen ozeanischen Klima, den grossen Höhenunterschiedenen und den verschiedenen Expositionen hat sich eine grosse Vielfalt an natürlichen Waldgesellschaften entwickelt. Flächenmässig herrschen Buchen-, Tannen-Buchen- und Tannen-Fichtenwälder vor. Der Vorrat an Holzmasse betrug zu Projektbeginn 2005 im gesamten Wald 281m3/ha, der Zuwachs 5.3m3/ha*Jahr. Bezüglich der Waldfunktionen dienen vorrangig 56% dem Schutz vor Naturgefahren, 26% der Holzproduktion und 18% dem Natur- und Landschaftsschutz.

OAK

Der Forstbetrieb ist seit 2002 ununterbrochen gemäss den Standards von FSC ® (Forest Stewardship Council ®; www.fsc.org; Zertifikatsnr. SGS-FM/COC-000479) und PEFC™ (Pan European Forest Certification; www.pefc.ch; Zertifikatsnr. PEFC CH08/0718) zertifiziert und erfüllt demzufolge höchste nationale und internationale Ansprüche bei der Waldbewirtschaftung (gesetzeskonform sowie natur-, umwelt- und sozialverträglich).

Das Oberallmig Klimaschutzprojekt gehört zum Projekttyp „optimierte Waldbewirtschaftung“ (improved forest managment). Der eigentliche Projektperimeter umfasst die gesamte Waldfläche der OAK abzüglich der bei Projektstart im Jahre 2005 bestehenden Waldreservate und der nicht bewirtschafteten Waldungen, somit 7‘379ha Wald. Durch eine moderate Erhöhung des Holzvorrates im Projektperimeter von 281m3/ha im Jahr 2005 innert 30 Jahren auf rund 300m3/ha werden rund 245‘000 t CO2 aus der Luft entnommen und im Holz eingelagert. Mit einer angepassten Waldbewirtschaftung wird sichergestellt, dass alle Funktionen des Waldes (Schutz vor Naturgefahren, Holzproduktion, Biodiversität, Erholung, Trinkwasserschutz etc.) weiterhin nachhaltig erfüllt werden und der Wald sich stabil und vital entwickelt.

Im Projektbericht (Project Design Document) gemäss den Vorgaben von CCBA werden im Abschnitt „Allgemeines“ unter anderem die sogenannte „baseline“ erläutert und begründet. Es wird gezeigt, dass ohne das Projekt der nachhaltig mögliche Zuwachs an Holz im Wald laufend genutzt würde und entsprechend der Vorrat etwa auf dem Stand von 2005 verbliebe.

Die Permanenz des Projekts konnte belegt werden. Auch Orkane wie „Lothar“ 1999 führen zu keiner CO2-Quelle des Waldes, wenn ab Beginn des Projekts Teile des eingelagerten CO2 (respektive die betreffenden Zertifikate) als Reserve zurückbehalten und nicht verkauft werden. Dieser Risikopool umfasst 65‘000 t CO2. Bei noch grösseren Ereignissen müsste der Verkauf so lange eingestellt werden, bis wieder Vorratserhöhungen ausgewiesen werden können.

Im Abschnitt „Klima“ erfolgt die detaillierte Berechnung der Senkenleistung des Waldes der OAK mit einer klar dargelegten Methodik nach den Vorgaben des International Panel on Climate Change (IPCC Guidelines). Unter Berücksichtigung von Vorrat und Zuwachs mit der Gewinn-Verlust-Methode sowie den methodenbedingten Abzügen resultiert in den 30 Jahren eine anrechenbare Senkenleistung von rund 245‘000 t CO2. Alle Berechnungen und Annahmen wurden sehr konservativ gewählt (baseline, berücksichtigte CO2-Kompartimente, Verluste etc.). Die tatsächliche Senkenleistung ist deutlich höher. Die Additionalität des Projekts ist gegeben, da ohne dieses Projekt die nachhaltig mögliche Nutzung realisiert, d.h. der laufende Zuwachs an Holz abgeschöpft und demzufolge der Vorrat stagnieren würde.

Im Abschnitt „Gesellschaft“ wird der CCBA-Standard vollständig erfüllt. Zudem kann weitgehend auf die FSC-Zertifizierung abgestützt werden. Insgesamt sind die Auswirkungen des Projekts auf die Gesellschaft marginal, da die Waldfläche nicht verändert wird und der Wald so bewirtschaftet wird, dass er weiterhin alle geforderten Funktionen (Schutz vor Naturgefahren, Biodiversität, Erholung etc.) erfüllt. Mit dem Verkauf der CO2-Zertifikate kann nach Abzug des Nutzungsverzichts sowie der Aufwendungen für die angepasste Bewirtschaftung und die Projektentwicklung ein kleiner angemessener Gewinn realisiert werden, der sich positiv auf finanzielle Bilanz des Forstbetriebes im speziellen und der OAK im Allgemeinen auswirkt.

Auch der Abschnitt „Biodiversität“ der CCBA-Vorgaben wird über weite Teile durch die FSC-Zertifizierung abgedeckt (Waldreservatsflächen, naturnaher Waldbau, Naturverjüngung etc.). Durch die leicht reduzierte Nutzung zum Aufbau des Zielvorrates werden als positiver Effekt mehr ältere und dickere Bäume heranwachsen. Auf Grund des Projekts entstehen keine negativen Einflüsse, weder auf die (nicht im Projektperimeter enthaltenen) Waldreservate noch auf die bewirtschaftete Waldfläche.

Die Validierung (anfängliche Prüfung eines Projekts hinsichtlich der Kriterien eines Standards) erfolgte nach dem CCBA Standard durch TÜV SÜD, München. Der Validierungsbericht bestätigte die Richtigkeit der Berechnungsverfahren nach den Regeln der Klimakonvention UNFCCC. Die Projektanlage (befristete reduzierte Nutzung), das Projektziel (Speicherung von Kohlenstoff zur Generierung von Einnahmen), der Projektbeginn 2005, die Projektdauer von 30 Jahren, die Baseline-Annahmen, die ex ante Senkenleistung, die Additionalität und die Permanenz wurden bestätigt, ebenso wie die Umwelt- und Sozialverträglichkeit sowie das Monitoring und das angepasste Management. Sämtliche offenen Fragen „Corrective Action Requests“ und „Clarification Requests“ konnten während des Validierungsprozesses geschlossen werden. Es verblieben lediglich zwei „Forward Action Requests FAR“, Sachverhalte, die zum Zeitpunkt der Verifizierung beachtet werden müssen. Lediglich wegen der Problematik der befürchteten Doppelzählung konnte die Validierung nicht positiv abgeschlossen werden.

Gemäss dem Schreiben des Bundesamts für Umwelt BAFU vom 12. Dezember 2017 „… erlaubt der freiwillige CO2-Markt es den Käufern von CO2-Gutschriften, die Klimabelastung ihrer Aktivitäten innerhalb des Geltungsbereichs des Kyoto-Protokolls zu neutralisieren. … Die CO2-Projekte im Bereich Wald auf dem freiwilligen Markt sind daher implizit Teil der nationalen Anstrengungen zur Erreichung der Ziele gemäss Kyoto-Protokoll. Vor diesem Hintergrund haben die Käufer von CO2-Gutschriften aus einem schweizerischen CO2-Projekt im Bereich Wald die Gewähr, dass im Grundsatz keine Doppelzählungen auftreten und ihre Emissionen innerhalb der Schweiz neutralisiert werden, sofern den auf dem freiwilligen Markt gehandelten CO2-Gutschriften tatsächliche Emissionsverminderungen gegenüberstehen.“ Mit dem jährlichen Monitoring belegt die OAK die tatsächliche CO2-Senkenleistung in ihren Waldungen. Diese Bestätigung durch das BAFU zeigt, dass das Ziel des Oberallmig Klimaschutzprojektes die Bestrebungen des Bundes vollumfänglich unterstützt. Käufer unserer Zertifikate können ihre nicht vermeidbaren Emissionen damit neutralisieren, finanzieren die entsprechend optimierte Waldbewirtschaftung der OAK und unterstützen den Bund zur Erreichung seiner Kyoto-Ziele. Eine Zertifizierung nach internationalen Standards des freiwilligen Marktes bleibt aber zurzeit ausgeschlossen, da einerseits der Bund sich die gesamte CO2-Waldsenkenleistung im Rahmen der internationalen Verpflichtungen an die nationale Klimabilanz anrechnet, inbegriffen die Speichermengen der OAK Schwyz, und anderseits diese Standards Reduktionsverpflichtungen über die Kyoto-Ziele hinaus verlangen.

Das Monitoring umfasst die jährliche Beurteilung von Projektperimeter, Holzvorrat und Verlusten. Damit können die jährlichen Senkenleistungen des Waldes (effektiv eingelagerten CO2-Mengen) festgestellt und die entsprechenden Zertifikate für die Kompensation freigegeben werden. Die gesellschaftlichen und die Biodiversitäts-Belange werden im periodischen FSC-Überwachungsaudit begutachtet. Gemäss des Monitoringberichts 2015 wurden im Rahmen dieses Projekts bis Ende 2015 199‘765 to CO2 eingelagert, einschliesslich der 65‘000 to CO2 als Sicherheitsreserve für Waldschäden (Sturm, Borkenkäfer). Gemäss Monitoring Plan ist die Baseline alle 10 Jahre zu überprüfen. In den vergangenen 10 Jahren sind keine grossen Stürme oder Borkenkäferkalamitäten aufgetreten. Die Nutzungen lagen sowohl schweizweit als auch im OAK-Projektgebiet unter dem Zuwachs, so dass die CO2-Vorräte im Wald zunahmen. Im Rahmen der Zwischenrevision der Betriebspläne der OAK wurden die Zielsetzungen der Waldbewirtschaftung nicht geändert und die waldbaulichen Planungen überarbeitet sowie die Hiebsätze überprüft. Entsprechend kann die Baseline für weitere 10 Jahre beibehalten werden.

Mit den Käufern der CO2-Zertifikaten wird eine Vereinbarung abgeschlossen, welche die wesentlichen Verpflichtungen regelt (Nachweis der vorgängigen Reduktion und Substitution, Angaben über die Verwendung der Zertifikate, ausschliessliche Verwendung für freiwillige Kompensation in der Schweiz, sofortige Stilllegung der Zertifikate, kein Handel und kein Weiterverkauf der Zertifikate, Werbung und Kaufabwicklung). Verkauft werden ausschliesslich die gemäss der Monitoringberichte ausgewiesenen, effektiv im Wald bereits eingelagerten CO2-Mengen.


Oberallmeindkorporation Schwyz
Brüöl 2
Postfach 449
6431 Schwyz
Tel 041 818 50 60
Fax 041 818 50 61
oak@oak-schwyz.ch
www.oak-schwyz.ch