Für intelligente Entsorgung

Bei der Entsorgung von Sonderabfällen müssen die verschiedenen Prozesse wie Zahnräder einer Uhr aufeinander abgestimmt sein, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Altola bietet deshalb alles aus einer Hand, von der Beratung über die Wahl des richtigen Gebindes, Bezettelung, Dokumentation, Analytik, den ADR-konformen Transport bis hin zur sicheren Entsorgung und Verwertung.

Flächendeckende Logistik
Altola kennt für die abzuholenden Abfälle keine Mindest- oder Maximalmengen. Von Kleingebinden im Kilogrammbereich bis hin zu Tankwagen oder Bahnzisternen mit mehreren Tonnen sind sämtliche Grössenordnungen willkommen.
Für die zeitgerechte und kundenorientierte Abholung dieser Abfälle steht ein dichtes Netz von lokal verankerten Logistikpartnern zur Verfügung. Fünfundvierzig auf die verschiedensten Gefahrengüter spezialisierte Fahrzeuge stehen im Einsatz. Geschulte Chauffeure holen die Ware ab und stellen die Leergebinde an den vereinbarten Platz. Die Sonderabfälle gelangen so auf professionelle und sichere Weise in die Logistik- oder Verarbeitungszentren.

Webshop – einfach und bequem
Es ist ein Bedürfnis unserer Zeit, Bankgeschäfte, Einkäufe und sonstige Erledigungen rund um die Uhr und ohne Rücksicht auf Öffnungszeiten online erledigen zu können. Warum also nicht diese Vorteile bei der Entsorgung von Abfällen und Wertstoffen nutzen? Dies hat sich auch Altola AG gedacht und für ihre Kunden einen Webshop eingerichtet.
Auf www.altolashop.ch können rund um die Uhr bequem online Abholaufträge erfasst und Leergebinde bestellt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen Shops für Garagen und Werkstätten, Gemeindesammelhöfe und Restaurantbetriebe. Weitere branchenspezifische Plattformen sind geplant. Ebenso sind wir in Pieterlen BE präsent.

 

Altola AG
Gösgerstrasse 154
4600 Olten
Tel 0800 258 652
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Entsorgung radioaktiver Abfälle: Mit Tiefbohrungen den besten Standort für das Tiefenlager finden

Die Entsorgung radioaktiver Abfälle in der Schweiz ist auf Kurs. Ende 2018 hat das Bundesamt für Energie die letzte Etappe des Sachplans geologische Tiefenlager gestartet. Damit verbunden ist die Einengung von sechs auf drei mögliche Standortgebiete: Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost. Nun steht in den nächsten Jahren die Wahl des besten Standortes für ein Tiefenlager in der Schweiz an. Die von der Nagra aktuell geplanten Tiefbohrungen sind für diese Auswahl wichtig. Bohrungen ergänzen das heute vorhandene Bild des geologischen Untergrundes sehr präzis.

nagraMit Tiefbohrungen können Eigenschaften, Schicht dicke und Einschlussfähigkeit des Opalinustons in den Standortgebieten genau erkundet werden. (Foto: Ernst Müller)

Bei allen Bohrungen steht der Opalinuston – ein sehr wasserdichtes, rund 175 Millionen Jahre altes Tongestein – im Zentrum des Interesses. Der Opalinuston ist die wichtigste «Barriere», um die radioaktiven Substanzen in einem geologischen Tiefenlager einzuschliessen. Er trägt zu einem grossen Teil zur Langzeitsicherheit des Tiefenlagers bei.

nagraDas rund 175 Millionen Jahre alte Gestein Opalinuston ist praktisch undurchlässig und
schliesst Stoffe sehr gut ein. (Foto: © Comet Photoshopping, Dieter Enz)

Die Bohrungen vervollständigen die Kenntnisse über die lokale Geologie
Mit den Bohrungen erhält die Nagra abschliessende Antworten zu den Fragen nach Mächtigkeit, Tiefenlage und den genauen lokalen Eigenschaften des Gesteins in den Standortgebieten. Die erste Tiefbohrung startet im April 2019 in der Region Nördlich Lägern, Gemeinde Bülach. In der Region Zürich Nordost, Gemeinde Trüllikon, geht es im Frühsommer los. Auch in der Region Jura Ost werden Bohrungen folgen. Die Nagra hat gesamthaft 23 Gesuche für Tiefbohrungen in den drei Standortgebieten eingereicht.

Sie können einen Bohrplatz besuchen
Interessieren Sie sich, wie eine Tiefbohrung abläuft? Sie sind herzlich willkommen, einen unserer Bohrplätze zu besuchen. Ideal sind Gruppen mit zehn oder mehr Personen.

nagraModellansicht des Bohrplatzes in Bülach, Nördlich Lägern. In der Mitte des rund 0,7 Hektar grossen Platzes steht der Bohrturm. (Foto: Nagra)

Ab April 2019 sind wir in Bülach für die ersten Besichtigungen bereit, danach folgen weitere Bohrungen in den Standortgebieten. Für Fragen zu den Tiefbohrungen erreichen Sie uns unter der Gratisnummer 0800437333 oder auch per E-Mail unter info@nagra.ch. Für die Anmeldung von Besuchergruppen sind wir auch unter der Nummer 0564371111 gerne für Sie da.

Nagra
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Tel 056 437 11 11
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Was geschieht mit alten Autos?

Fahrzeuge sind aus über zehntausend Teilen und unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt. Rund 90 Prozent werden wiederverwendet und -verwertet. Wie wird diese hohe Verwertungsquote eines derart komplexen Konsumguts erreicht?

Jedes Jahr werden in der Schweiz 70 000 bis 80 000 Fahrzeuge definitiv entsorgt. Etwa doppelt so viele Fahrzeuge verlassen jedoch bereits als Occasionswagen unser Land, bevor sie hier ein paar Jahre später zur Entsorgung anfallen würden. Ältere Fahrzeuge – vielfach mit hohen Laufleistungen – sind andernorts sehr gefragt, weil sie technisch in einem relativ guten Zustand sind. In der Schweiz ist die Nachfrage nach solchen Fahrzeugen gering. In den Exportländern, wo sich die allerwenigsten ein neues Auto leisten können, werden diese Fahrzeuge nochmals jahrelang gefahren.

AutorecyclingWas passiert nun mit einem Altauto?
Das Ziel muss sein, möglichst viele Rohstoffe und Energie zurückzugewinnen. Fahrzeuge bestehen zu über 70 Prozent aus Metallen. Daran hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig geändert. Das ist gut fürs Recycling, denn Metalle lassen sich einfacher und effizienter separieren und rezyklieren als beispielsweise vermischte Kunststoffe. Zudem können Metalle praktisch ohne Qualitätseinbussen im Stoffkreislauf gehalten werden. Die Autoverwertung findet in mehreren Schritten statt:

Autoverwerter
Die meisten der rund 80 Autoverwerter haben sich auf das Ersatzteilgeschäft spezialisiert. Allerdings eignen sich nur neuere Unfallfahrzeuge für die Entnahme von Ersatzteilen, da für eine grössere Nachfrage noch genügend Modelle im Verkehr sein müssen. Grössere Betriebe haben ein umfangreiches, inzwischen digital erfasstes Ersatzteillager. Über entsprechende Websites und den notwendigen Fahrzeugangaben können direkt Teile angefragt werden. Nach der Ersatzteildemontage erfolgt die Trockenlegung und Schadstoffentfrachtung mit der Entnahme von Betriebsflüssigkeiten, den Reifen und der Batterie. Alle diese Abfälle gehen entweder in die stoffliche oder energetische Verwertung. Das ausgeschlachtete Wrack wird aus Transportgründen gepresst und einem Shredderwerk zu einem monatlich fixierten Schrottpreis verkauft.

Shredderwerk
In der Schweiz können sieben Shredderwerke Autowracks verarbeiten. Eine grosse Hammermühle mit bis zu 3000 PS Antriebsleistung kann ganze Autos innert einer halben Minute in faustgrosse Stücke zerschlagen – wenn es sein muss mit Motor und Getriebe. Der Output ist getrennt nach Stahl-/ Eisenschrott, Nichteisenmetalle und der sogenannten Shredderleichtfraktion. Abnehmer der Metalle sind Stahlwerke und Umschmelzwerke. Hauptabnehmer von Shredderschrott sind beispielsweise die beiden inländischen Stahlwerke Stahl Gerlafingen AG und Swiss Steel AG in Emmenbrücke. Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) nutzen die Energie der Shredderleichtfraktion – ein Gemisch aus Kunststoffen, Faserstoffen, Glas und Restmetallen – für die Stromproduktion und die Fernwärme. Die Stiftung unterstützt die laufenden Anstrengungen der Branche, Wertstoffe aus den festen KVA-Rückständen zurückzugewinnen. Hierzu verweisen wir auf die innovative Schlackenaufbereitungsanlage der ZAV Recycling AG im zürcherischen Hinwil. Dort gewinnen sie nicht nur Eisen und Aluminium zurück, sondern auch Gold und Silber. Es ist wahrlich erstaunlich, was alles im Abfallkübel landet.

AutorecyclingRückgewinnung
Das hochwertige Metallrecycling schont p-base/wp-content/uploads/2017/08/BildRechts.pngerstens die Erz-Abbaugebiete und benötigt zweitens viel weniger Energie als die Primärproduktion. Mit den im letzten Jahr im Inland verwerteten 72 032 Altfahrzeugen konnten 100 000 Tonnen Eisenerz sowie 22 000 Tonnen Bauxit eingespart werden. Dadurch sank der Energiebedarf um 370 000 MWh und der CO2-Ausstoss um 100 000 Tonnen. Die KVA produzierten aus 16 000 Tonnen Shredderleichtfraktion von Altfahrzeugen Strom und Wärme im Umfang von 30 000 MWh, was etwa dem Strombedarf von 7000 Haushalten entspricht.

Herausfordernde Elektromobilität
Immer mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben kommen auf den Markt. Im Hinblick auf die verschärften CO2-Grenzwerte ab 2020 sind deutlich mehr elektrifizierte Fahrzeuge zu erwarten. Bis diese Fahrzeuge in grösseren Mengen zur Entsorgung anfallen, dauert es allerdings noch ein paar Jahre. Bereits heute müssen wir jedoch die Entsorgung der elektrischen Komponenten und vor allem der Antriebsbatterien in die richtigen Bahnen lenken. Arbeiten an Hochvoltanlagen von Elektrofahrzeugen bedingen eine spezielle Ausbildung für Fachleute. Elektromotoren, Leistungselektronik und die Batterien beinhalten die unter dem Begriff «Seltene Technische Metalle» zusammengefassten Seltenen Erden, kritische Metalle und Edelmetalle. Sie sind wieder in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Die Autobranche befasst sich gegenwärtig mit der Rücknahme und dem Recycling der Lithium-Ionen-Batterien.
Die Automobilindustrie geht davon aus, ausgediente Batteriesätze in stationären Stromspeicheranlagen weiter zu nutzen. Die Restkapazität von 70 Prozent ist dafür völlig ausreichend und würde das Batterieleben um Jahre verlängern.
Fazit: Die Autoverwertung ist ein wichtiger Bestandteil der sekundären Rohstoffgewinnung, heute allgemein unter dem Begriff «Urban Mining» zusammengefasst.


Stiftung Auto Recycling Schweiz
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3000 Bern
Tel 031 302 36 24
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www.stiftung-autorecycling.ch

Interview mit Herrn Daniel Christen zum Thema «Autorecycling»

Mit welchem Ziel wurde die Stiftung Auto Recycling vor gut 20 Jahren gegründet?
Damals ging es hauptsächlich um die umweltfreundliche Verwertung der Shredderleichtfraktion, also der nichtmetallischen Rückstände, die nach dem Shreddern der Altautos übrig bleiben. Bis dahin wurde die Shredderleichtfraktion in Deponien abgelagert. Die Stiftung bewirkte, dass seit 1996 diese Restfraktion in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) entsorgt wird. Die Stiftung beurteilte auch andere Technologien, aber die Mitverbrennung in KVA hat sich bewährt. Die KVA haben ihre Behandlungsprozesse weiterentwickelt, sodass heute ein Grossteil der Wertstoffe und Energie zurückgewonnen wird. Mit dem Verbrennen werden aber keine Stoffkreisläufe geschlossen.

Wie steht die Stiftung dazu?
Die Shredderleichtfraktion ist ein Gemisch aus unterschiedlichsten Stoffen, Formen und Grössen. Es ist sehr schwer zu trennen. Der Aufwand ist gross und benötigt Energie. Auch danach müsste noch ein Grossteil thermisch behandelt werden. Denn ein effektives Recycling funktioniert nur mit sortenreinen, schadstofffreien Fraktionen. Daher ist es sinnvoller, das Brennbare zuerst thermisch zu verwerten und dann die Wertstoffe zurückzugewinnen. Das wird gemacht und hier werden die Kreisläufe geschlossen.

Warum ist Recycling für die Schweiz so wichtig?
Recycling ist natürlich nicht nur in der Schweiz wichtig. Es hat bei uns allenfalls einen höheren Stellenwert, weil wir keine eigenen Primärrohstoffe haben. Und – mit Ausnahme des Metallrecyclings – kostet Recycling Geld. Kommt hinzu, dass das «billige» Deponieren von brennbaren Abfällen bei uns seit dem Jahr 2000 verboten ist.

Was sind die Hauptförderungszwecke der Stiftung heute?
Mit finanziellen Beiträgen unterstützen wir das Verwerten der Shredderleichtfraktion aus Fahrzeugen. Dadurch können wir den ganzen Abfallstrom kontrollieren. Ebenfalls sind wir bei der Schlackenaufbereitung engagiert. Es ist wichtig, dass die nach der Verbrennung übrig bleibenden Wertstoffe aus den Aschen zurückgewonnen werden. Die Stiftung arbeitet eng mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Bereich Gesetzgebung zusammen. Gerade wird die Vollzugshilfe über die Entsorgung von Altfahrzeugen aktualisiert. Für uns ist es wichtig, dass die Vorgaben an die Autoverwertung verhältnismässig sind, und dass sie dann auch durchgesetzt werden. Seit kurzem befassen wir uns intensiv mit dem Recycling von Lithium-Ionen-Batterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen.

Seit den 70er-Jahren gibt es sogenannte Shredderwerke auch in der Schweiz, was genau passiert dort mit dem Fahrzeug?
Die zuvor trockengelegten Fahrzeuge werden über ein Zuführband in den Shredder geführt. Der Shredder ist eine grosse Trommel mit Schlaghämmern, die ein Fahrzeug sogar samt Motor und Getriebe innert Sekunden in faustgrosse Stücke zertrümmern. Mit nachgeschalteter Sortiertechnik werden Eisen und Stahl sowie Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer aussortiert. Übrig bleiben eine Shredderleicht- und -schwerfraktion, die Kunststoffe, Gummi, Glas, Holzfasern, Dreck und Spuren von Restmetallen enthalten.

Was passiert mit dem Eisen- und Nichteisenschrott, kann dieser weiterverwertet werden?
Die Stahlwerke – unter anderem die beiden Schweizer Betriebe Stahl Gerlafingen und Swiss Steel – kaufen den Shredderschrott und produzieren daraus neuen Stahl. Shredderschrott ist ein hochwertiger Sekundärrohstoff. Swiss Steel liefert ihre Produkte grösstenteils an Automobilhersteller, womit der Stoffkreislauf geschlossen ist. Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer werden in entsprechenden Hüttenwerken ebenfalls wieder eingeschmolzen. Metalle können beliebig oft ohne grosse Verluste geschmolzen werden.

Wie wird aus nichtmetallischen Shredderrückständen Energie gewonnen?
Kehrichtverbrennungsanlagen verbrennen die Shredderleichtfraktion zusammen mit dem Hausmüll. Die dabei entstehende Wärme wird verstromt oder als Fernwärme genutzt. Wir haben berechnet, dass in der Schweiz mit der jährlichen Energie aus automobilen Abfällen über 7000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Über 70 Autoverwerter gibt es in der Schweiz, welche Stationen durchläuft das Fahrzeug dabei und welche Teile können noch verwertet werden?
Zuerst erfolgt die Trockenlegung mit der Entnahme der Flüssigkeiten und Öle sowie der Demontage der Reifen und Batterie. Das meiste wird ebenfalls thermisch verwertet, vielfach in Zementwerken, die einen grossen Bedarf an alternativen Brennstoffen haben. Der Autoverwerter lebt jedoch vom Verkauf der Ersatzteile. Soweit möglich sind sie geprüft, und es gibt eine Garantie. Gefragt sind vor allem Karosserieteile, Scheinwerfer, Stossfänger, aber auch ganze Motoren, Anlasser, Alternatoren, Getriebe und natürlich auch elektronische Bauteile.

Ist es richtig, dass vor allem bei Unfallwagen brauchbare Teile wieder zum Verkauf angeboten werden können?
Da ist natürlich so. Je neuer das Fahrzeug, desto grösser wird die Nachfrage nach Teilen sein. Es hängt natürlich auch davon ab, wie viele Fahrzeuge eines Typs in Verkehr stehen. Versicherungen führen online Auktionsplattformen, auf denen Unfallfahrzeuge angeboten und verkauft werden.

Mit Zunahme der E-Mobilität entstehen neue Entsorgungsthematiken, wo sehen Sie hier die Problematik?
Wir beschäftigen uns intensiv mit den Lithium- Ionen-Batterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen. Wir haben es hier mit Hochspannungssystemen zu tun und da kann nicht mehr einfach herumgeschraubt werden. Es braucht Fachwissen und die entsprechenden Werkzeuge. Die Batterien enthalten wertvolle Stoffe wie Kobalt, Nickel, Mangan und Lithium, die aus den Altbatterien zurückgewonnen werden müssen. In der Zwischenzeit kann durchaus eine Zweitnutzung im stationären Bereich sinnvoll sein. Viele Fragen sind noch offen. Allerdings ist heute der Rücklauf noch sehr gering.

Wo sind die Unterschiede zum Recycling herkömmlicher Fahrzeuge?
Elektrofahrzeuge haben weniger Teile, dafür mehr wertvolle Materialien, besonders Kupfer. Die Antriebsbatterie ist separat zu behandeln. Man ist daran, einen Recyclingkreislauf aufzubauen.

Können Sie in ein paar Zeilen erklären, was hinter dem Begriff «Schlackenaufbereitung» steht?
Wie zu Hause im Cheminée bildet sich auch bei der Kehrichtverbrennung eine Asche oder eben Schlacke. Alles Nichtbrennbare landet darin, also auch Restmetalle. Seit den letzten Jahren wird versucht, möglichst viele dieser wertvollen Metalle auszusortieren. Diese können einen Anteil von 5 bis 15 Prozent der Schlacke ausmachen. Man findet gar Gold und Silber, aber der grösste Teil sind Eisen und Stahl. Bei der Kehrichtverwertungsanlage in Hinwil steht die innovativste und modernste Schlackenaufbereitungsanlage.

Wie viele Fahrzeuge werden jedes Jahr recycelt?
In den letzten Jahren sind die in der Schweiz verwerteten Fahrzeuge auf 76 000 zurückgegangen. Der Grund ist der zunehmende Export von älteren Occasionsfahrzeugen. Diese fehlen dann bei der Verwertung. Occasiossfahrzeuge sind ein frei handelbares Gut. Solange damit keine billige Entsorgung beabsichtigt ist, ist dagegen nichts einzuwenden.

Was geschieht mit Fahrzeugen, die eigentlich noch in einem guten Zustand sind?
Ältere Fahrzeuge sind in der Schweiz nicht sehr gefragt. Dafür umso mehr im Ausland, weil die meisten noch in einem guten Zustand sind. Vielfach lohnt sich in der Schweiz der Aufwand für die Motorfahrzeugkontrolle nicht mehr, weshalb sie verkauft werden.

Sie sind der Geschäftsführer der Stiftung Auto Recycling, wie kam es zu Ihrer Faszination für das Thema «Recycling»?
Es ist ja nicht unbedingt ein Thema, das man von Beginn an sucht. Aber wenn man sich näher damit befasst, sieht man die Vielfältigkeit. Man muss Bescheid wissen über Rohstoffe, Aufbereitungstechnologien, Märkte und nicht zuletzt über Gesetze. Andererseits darf man das Machbare, das heisst die Verbindung von Ökonomie und Ökologie, nicht aus den Augen verlieren. Durch meine Funktion komme ich mit vielen spannenden Personen von Behörden, Recyclingunternehmen, Instituten, Verbänden, Herstellern und auch Banken zusammen.

Haben Sie ein aktuelles Projekt, welches Sie an dieser Stelle gerne erwähnen möchten?
Wie bereits gesagt, ist zurzeit die Organisation des Batterierecyclings ein zentrales Thema. Es wird interessant sein zu sehen, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Teilweise wird es darauf ankommen, welche Wege die Autohersteller verfolgen werden. Auf jeden Fall ist absehbar, dass Antriebsbatterien ein zweites Leben haben werden. Entweder nach einer Aufbereitung wieder in Fahrzeugen oder im stationären Speicherbereich. Irgendwann werden sie jedoch zur Verwertung kommen. Und dann ist es wichtig, die Rohstoffe zurückzuholen und so den Stoffkreislauf zu schliessen.

Vielen Dank für das Interview.


Gegründet wurde die Stiftung Auto Recycling Schweiz 1992 von den offiziellen Automobilimporteuren mit dem Zweck, die Verwertung von Motorfahrzeugen sicherzustellen und zu fördern.

Anzahl Mitarbeiter: 2

Spezieller Firmenslogan: AutoverWERTung ist WERTvoll

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Die Nagra entsorgt radioaktive Abfälle

Der Auftrag der Nagra
Die Mitarbeitenden der Nagra haben den anspruchsvollen Job, die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle zu planen und umzusetzen. Ein Projekt, welches auf Zehntausende von Jahren in der Zukunft ausgelegt ist – ein für uns Menschen nahezu unvorstellbar langer Zeithorizont. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, muss viel Know-how aufgebaut werden – und ein «Wächter» vorhanden sein, der die Isolation der Abfälle von unserer Umwelt gewährleisten kann: eine geeignete Gesteinsschicht.

Warum geologische Tiefenlager?
Bei der Entsorgung von radioaktiven Abfällen hat die Sicherheit in jeder Phase oberste Priorität. Deshalb arbeitet die Nagra mit wissenschaftlicher Sorgfalt und nach objektiv überprüfbaren Grundsätzen. Sie pflegt eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Entsorgungsorganisationen und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland und ist in der Tiefenlagerforschung bestens vernetzt. Die internationale Fachwelt ist sich einig: Die Lagerung der Abfälle in geeigneten geologischen Schichten ist aus heutiger Sicht die einzige und sicherste Lösung, um Mensch und Umwelt für lange Zeiträume vor möglichen negativen Auswirkungen zu schützen. Die Lagerung an der Erdoberfläche ist keine langfristige Lösung, denn diese könnte schon mittelfristig zu einer Gefahr werden: Sabotage, Krieg, Eiszeiten oder Erdbeben sind dabei mögliche Gefährdungsszenarien. Zudem würde eine Tausende von Jahren dauernde Langzeitüberwachung der Abfälle an der Oberfläche den Menschen wohl überfordern und dem Gebot der Nachhaltigkeit widersprechen.

Rückholbarkeit und Langzeitüberwachung der Abfälle sind gewährleistet
Sicherheit und Handlungsspielraum der Gesellschaft müssen bei der Entsorgung gewährleistet sein. Das Kernenergiegesetz schreibt deshalb vor, dass die Rückholung der Abfälle aus einem Tiefenlager machbar sein muss. Während des Einlagerungsbetriebs und selbst nach einem künftigen Verschluss des geologischen Tiefenlagers ist eine Rückholung möglich. Sie wäre beispielsweise denkbar, wenn künftige Generationen die radioaktiven Abfälle als Rohstoffe verwenden möchten oder sich für eine andere Entsorgungslösung entscheiden sollten.

Wie werden Standorte für geologische Tiefenlager gewählt?
NagraDie Standortwahl für ein geologisches Tiefenlager erfolgt gemäss «Sachplan geologische Tiefenlager» (SGT) unter Leitung des Bundes. Entscheidend für die Sicherheit eines Lagerstandorts sind die Verhältnisse im Untergrund und nicht diejenigen an der Erdoberfläche. In einem Tiefenlager gibt es mehrere Sicherheitsbarrieren, die den Schutz von Mensch und Umwelt sicherstellen. Die Schweiz plant die Errichtung von Tiefenlagern im «Opalinuston»; das Gestein ist die wichtigste Sicherheitsbarriere. Das rund 175 Millionen Jahre alte Tongestein schliesst Wasser und darin gelöste Stoffe über Millionen von Jahren praktisch vollständig ein.

Die Bedeutung eines Tiefenlagers für eine Region
Wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte sind gewichtige Faktoren für eine potenzielle Standortregion. Ausführliche Studien von Bund, Kantonen und Regionen beleuchten wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Aspekte und ermöglichen es den Regionen darauf basierend, eine geeignete Entwicklungsstrategie für die Zukunft zu entwerfen.

Titelbild: Im internationalen Felslabor Mont Terri bei St-Ursanne (Kanton Jura) forschen 16 Organisationen aus 8 Ländern für die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle.


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