Interview mit Herrn Daniel Christen zum Thema «Autorecycling»

Mit welchem Ziel wurde die Stiftung Auto Recycling vor gut 20 Jahren gegründet?
Damals ging es hauptsächlich um die umweltfreundliche Verwertung der Shredderleichtfraktion, also der nichtmetallischen Rückstände, die nach dem Shreddern der Altautos übrig bleiben. Bis dahin wurde die Shredderleichtfraktion in Deponien abgelagert. Die Stiftung bewirkte, dass seit 1996 diese Restfraktion in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) entsorgt wird. Die Stiftung beurteilte auch andere Technologien, aber die Mitverbrennung in KVA hat sich bewährt. Die KVA haben ihre Behandlungsprozesse weiterentwickelt, sodass heute ein Grossteil der Wertstoffe und Energie zurückgewonnen wird. Mit dem Verbrennen werden aber keine Stoffkreisläufe geschlossen.

Wie steht die Stiftung dazu?
Die Shredderleichtfraktion ist ein Gemisch aus unterschiedlichsten Stoffen, Formen und Grössen. Es ist sehr schwer zu trennen. Der Aufwand ist gross und benötigt Energie. Auch danach müsste noch ein Grossteil thermisch behandelt werden. Denn ein effektives Recycling funktioniert nur mit sortenreinen, schadstofffreien Fraktionen. Daher ist es sinnvoller, das Brennbare zuerst thermisch zu verwerten und dann die Wertstoffe zurückzugewinnen. Das wird gemacht und hier werden die Kreisläufe geschlossen.

Warum ist Recycling für die Schweiz so wichtig?
Recycling ist natürlich nicht nur in der Schweiz wichtig. Es hat bei uns allenfalls einen höheren Stellenwert, weil wir keine eigenen Primärrohstoffe haben. Und – mit Ausnahme des Metallrecyclings – kostet Recycling Geld. Kommt hinzu, dass das «billige» Deponieren von brennbaren Abfällen bei uns seit dem Jahr 2000 verboten ist.

Was sind die Hauptförderungszwecke der Stiftung heute?
Mit finanziellen Beiträgen unterstützen wir das Verwerten der Shredderleichtfraktion aus Fahrzeugen. Dadurch können wir den ganzen Abfallstrom kontrollieren. Ebenfalls sind wir bei der Schlackenaufbereitung engagiert. Es ist wichtig, dass die nach der Verbrennung übrig bleibenden Wertstoffe aus den Aschen zurückgewonnen werden. Die Stiftung arbeitet eng mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Bereich Gesetzgebung zusammen. Gerade wird die Vollzugshilfe über die Entsorgung von Altfahrzeugen aktualisiert. Für uns ist es wichtig, dass die Vorgaben an die Autoverwertung verhältnismässig sind, und dass sie dann auch durchgesetzt werden. Seit kurzem befassen wir uns intensiv mit dem Recycling von Lithium-Ionen-Batterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen.

Seit den 70er-Jahren gibt es sogenannte Shredderwerke auch in der Schweiz, was genau passiert dort mit dem Fahrzeug?
Die zuvor trockengelegten Fahrzeuge werden über ein Zuführband in den Shredder geführt. Der Shredder ist eine grosse Trommel mit Schlaghämmern, die ein Fahrzeug sogar samt Motor und Getriebe innert Sekunden in faustgrosse Stücke zertrümmern. Mit nachgeschalteter Sortiertechnik werden Eisen und Stahl sowie Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer aussortiert. Übrig bleiben eine Shredderleicht- und -schwerfraktion, die Kunststoffe, Gummi, Glas, Holzfasern, Dreck und Spuren von Restmetallen enthalten.

Was passiert mit dem Eisen- und Nichteisenschrott, kann dieser weiterverwertet werden?
Die Stahlwerke – unter anderem die beiden Schweizer Betriebe Stahl Gerlafingen und Swiss Steel – kaufen den Shredderschrott und produzieren daraus neuen Stahl. Shredderschrott ist ein hochwertiger Sekundärrohstoff. Swiss Steel liefert ihre Produkte grösstenteils an Automobilhersteller, womit der Stoffkreislauf geschlossen ist. Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer werden in entsprechenden Hüttenwerken ebenfalls wieder eingeschmolzen. Metalle können beliebig oft ohne grosse Verluste geschmolzen werden.

Wie wird aus nichtmetallischen Shredderrückständen Energie gewonnen?
Kehrichtverbrennungsanlagen verbrennen die Shredderleichtfraktion zusammen mit dem Hausmüll. Die dabei entstehende Wärme wird verstromt oder als Fernwärme genutzt. Wir haben berechnet, dass in der Schweiz mit der jährlichen Energie aus automobilen Abfällen über 7000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Über 70 Autoverwerter gibt es in der Schweiz, welche Stationen durchläuft das Fahrzeug dabei und welche Teile können noch verwertet werden?
Zuerst erfolgt die Trockenlegung mit der Entnahme der Flüssigkeiten und Öle sowie der Demontage der Reifen und Batterie. Das meiste wird ebenfalls thermisch verwertet, vielfach in Zementwerken, die einen grossen Bedarf an alternativen Brennstoffen haben. Der Autoverwerter lebt jedoch vom Verkauf der Ersatzteile. Soweit möglich sind sie geprüft, und es gibt eine Garantie. Gefragt sind vor allem Karosserieteile, Scheinwerfer, Stossfänger, aber auch ganze Motoren, Anlasser, Alternatoren, Getriebe und natürlich auch elektronische Bauteile.

Ist es richtig, dass vor allem bei Unfallwagen brauchbare Teile wieder zum Verkauf angeboten werden können?
Da ist natürlich so. Je neuer das Fahrzeug, desto grösser wird die Nachfrage nach Teilen sein. Es hängt natürlich auch davon ab, wie viele Fahrzeuge eines Typs in Verkehr stehen. Versicherungen führen online Auktionsplattformen, auf denen Unfallfahrzeuge angeboten und verkauft werden.

Mit Zunahme der E-Mobilität entstehen neue Entsorgungsthematiken, wo sehen Sie hier die Problematik?
Wir beschäftigen uns intensiv mit den Lithium- Ionen-Batterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen. Wir haben es hier mit Hochspannungssystemen zu tun und da kann nicht mehr einfach herumgeschraubt werden. Es braucht Fachwissen und die entsprechenden Werkzeuge. Die Batterien enthalten wertvolle Stoffe wie Kobalt, Nickel, Mangan und Lithium, die aus den Altbatterien zurückgewonnen werden müssen. In der Zwischenzeit kann durchaus eine Zweitnutzung im stationären Bereich sinnvoll sein. Viele Fragen sind noch offen. Allerdings ist heute der Rücklauf noch sehr gering.

Wo sind die Unterschiede zum Recycling herkömmlicher Fahrzeuge?
Elektrofahrzeuge haben weniger Teile, dafür mehr wertvolle Materialien, besonders Kupfer. Die Antriebsbatterie ist separat zu behandeln. Man ist daran, einen Recyclingkreislauf aufzubauen.

Können Sie in ein paar Zeilen erklären, was hinter dem Begriff «Schlackenaufbereitung» steht?
Wie zu Hause im Cheminée bildet sich auch bei der Kehrichtverbrennung eine Asche oder eben Schlacke. Alles Nichtbrennbare landet darin, also auch Restmetalle. Seit den letzten Jahren wird versucht, möglichst viele dieser wertvollen Metalle auszusortieren. Diese können einen Anteil von 5 bis 15 Prozent der Schlacke ausmachen. Man findet gar Gold und Silber, aber der grösste Teil sind Eisen und Stahl. Bei der Kehrichtverwertungsanlage in Hinwil steht die innovativste und modernste Schlackenaufbereitungsanlage.

Wie viele Fahrzeuge werden jedes Jahr recycelt?
In den letzten Jahren sind die in der Schweiz verwerteten Fahrzeuge auf 76 000 zurückgegangen. Der Grund ist der zunehmende Export von älteren Occasionsfahrzeugen. Diese fehlen dann bei der Verwertung. Occasiossfahrzeuge sind ein frei handelbares Gut. Solange damit keine billige Entsorgung beabsichtigt ist, ist dagegen nichts einzuwenden.

Was geschieht mit Fahrzeugen, die eigentlich noch in einem guten Zustand sind?
Ältere Fahrzeuge sind in der Schweiz nicht sehr gefragt. Dafür umso mehr im Ausland, weil die meisten noch in einem guten Zustand sind. Vielfach lohnt sich in der Schweiz der Aufwand für die Motorfahrzeugkontrolle nicht mehr, weshalb sie verkauft werden.

Sie sind der Geschäftsführer der Stiftung Auto Recycling, wie kam es zu Ihrer Faszination für das Thema «Recycling»?
Es ist ja nicht unbedingt ein Thema, das man von Beginn an sucht. Aber wenn man sich näher damit befasst, sieht man die Vielfältigkeit. Man muss Bescheid wissen über Rohstoffe, Aufbereitungstechnologien, Märkte und nicht zuletzt über Gesetze. Andererseits darf man das Machbare, das heisst die Verbindung von Ökonomie und Ökologie, nicht aus den Augen verlieren. Durch meine Funktion komme ich mit vielen spannenden Personen von Behörden, Recyclingunternehmen, Instituten, Verbänden, Herstellern und auch Banken zusammen.

Haben Sie ein aktuelles Projekt, welches Sie an dieser Stelle gerne erwähnen möchten?
Wie bereits gesagt, ist zurzeit die Organisation des Batterierecyclings ein zentrales Thema. Es wird interessant sein zu sehen, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Teilweise wird es darauf ankommen, welche Wege die Autohersteller verfolgen werden. Auf jeden Fall ist absehbar, dass Antriebsbatterien ein zweites Leben haben werden. Entweder nach einer Aufbereitung wieder in Fahrzeugen oder im stationären Speicherbereich. Irgendwann werden sie jedoch zur Verwertung kommen. Und dann ist es wichtig, die Rohstoffe zurückzuholen und so den Stoffkreislauf zu schliessen.

Vielen Dank für das Interview.


Gegründet wurde die Stiftung Auto Recycling Schweiz 1992 von den offiziellen Automobilimporteuren mit dem Zweck, die Verwertung von Motorfahrzeugen sicherzustellen und zu fördern.

Anzahl Mitarbeiter: 2

Spezieller Firmenslogan: AutoverWERTung ist WERTvoll

Stiftung Auto Recycling Schweiz
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Das Unternehmen Dyson

Dyson ist ein weltweit agierendes Technologieunternehmen mit Hauptsitz in Malmesbury (UK). In jeder Kategorie zeichnet sich Dyson durch radikale und herausragende Neuerfindungen aus. Das britische Unternehmen steht für neue Ideen und innovative Technologien, um Probleme zu lösen, die andere oft ignorieren.

«Effizient arbeitende Geräte müssen nicht im Widerspruch zu Nachhaltigkeit stehen. Es war eben diese Fokussierung auf optimierte Produkte, die mich für den Ingenieurberuf begeisterte. Und zwar zu dem Zeitpunkt, als ich die Schwachstelle von Beutelstaubsaugern entdeckte und mir etwas Effizienteres einfiel, das zudem die Abfallmenge reduzieren würde. Das ist das Schöne an nachhaltiger Produktentwicklung: Ihr naturgemässer Anspruch ist es, mit weniger mehr zu machen.» (James Dyson)

DysonDyson verfügt derzeit über fünf Gerätekategorien: kabelgebundene und kabellose Staubsauger, Geräte zur Steuerung des Raumklimas, Dyson Supersonic Haartrockner, Dyson Airblade Händetrockner und Dyson Leuchten. Im Jahr 2017 gab Dyson bekannt, dass das Unternehmen seit drei Jahren mit einem 400-köpfigen Team in Malmesbury an einem Elektrofahrzeug tüftelt. Dyson wird das elektrische Fahrzeug, in welches rund zwei Milliarden britische Pfund investiert werden, voraussichtlich 2020 auf den Markt bringen.
Nachhaltige Produktentwicklung

«Wir sollten ehrlich sein: Ein ‹Öko›-Staubsauger rettet den Regenwald am Amazonas nicht.» (James Dyson)

Dyson
Trotzdem erzählt Dyson die Geschichte seiner effizienten und ressourcenschonenden Produkte. Denn Dyson verfügt über eine nachhaltige Produktentwicklung, um die brillanten und idealistischen jungen Menschen, die in der Forschungs-, Design- und Entwicklungsabteilung arbeiten, anzuspornen, noch mehr zu tun. Mit weniger. Alle Dyson Produkte sind mit dem Ziel entwickelt worden, ein Problem zu lösen, ohne dabei Leistungseinbussen machen zu müssen. Bei der Produktentwicklung hält sich Dyson an folgende Grundsätze:

  • › Lean Engineering: Mehr – mit weniger heisst, dass alle Gerätekomponenten bei der Entwicklung von Dyson Geräten auf die Probe gestellt und hinterfragt werden. So wurde beispielsweise bei den Händetrocknern auf energiefressende Heizelemente verzichtet und der Luftstrom optimiert, um die Hände schnell trocknen zu können.
  • › Long-lasting: Die Langlebigkeit der Produkte ist eine wichtige Prämisse bei Dyson. Bei der Entwicklung und der Materialauswahl verfolgt Dyson die Philosophie, dass die hergestellten Produkte dauerhaft funktionieren sollen. Die Prototypen durchlaufen über Monate hinweg eine strenge Prüfphase mit zahlreichen Wiederholungen.
  • Zweitnutzung und Recycling: Die meisten Materialien von Dyson Geräten können recycelt und wiederverwendet werden. In Europa ist Dyson Mitglied der Waste Electrical & Electronic Equipment (WEEE), eine Organisation mit dem Ziel, Recycling von Geräten zu fördern. Zudem achtet Dyson darauf, bereits benutzte, aber gut erhaltene Produkte zu einem fairen Preis wieder zu verkaufen oder an Charity-Organisationen zu spenden.

Ökologie schliesst Ökonomie nicht aus Dyson hat den Sanitärbereich in der Schweiz mit dem schnellen und energieeffizienten Dyson Airblade Händetrockner revolutioniert und so den Gebrauch von energieintensiven Papiertüchern minimiert. Mit dieser Herausforderung vor Augen entwickelten Dyson Ingenieure die neuste Generation des energieeffizienten und hygienischen Händetrockners: den Dyson Airblade Wash+Dry.
Dyson

Der Dyson Airblade Wash+Dry Händetrockner belastet die Umwelt weniger als andere Händetrocknungsmethoden. Das Modell erzeugt bis zu 79% weniger CO2 als einige andere Händetrockner und bis zu 98% weniger als Papierhandtücher1. Die Betriebskosten des Dyson Airblade Händetrockners kommen gerade einmal auf CHF 68.– pro Jahr. Die Klimaschutzstiftung myclimate Schweiz berechnet die lokale CO2-Emission für den Dyson Airblade Wash+Dry sogar mit nur 0,64g CO2 pro Händetrocknung².

1 https://www.dyson.ch/de-CH/haendetrockner/airblade-wash-dry.aspx
2 Dies ist auf den grünen Strom-Mix der Schweiz zurückzuführen.


Dyson SA
Hardturmstrasse 253
8005 Zürich
Tel 044 200 30 70
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Recyclingbaustoffe für nachhaltiges Bauen

Beton und Kiesgemische aus aufbereiteten mineralischen Bauabfällen haben sich bewährt und erfüllen sowohl ökologisch als auch bautechnisch höchste Anforderungen. Deren Einsatz soll zur Maxime nachhaltigen Bauens werden.

In der Bauwirtschaft dominieren nach wie vor mineralische Baustoffe das Feld. Dies widerspiegelt sich nicht nur in einer anhaltend grossen Nachfrage, sondern auch im fast unermesslichen Rohstoffpotential aus der Substanz bestehender Bauwerke. Es liegt deshalb auf der Hand, dass nachhaltiges Bauen vor allem auch auf einer konsequenten Umsetzung des Kreislaufgedankens im Bereich dieser wertvollen Baustoffe beruht. Das Potential ist gross – und bleibt in der Schweiz noch zu oft ungenutzt.

EberhardDiskrepanz zwischen Können und Tun
Die Schweizer Bauwirtschaft verbraucht pro Jahr 50 bis 60 Millionen Tonnen Gesteinskörnungen, wovon rund die Hälfte auf Kies entfällt. Gleichzeitig fallen jährlich rund 15 Millionen Tonnen mineralische Bauabfälle an, die heute erst zu 15 bis 20 Prozent rezykliert werden. Diese Diskrepanz ist irritierend – und bei einer Verwertungsquote moderner Aufbereitungswerke von rund 90 Prozent eigentlich wenig verständlich. Technisch wäre also deutlich mehr möglich und mit der Einführung der VVEA besteht seit Anfang 2016 sogar eine gesetzliche Pflicht zur Verwertung von Rückbaumaterialien, die de facto in vielen Fällen nicht einzuhalten ist. Was hindert uns in der Schweiz denn (noch) daran, das Nachhaltigkeitsprinzip auch im mit Abstand bedeutendsten Abfallstrom zu verwirklichen? Die Antwort liegt in einem noch zu zögerlichen Absatz, der wohl vor allem zwei Einflüssen geschuldet ist. Zum einen sind Primärmaterialien in der Schweiz (noch) in genügender Menge vorhanden und können preiswert gewonnen werden. Zum anderen haftet produkten bei vielen Akteuren und Entscheidungsträgern immer noch der Ruf von minderer Qualität an. Aufklärung und Sensibilisierung tut not.

EberhardDie Mär von der minderen Qualität
Recyclingbaustoffe in Form von RC-Beton oder RC-Kiesgemischen sind bewährte Baumaterialien, deren Eigenschaften und Verarbeitbarkeit den entsprechenden Primärprodukten in nichts nachstehen. Sie finden Anwendung im Hochbau sowie im Strassen- und Tiefbau. Produktion und Qualität von Recyclingbaustoffen werden laufend überwacht. Dies sichern sowohl werkseigene Produktionskontrollen als auch regelmässige Audits durch Zertifizierungsstellen. RC-Kies und Betonprodukte haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten ihre Praxistauglichkeit und Beständigkeit in einer Vielzahl von Bauwerken bewiesen. Trotz Grenzen bei spezifischen Anwendungen, beispielsweise bei frosttausalzbeständigem Beton oder bei Beton für den Ingenieur-Tiefbau, sind die Einsatzgebiete breit und bieten viel Raum für echt nachhaltiges Bauen.Kurz: auf RC-Baustoffe ist Verlass und Qualitätsbedenken gehören endgültig ins Land der Sagen und Mythen.

EberhardWeiter denken macht Schule
Das Bewusstsein, dass ökologisches Bauen vor allem auch die Verwendung umweltschonender Baustoffe bedingt, erfährt zunehmend Verbreitung. Dies zeigt sich beispielsweise bei bestimmten Minergie-Labels, welche diesen Aspekt bei der Vergabe konkret bewerten und ausweisen. Oder bei Bauherren der öffentlichen Hand, am Beispiel der Stadt Zürich, die bei der Verwendung von Recyclingbeton eine Vorreiterrolle einnimmt. Ihre 2017 fertiggestellte Wohnsiedlung «Kronenwiese» im Minergie-A-Eco-Standard wurde praktisch vollständig mit RC-Betonprodukten erstellt. Der bei diesem Projekt vornehmlich verwendete Konstruktionsbeton RC-Euro Beton C von Eberhard Baustoffe wurde zu einem Drittel aus Betonabbruch und zu zwei Dritteln aus gewaschenen Kieskomponenten aus der Bodenwaschanlage hergestellt. Dieses und zahlreiche weitere Beispiele zeigen, dass eine ressourcenschonende Bauweise heute problemlos realisierbar ist und mit Blick auf endliche Primärvorräte und knappen Deponieraum zur selbstverständlichen Grundlage nachhaltigen Bauens werden sollte. Wer weiter denkt, baut mit Recyclingprodukten.

EberhardEberhard Baustoffe
Die Eberhard Unternehmungen engagieren sich mit ihrem Urban- Mining-Konzept seit über drei Jahrzehnten in der Aufbereitung von Baustoffen aus dem Rückbau und der Altlastsanierung. Das seit 1999 in Betrieb stehende Baustoff Recycling Zentrum «Ebirec» in Rümlang verarbeitet pro Jahr zwischen 350‘000 und 450‘000 Tonnen mineralischen Bauschutt. Zusammen mit jährlich rund 85‘000 Tonnen sauberen Kieskomponenten aus der Bodenwaschanlage «ESAR» produziert Eberhard Baustoffe daraus pro Jahr rund 250‘000 Tonnen Recyclingkiesgemische und 100‘000 Kubikmeter Recyclingbeton für verschiedenste Anwendungen. Die grosse Erfahrung der Eberhard Baustoffspezialisten sowohl in allen Fragen der RC-Produkte als auch beim Einsatz von Primärprodukten der Weiacher Kies AG und der Porphyrwerk Detzeln GmbH macht sie zu kompetenten Partnern für grundlegend nachhaltiges Bauen.


Eberhard Bau AG
Steinackerstrasse 56
8302 Kloten
Tel 043 211 23 78
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Autorecycling

Die Schweiz ist geologisch betrachtet ein rohstoffarmes Land. Aus diesem Grund besitzt das Recycling von gebrauchten Konsumgütern, Gebäuden, Infrastrukturanlagen, Produktionsresten etc. einen wichtigen Stellenwert. Mit dem Begriff „Urban Mining“ bezeichnet man heute treffend die Rückgewinnung von Wertstoffen aus diesen Bereichen.

Metallverwertung
Stiftung AutoFahrzeuge sind rollende Rohstofflager. Die Lebensdauer beträgt im Durchschnitt 16 bis 17 Jahre. Autoverwerter führen zuerst eine Trockenlegung durch, das heisst, dass Öle, Flüssigkeiten aber auch Reifen und die Batterie entnommen werden müssen. Ausserdem baut der Autoverwerter wiederverwendbare Ersatzteile aus. Das nachfolgende Shredderwerk zerschlägt das Autowrack binnen Sekunden zwecks Rückgewinnung der Metalle in faustgrosse Stücke. Seit Jahrzehnten bestehen Automobile im Durchschnitt aus 70 bis 75 Prozent Metallen. Das ist insofern erstaunlich, als man vermuten würde, der Kunststoffanteil hätte stark zugenommen.

Stiftung AutoDem ist aber nicht so, nur das absolute Gewicht ist gestiegen. Das Leergewicht der verwerteten alten Fahrzeuge liegt bei 1150 kg, vor zehn Jahren war es unter 1000 kg. Der VW Golf bestätigt dies: Der Golf I wog rund 800 kg, der heutige Golf VII 1250 kg. Er ist aber auch einiges grösser und sicherer. Im letzten Jahr wurden 76‘000 Fahrzeuge geshreddert. Die Verwertung in Stahlwerken und Giessereien führte zu Einsparungen von 92‘000 Tonnen Eisenerz und 20‘000 Tonnen Bauxit, woraus Aluminium hergestellt wird, sowie 268‘000 MWh Energie oder umgerechnet fast 60‘000 Tonnen CO2. Die schweizerischen Shredderwerke verkaufen den Eisen- und Stahlschrott unter anderem an die beiden einheimischen Stahlwerke Stahl Gerlafingen AG und Swiss Steel AG, die zusammen jährlich 1.2 Millionen Tonnen Stahl herstellen.Der Kreislauf ist geschlossen.

Energienutzung
Stiftung AutoAuch im Rest, also hauptsächlich der Shredderleichtfraktion, stecken Wertstoffe, die allerdings nicht mehr so leicht zu trennen sind. Es ist ein Gemisch aus Kunststoffen, Gummi, Dämmstoffen, Textilien, Holz, mineralische Stoffe und Restmetallen. Die Schweiz verbietet seit 1996 das Deponieren von brennbaren Abfällen. Folge dessen wird die Shredderleichtfraktion in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) thermisch verwertet. Diese Behandlung hat sich bewährt, die Abwärme wird zur Stromproduktion und zur Einspeisung ins Fernwärmenetz genutzt. Allein mit der Energie aus der Auto-Shredderleichtfraktion können rund 6000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Urban Mining
An dieser Stelle ist die Verwertung noch nicht am Ende. Im Fokus der Recyclinganstrengungen liegen besonders die KVA-Rückstände. Eisen und Aluminium werden schon lange aus den Schlacken zurückgewonnen. In den letzten Jahren hat sich jedoch ein Wettbewerb entwickelt. Denn die Effizienz kann gesteigert werden, und im einanFteil schlummern besonders wertvolle Edelmetalle. Das Bundesamt für Umwelt schätzt das Wertstoffpotential der gesamten KVA-Schlacken in der Schweiz auf 75‘000 Tonnen Eisen, 17‘000 Tonnen Aluminium, 6000 Tonnen Kupfer und 300 kg Gold. Hinzu kommen Fraktionen wie Glas und mineralische Stoffe, die ebenfalls erwertet werden können. Die Wertstoffe stammen natürlich nur zu einem geringen Teil aus der Shredderleichtfraktion, sondern vorwiegend aus dem Hauskehricht und dem Industrie- und Gewerbeabfall. Da die älteren Fahrzeuge in der Schweiz meistens noch in einem relativ guten Zustand sind, gelangen viele in den Export. Die offizielle Statistik weist für 2016 rund 130‘000 exportierte Fahrzeuge aus. Jahrelang standen afrikanische Destinationen an erster Stelle, nun geht wieder mehr Richtung Osteuropa. Der Fahrzeugexport ist mitnichten eine billige Entsorgung, sondern es handelt sich meistens um Gebrauchtwagen mit hoher Kilometerzahl oder leichten Schäden, die im Ausland kostengünstig repariert werden können. So fahren diese Fahrzeuge noch tausende Kilometer und tragen zur Mobilität bei. Ohne Mobilität funktioniert schliesslich keine Wirtschaft. Eine Herausforderung der künftigen Autoverwertung stellen die elektronischen Bauteile dar, die mit der Elektromobilität weiter zunehmen, sowie die Lithium- Ionen-Antriebsbatterien. Einerseits ist der Verwertungsaufwand hoch, andererseits sind hochwertige Metalle verbaut. Ebenfalls herausfordernd sind Leichtbaumaterialien wie carbonfaserverstärkte Kunststoffe, die das Fahrzeuggewicht zwecks CO2-Reduktion senken, das Recycling jedoch erschweren. Das Beispiel Auto zeigt deutlich, dass Rohstoffe nicht unbedingt im Boden zu suchen sind, und dass Recycling ein wichtiger Beitrag an die Umweltschonung leistet. Über die Stiftung Auto Recycling Schweiz Die Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure auto-schweiz leistet freiwillige Beiträgen die 1992 gründete Stiftung Auto Recycling Schweiz. Ziel und Zweck ist die Förderung der umweltgerechten Entsorgung von Motorfahrzeugen. Die Stiftung unterstützt in diesem Sinne die Autoverwertung mit Entsorgungsbeiträgen für die Verwertung der Shredderleichtfraktion und fördert das Schliessen von Stoffkreisläufen. Im Stiftungsrat sind nebst den Automobil-Importeuren auch der Autogewerbe- und Nutzfahrzeugverband, die Strassenverkehrsverbände, der Shredderverband und die Umweltbehörde vertreten.


Stiftung Auto Recycling Schweiz
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Tel 031 302 36 24
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Die Birchmeier-Gruppe stellt sich vor

Die Birchmeier Gruppe mit Sitz in Döttingen beschäftigt rund 400 Mitarbeitende, davon 26 Lernende, und wird in der dritten Generation von Markus Birchmeier geführt.

Die Kernkompetenzen des Unternehmens decken die zentralen Bereiche der Baubranche ab: Hochbau, Tiefbau, Schlüsselfertigbau, Baumanagement und Spezialtiefbau. Die geschlosseneWertschöpfungskette mit den unterstützenden Leistungen Kies- und Betonproduktion, Recycling und Deponiebetriebe sowie die Immobilienentwicklung machen die eigentliche Stärke der Gesamtunternehmung aus. Die Hochbauteams realisieren Bauvorhaben wie An- und Umbauten, Neubauten, Ein- und Mehrfamilienhäuser bis hin zu Grossprojekten und Gewerbe-/Industriebauten. Zu den Tiefbauarbeiten gehören Werkleitungs-und Strassenneubauten, Sanierungen, Kläranlagen, Kraftwerksanlagen und Brücken sowie anspruchsvolle Erdarbeiten.

CopyrightDie Spezialtiefbau AG ist das jüngste Tochterunternehmen der Birchmeier Gruppe. Was nicht heisst, dass das Einbringen von Pfählen oder Spundwänden neu für das Bauunternehmen ist. Gruppenintern ist Birchmeier schon länger im Spezialtiefbau für ihre eigenen Baustellen tätig. Seit zwei Jahren jedoch bietet man diese Dienstleistung auch aussenstehenden Auftraggebern in allen Teilen der Schweiz an. Mit dem neuen Hauptsitz in Dagmersellen (LU) ist die Birchmeier Spezialtiefbau AG noch zentraler bei ihren Kunden. Seit jeher verfügt die Birchmeier Gruppe über eigene Rohstoffressourcen wie Kies- und Recyclingbaustoffe sowie Deponievolumen für sauberen Aushub. Mit der 2016 gegründeten Tochterfirma Kies + Beton AG Zurzibiet hat die Gruppe ein weiteres Geschäftsfeld eröffnet:Baustoffverarbeitung. Der Grundsteindafür ist mit der semimobilen Kiesaufbereitungsanlage inklusive Betonwerk gelegt worden, gleichzeitig wurden Kiesabbauvolumen gesichert, die für Generationen ausreichen. Dieser Kies dient als Grundlage für die Versorgung der Region für mehrere Jahrzehnte.
Schon seit Jahren stellt die Birchmeier Gruppefür den Strassenbau Recyclingbaustoffe her. EinTeil davon wird nun auch zur Herstellungvon Recyclingbeton verwendet.Als Generalunternehmen ist die Birchmeier Baumanagement AG zuverlässiger Partner für schlüsselfertiges Bauen zum Fixpreis und Fixtermin. Um die Nachfrage in diesem wachsenden Bereich zu decken, wurden eigens Filialen in Rheinfelden und Pratteln eröffnet. Im Bereich der Immobilienentwicklung werdenEigenbauten wie Wohnüberbauungen und Gewerbegebäude geplant, realisiert und bewirtschaftet. Mit Blick nach vorne hat das Familienunternehmen, das in der gesamten Gruppe rund 350 Mitarbeitende beschäftigt, in den letzten zwei Jahren die Firma umstrukturiert und neun Tochterfirmen unter der Dachorganisation der Birchmeier Holding AG vereint. Das brachte ein grosses Wachstum und maximale Unabhängigkeit.


Birchmeier Gruppe
Gewerbestrasse 21
5312 Döttingen
Tel 056 269 21 21
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