Elektromobilität: Rekorde mit Potenzial

2018 ein Rekordjahr bezüglich neu zugelassener Personenwagen mit alternativen Antrieben auf Schweizer Strassen. Gegenüber dem Vorjahr beträgt diese Zunahme 23%. Auch die E-Bike-Verkäufe stiegen 2018 auf ein Rekordhoch. 111 661 E-Fahrräder entsprechen einem neuen Verkaufsrekord in der Geschichte der Schweizer Velobranche.

Gemäss Auto-Schweiz beträgt der Anteil von Elektro-, Hybrid-, CNG- und Wasserstofffahrzeugen 7,2% des Gesamtmarkts. Davon sind 3,2% Elektroautos und Plug-in-Hybride.

Der lange Weg zum grossen Ziel
Die Verkäufe im Gesamtmarkt gingen im vergangenen Jahr um 4,6% zurück, dennoch konnten alle Fahrzeugvarianten mit alternativen Antriebssystemen zulegen. Die grössere und mitunter auch attraktivere Modellauswahl trägt sichtlich zu diesem Wachstum bei. Zunehmend werden diese Fahrzeuge auch preislich interessant für die breitere Masse.

Alternative für den Pendlerverkehr
Die Zweiräder machen es vor. Was bei den Autos noch eine lange Wegstrecke bedeutet, ist bei den Zweirädern schon Tatsache. 2018 wurde ein neuer Verkaufsrekord bei den E-Bikes erzielt. Das ist das bisher erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Schweizer Velobranche und schlägt mit 111 661 elektrisch angetriebenen Fahrrädern zu Buche. Das entspricht einer Zunahme von 26,9% gegenüber 2017.

Unsicherheit noch immer gross
Der «Mobilitätsmonitor 2018», eine repräsentative Studie von gfs und Auto-Schweiz, zeigt auf, dass sich heute 72% der stimmberechtigten Schweizerinnen und Schweizer vorstellen können, beim nächsten Autokauf ein alternativ angetriebenes Modell zu erwerben. Sollen die CO2-Ziele erreicht werden, dann ist eine starke Zunahme umweltschonender Fahrzeuge auch dringend nötig. Bereits im kommenden Jahr wird der durchschnittliche Zielwert für Personenwagen von heute 130 g auf 95 g CO2 pro Kilometer sinken. Nur mit emissionsärmeren und -freien Fahrzeugen besteht die Chance, die Absenkungsziele im Strassenverkehr auch zu erreichen.

Einvernehmliche Zielvereinbarungen
Im letzten Dezember haben der Bund, Kantone, Städte und Gemeinden sowie Unternehmen und Verbände aus unterschiedlichen Branchen eine Roadmap zur Förderung der Elektromobilität definiert und unterschrieben. Ziel der Roadmap ist, den Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen von Personenwagen bis 2022 auf 15% zu steigern. Aktuell überschlagen sich die Fahrzeughersteller mit Modellankündigungen im Bereich alternativer Antriebe. Allerdings war dies auch schon vor einem Jahr der Fall, wobei die Anzahl der tatsächlich im Markt aufgetauchten Modelle dann einigermassen bescheiden ausfiel.
Um die Daseinsberechtigung von Verbrennungsmotoren zu verlängern, bieten die Autohersteller immer öfter Fahrzeuge an, die mit einem Elektromotor kombiniert sind – die sogenannten Hybridfahrzeuge (HEV oder PHEV). Korrekterweise kann man diese Autos jedoch nur dann zu den «sauberen» Antrieben zählen, wenn sie auch wirklich nurelektrisch angetrieben unterwegs sind.

Der Ruf nach Ladeinfrastruktur
Die Praxis zeigt, dass die Benutzer von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen sinnvollerweise über einen eigenen Abstellplatz (Parkplatz) verfügen. Dies erlaubt das optimale Laden der Batterien entweder während der Nacht zuhause (Schnarchladen) und/ oder während der Arbeit, z. B. beim Arbeitgeber. Öffentliche Ladeinfrastrukturen werden hauptsächlich dann benützt, wenn längere Distanzen bewerkstelligt werden müssen. Sie dienen ausschliesslich zum (kurzzeitigen) Laden von E-Fahrzeugen und sind nicht als Dauerparkplätze gedacht. Wenn man jedoch bedenkt, dass die Mehrheit der Berufstätigen täglich ca. 40 km Arbeitsweg zurücklegt, darf man sich fragen, ob es tatsächlich ein so dichtes Netz an adeinfrastruktur benötigt.

Positiver Start und Ausblick
Der Markt für neue Personenwagen der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein ist gemäss Auto-Schweiz hervorragend in das Jahr 2019 gestartet. Bereits im Januar wurden insgesamt 20 931 Neuimmatrikulationen verzeichnet. Das ist das zweitbeste Januar- Resultat der vergangenen sechs Jahre. Der Anteil alternativer Antriebe betrug 8,2%, wobei Elektrofahrzeuge ihren Marktanteil gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln konnten. Im vergangenen Monat wurden erstmals 434 rein elektrische Personenwagen eingelöst. Dies ist ein Zuwachs gegenüber Januar 2018 von 77,1%. Der Anteil der Alternativantriebe (Hybrid-Motorisierungen aus Verbrennungs-und Elektromotoren) stieg auf 6,1%. Im Vorjahr betrug dieser Wert 4,3%. Der Rest der Alternativ-Einlösungen machten mit Erdgas/ Biogas (CNG) angetriebene Fahrzeuge aus.

Bester «Elektro-Monat» aller Zeiten
Von den im Februar eingelösten Fahrzeugen waren 727 oder 3,3% Elektrofahrzeuge. Diese Zahlen sind sowohl absolut als auch relativ neue Rekorde. Die Plug-in-Hybride kommen noch mit 0,9% hinzu. Die Vorgaben bezüglich der CO2-Emissionen werden ab 2020 deutlich strenger werden. Damit diese Zielsetzungen im Neuwagenbereich auch erreicht werden können, benötigt es noch einige Anstrengungen, sei es seitensder Fahrzeughersteller, der Elektrizitätsversorger, um der steigenden Nachfrage nach elektrischem Strom gerecht zu werden, als auch bezüglich des Informationsbedarfs der Bevölkerung, um mit sich mit den alternativenAntrieben anzufreunden und Unsicherheiten zu beseitigen.

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