Interview mit Markus Chrétien von dem Verein Solarspar

Solarspar ist ein Verein, der seit über 25Jahren besteht, was sind die Hauptanliegen dieser Vereinigung?
Ursprünglich war Solarspar eine Genossenschaft. Unser Anliegen war es von Anfang an, die Bevölkerung für den Klimaschutz zu sensibilisieren und sie in den Bau von Solaranlagen einzubeziehen. Mit Anteilscheinen und Darlehen haben wir die ersten Solarkraftwerke gebaut. Heute ist unser Kerngeschäft nach wie vor der Klimaschutz, der Bau von Photovoltaik-Anlagen, angewandte Forschung, um die Effizienz zu erhöhen, sowie der Transfer von Solartechnologie und Knowhow in Entwicklungs- und Schwellenländer.

Daneben stehen Sie auch als Contracter zur Verfügung? Was kann man darunter verstehen?
Solarspar bietet ein Rundum-Paket: Wir planen, bauen und betreiben Solarkraftwerke in der ganzen Schweiz. Mittlerweile sind es 86 Anlagen. Und wir fi nanzieren die Kraftwerke auch. Die Anlagen werden über 25 Jahre linear abgeschrieben. Unsere Partner innen und Partner haben das Recht, die Anlage auf ihrem Dach jederzeit für den Restwert selbst zu übernehmen.

Wer keine eigene Solaranlage besitzt, kann bei Ihnen auch Solarstrom beziehen, wie ist es möglich, dass Sie diese Abos so günstig anbieten können?
Das verdanken wir unserer Vereinsstruktur. Wir müssen keine Aktionäre zufriedenstellen.  Als Verein sind wir nicht gewinnorientiert. Zudem können wir gut rechnen und dank unserer langjährigen Erfahrung günstige Anlagen bauen.

Sie fördern auch gemeinnützige Projekte. Wie kann man Sie dabei unterstützen?
Es ist uns ein grosses Anliegen, angepasste Solartechnologie auch jenen Menschen zur Verfügung zu stellen, die zwar mit reichlich Sonne gesegnet sind, aber die Mittel nicht haben, sie zu nutzen. Deshalb stellen wir einen Teil unserer Einnahmen für Südprojekte zur Verfügung. Dabei dürfen wir auch auf unsere grosszügigen Spenderinnen und Spender zählen. Mit ausgewiesenen Organisationen unterstützen wir PV-Projekte für Spitäler oder Schulen, Solarkocher und -trockner für Früchte und Gemüse oder Solarprojekte für Wasserpumpen und Wasseraufbereitung. Dabei fördern wir auch die entsprechende Ausbildung.

Von welchen Vorteilen können Mitglieder profitieren?
Unsere rund 15 000 Mitglieder sind unser grösstes Kapital. Sie tragen unsere Anliegen für den Klimaschutz mit und leisten in ihrem Alltag einen wichtigen Beitrag. Wir bieten ihnen aktuelle Informationen auf unserer Website, mit einem Newsletter und in unserer Mitglieder-Zeitschrift, die viermal im Jahr verschickt wird. Zudem unterstützen wir unsere Mitglieder bei der Planung eigener Anlagen, helfen bei der Auswahl von Fachleuten, prüfen Fremdofferten und offerieren eine erste grobe Auslegung privater Anlagen.

Im Zusammenhang mit PV-Anlagen hört man immer wieder den Begriff «Eigenverbrauch». Was genau steht dahinter und was geschieht mit dem Überschuss?
Seit 2018 können sich Liegenschaftsbesitzer und Bewohner zusammenschliessen, um in verschiedenen Gebäuden oder Wohnungen den auf dem Dach einer Liegenschaft produzierten Solarstrom auch gemeinsam zu nutzen. Dieser sogenannte «Zusammenschluss zum Eigenverbrauch» (ZEV) ist nicht nur fürs Klima sinnvoll, er macht auch wirtschaftlich Sinn. Die saubere Energie vom Dach ist oft billiger als jene vom Netz. Wenn der Sonnenstrom also optimal genutzt wird, spart man mit jeder verbrauchten Kilowattstunde Geld, denn für den selber produzierten Solarstrom müssen keine Netzgebühren und keine Abgaben geleistet werden. Solarspar baut und fi nanziert solche Anlagen vor, handelt mit dem Energieversorger die Abnahme des Überschusses aus und übernimmt die Stromabrechnung.

Sie bieten auch einen Onlineshop an, was kann dort erworben werden?
Am besten schauen Sie auf unserer Website unter https://www.solarspar.ch/service/ online-shop/ nach. Dort finden Sie Brauchbares und Originelles rund um die Sonne für zuhause, für unterwegs und zum Verschenken: Vom Solarglas bis zum selbstleuchtenden T-Shirt.

Ist bei Ihnen auch E-Mobilität ein Thema? Wenn ja, inwiefern?
Solarspar besitzt ein eigenes Elektroauto und eine eigene Tankstelle am Geschäftssitz in Sissach. Der Renault Zoé ist neu mit einer starken Batterie ausgestattet, welche die Reichweite auf 300 km erhöht. Das Fahrzeug kann über die Plattform sharoo (www.sharoo.com) gemietet werden.

Gegründet wurde der Verein Solarspar 1992
Anzahl Mitarbeiter: 2 feste Mitarbeiter, 15 000 Mitglieder

Spezieller Firmenslogan: Die beste Energie ist die eingesparte Energie, den Rest liefert die Sonne.

Solarspar
Bahnhofstrasse 29
4450 Sissach
Tel 061 205 19 19
info@solarspar.ch
www.solarspar.ch

THERMASREG® FS-20 Komplettpaket für perfekten Schutz

Frost kann zu erheblichen Schäden an Was –
serleitungen mit nachfolgenden System
und Produktionsausfällen, so wie hohen Reparaturkosten,
führen. Unser neuer elek –
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Risiko im Betrieb von Klimaanlagen, Wärmetauschern
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Kapillarbruch, Spannungsstörungen oder
elektrischer Beschädigung des Sensors
schaltet das Relais des Wächters automatisch
auf «Frost». Safety fi rst!
Zur Grundausstattung gehört ein grosses
dreizeiliges Display. So sind alle wichtigen
Informationen wie Ist-Temperatur, eingestellter
Frostschutz-Schaltpunkt und Statusmeldungen
(Frost, Messbereichsunter- / überschreitungen,
Sensorbeschädigung, Unter-/
Überspannung) auf einem Blick erkennbar.
Alle Fühler werden von S + S Regeltechnik
in der eigenen Fertigung in Nürnberg hergestellt,
kalibriert und zu 100 % geprüft.

Phoenix Contact AG
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Zäumen Sie Ihr Pferd auch von hinten auf?

Jeder Anlagenverantwortliche hat sich schon irgendwann mit Betriebsoptimierung auseinandergesetzt. Doch: Wie kann man Anlagen sinnvoll optimieren und was braucht es wirklich, um messbare Verbesserungen zu erzielen?

Von den 300 grössten Energieverbrauchern haben nur rund 30 % ein gezieltes Energie- Monitoring. Produktions- und Systemverständnis geht jedoch wesentlich über reine Input- / Output-Kosten hinaus. Häufig sind es verborgene Zusammenhänge, die grosse Auswirkungen zeitigen können. Was braucht es, damit Unternehmen tatsächlich so energieeffizient werden, um die Eigenkapitalrendite zu verbessern, die Liquidität zu erhöhen und die Produktionsplanung zu optimieren?

Ein Gespräch mit Mark Wunderlich Beratungsingenieur / Projektleiter

Welches sind die grundsätzlichen Erkenntnisse, die bis anhin aus dem Projekt «FaktorEnergie» und der täglichen Arbeit gewonnen werden konnten?
Die wichtigste Erkenntnis ist die, dass man erst dann echte Verbesserungen erzielen kann, wenn man das Gesamtsystem kennt und verstanden hat. Das Systemverständnis ist zentral. Verschiedene Praxisbeispiele bestätigen dies eindrücklich. Einen grossen Impact hat man dann, wenn man weiss, wo der Trigger im System liegt. Bevor man den Trigger nicht kennt, tappt man im Dunkeln. Schade ist, dass man oftmals viel guten Willen und sehr viel Geld investiert, ohne dass dies eine echte Wirkung zeigt. Um ein System zu verstehen, sollte man gezielt vorgehen und die Trigger suchen.

Wo habe ich den grössten Impact mit dem geringsten finanziellen Aufwand?
Wenn man eine technologische Erneuerung plant – auch in Unternehmen, mit wenig finanziellen Möglichkeiten – kann ich mit diesen Trigger- Punkten mit dem kleinsten Aufwand das Beste herausholen. Häufi g sind es nicht einmal die offensichtlichen Dinge, sondern eher die Verborgenen, die zuerst erkannt werden.

Wer kann vom Energie-Monitoring profitieren – wen sprecht Ihr genau an?
Wirklich stark profitieren Produktmanager und roduktionsverantwortliche, Qualitätsverantwortliche oder Leiter für technische Infrastruktur. Wenn man diese Fachkräfte gezielt unterstützt und ihnen Hilfestellungen, z. B. für die finanzielle Argumentation mitgibt, unterstützt sie das extrem.

Wie sehen diese Hilfestellungen aus?
… Anlagen im Betrieb umfassend zu bewerten, welchen Ertrag sie generieren und zu welchen Kosten. Hier herrscht völlige Intransparenz,
was eine Anlage im Betrieb wirklich kostet. Man hat beispielsweise keinen Gesamtüberblick über die Anzahl Reparaturen, Stillstandzeiten, wie oft eine Anlage aufgrund einer Reparatur abgestellt werden muss oder wie teuer Ersatzteile sind. Meine Erfahrungen zeigen, dass das Monitoring von Anlagen bisher kaum bis gar nicht betrieben wird. Wichtig ist auch die Kostenstellenstruktur. Oft gibt es für die Beschaffung einen Budgetposten, für Unterhalt und Erneuerung eine Kostenstelle. Die ist jedoch sehr unspezifisch, d. h. nicht qualifiziert. Eigentlich müsste man die Kosten einer Anlage direkt zuordnen. Passt man die Kostenstellenstruktur an, sieht man sofort, welche Anlagen teurer sind als bisher gedacht – oder es gibt welche, die man vorher nicht auf dem Radar gehabt hat, die jedoch erstaunlich günstig ausfallen. Mit einer klaren Kostenstellenstruktur sieht man die echten Aufwände. Man muss Anlagen aus reinen Effizienzgründen nicht gleich entsorgen, solange sie einen Ertrag erwirtschaften. Rein ideologische Gründe sollten gut durchdacht werden. Wichtig ist, den Mut aufzubringen, das System zu hinterfragen und herauszufinden, welche Werte bekannt sind. Das mag im ersten Moment banal erscheinen, aber darin liegt eine grosse Schwierigkeit. Häufi g steckt man tief im Prozess drin, Prozesse wurden nicht hinterfragt und eine übergeordnete Kosten / Ertrag- Betrachtung wurde nie angestellt. Anlagen werden doch schon heute überwacht.

Wieso reicht das denn nicht aus?
Aktuell herrscht in vielen Betrieben eher der End-of-Pipe-Ansatz: Ein Problem x wird an einer Stelle gelöst und ist damit erledigt. Es taucht zwar ein Neues woanders auf, betrifft aber einen anderen Verantwortungsbereich. Die Anlage ist wie ein Organismus. Etwas, was an einer Stelle gelöst ist, kann ungünstige Auswirkungen an anderer Stelle haben. Man neigt beispielsweise dazu, Teile überdimensioniert zu ersetzen, damit Reserven entstehen. Dies kann jedoch das Gegenteil bewirken und ungünstige Einflüsse auf andere Anlagenabschnitte haben. Meistens wird versucht, «das Pferd von hinten aufzuzäumen». Die Betriebsoptimierung wird vorrangig proklamiert. Beim Fokus auf diesen eigentlich letzten Schritt, ohne die anderen vorher getan zu haben, ist die Wirkung äusserst bescheiden. Betrachtet man eine Produktionsstätte oder Fabrik als Ganzes und versteht die Abhängigkeiten der einzelnen Prozesse, dann sind die Voraussetzungen geschaffen, um erstaunliche Optimierungspotenziale zu erzielen.

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Interview mit Herrn Daniel Christen zum Thema «Autorecycling»

Mit welchem Ziel wurde die Stiftung Auto Recycling vor gut 20 Jahren gegründet?
Damals ging es hauptsächlich um die umweltfreundliche Verwertung der Shredderleichtfraktion, also der nichtmetallischen Rückstände, die nach dem Shreddern der Altautos übrig bleiben. Bis dahin wurde die Shredderleichtfraktion in Deponien abgelagert. Die Stiftung bewirkte, dass seit 1996 diese Restfraktion in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) entsorgt wird. Die Stiftung beurteilte auch andere Technologien, aber die Mitverbrennung in KVA hat sich bewährt. Die KVA haben ihre Behandlungsprozesse weiterentwickelt, sodass heute ein Grossteil der Wertstoffe und Energie zurückgewonnen wird. Mit dem Verbrennen werden aber keine Stoffkreisläufe geschlossen.

Wie steht die Stiftung dazu?
Die Shredderleichtfraktion ist ein Gemisch aus unterschiedlichsten Stoffen, Formen und Grössen. Es ist sehr schwer zu trennen. Der Aufwand ist gross und benötigt Energie. Auch danach müsste noch ein Grossteil thermisch behandelt werden. Denn ein effektives Recycling funktioniert nur mit sortenreinen, schadstofffreien Fraktionen. Daher ist es sinnvoller, das Brennbare zuerst thermisch zu verwerten und dann die Wertstoffe zurückzugewinnen. Das wird gemacht und hier werden die Kreisläufe geschlossen.

Warum ist Recycling für die Schweiz so wichtig?
Recycling ist natürlich nicht nur in der Schweiz wichtig. Es hat bei uns allenfalls einen höheren Stellenwert, weil wir keine eigenen Primärrohstoffe haben. Und – mit Ausnahme des Metallrecyclings – kostet Recycling Geld. Kommt hinzu, dass das «billige» Deponieren von brennbaren Abfällen bei uns seit dem Jahr 2000 verboten ist.

Was sind die Hauptförderungszwecke der Stiftung heute?
Mit finanziellen Beiträgen unterstützen wir das Verwerten der Shredderleichtfraktion aus Fahrzeugen. Dadurch können wir den ganzen Abfallstrom kontrollieren. Ebenfalls sind wir bei der Schlackenaufbereitung engagiert. Es ist wichtig, dass die nach der Verbrennung übrig bleibenden Wertstoffe aus den Aschen zurückgewonnen werden. Die Stiftung arbeitet eng mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Bereich Gesetzgebung zusammen. Gerade wird die Vollzugshilfe über die Entsorgung von Altfahrzeugen aktualisiert. Für uns ist es wichtig, dass die Vorgaben an die Autoverwertung verhältnismässig sind, und dass sie dann auch durchgesetzt werden. Seit kurzem befassen wir uns intensiv mit dem Recycling von Lithium-Ionen-Batterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen.

Seit den 70er-Jahren gibt es sogenannte Shredderwerke auch in der Schweiz, was genau passiert dort mit dem Fahrzeug?
Die zuvor trockengelegten Fahrzeuge werden über ein Zuführband in den Shredder geführt. Der Shredder ist eine grosse Trommel mit Schlaghämmern, die ein Fahrzeug sogar samt Motor und Getriebe innert Sekunden in faustgrosse Stücke zertrümmern. Mit nachgeschalteter Sortiertechnik werden Eisen und Stahl sowie Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer aussortiert. Übrig bleiben eine Shredderleicht- und -schwerfraktion, die Kunststoffe, Gummi, Glas, Holzfasern, Dreck und Spuren von Restmetallen enthalten.

Was passiert mit dem Eisen- und Nichteisenschrott, kann dieser weiterverwertet werden?
Die Stahlwerke – unter anderem die beiden Schweizer Betriebe Stahl Gerlafingen und Swiss Steel – kaufen den Shredderschrott und produzieren daraus neuen Stahl. Shredderschrott ist ein hochwertiger Sekundärrohstoff. Swiss Steel liefert ihre Produkte grösstenteils an Automobilhersteller, womit der Stoffkreislauf geschlossen ist. Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer werden in entsprechenden Hüttenwerken ebenfalls wieder eingeschmolzen. Metalle können beliebig oft ohne grosse Verluste geschmolzen werden.

Wie wird aus nichtmetallischen Shredderrückständen Energie gewonnen?
Kehrichtverbrennungsanlagen verbrennen die Shredderleichtfraktion zusammen mit dem Hausmüll. Die dabei entstehende Wärme wird verstromt oder als Fernwärme genutzt. Wir haben berechnet, dass in der Schweiz mit der jährlichen Energie aus automobilen Abfällen über 7000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Über 70 Autoverwerter gibt es in der Schweiz, welche Stationen durchläuft das Fahrzeug dabei und welche Teile können noch verwertet werden?
Zuerst erfolgt die Trockenlegung mit der Entnahme der Flüssigkeiten und Öle sowie der Demontage der Reifen und Batterie. Das meiste wird ebenfalls thermisch verwertet, vielfach in Zementwerken, die einen grossen Bedarf an alternativen Brennstoffen haben. Der Autoverwerter lebt jedoch vom Verkauf der Ersatzteile. Soweit möglich sind sie geprüft, und es gibt eine Garantie. Gefragt sind vor allem Karosserieteile, Scheinwerfer, Stossfänger, aber auch ganze Motoren, Anlasser, Alternatoren, Getriebe und natürlich auch elektronische Bauteile.

Ist es richtig, dass vor allem bei Unfallwagen brauchbare Teile wieder zum Verkauf angeboten werden können?
Da ist natürlich so. Je neuer das Fahrzeug, desto grösser wird die Nachfrage nach Teilen sein. Es hängt natürlich auch davon ab, wie viele Fahrzeuge eines Typs in Verkehr stehen. Versicherungen führen online Auktionsplattformen, auf denen Unfallfahrzeuge angeboten und verkauft werden.

Mit Zunahme der E-Mobilität entstehen neue Entsorgungsthematiken, wo sehen Sie hier die Problematik?
Wir beschäftigen uns intensiv mit den Lithium- Ionen-Batterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen. Wir haben es hier mit Hochspannungssystemen zu tun und da kann nicht mehr einfach herumgeschraubt werden. Es braucht Fachwissen und die entsprechenden Werkzeuge. Die Batterien enthalten wertvolle Stoffe wie Kobalt, Nickel, Mangan und Lithium, die aus den Altbatterien zurückgewonnen werden müssen. In der Zwischenzeit kann durchaus eine Zweitnutzung im stationären Bereich sinnvoll sein. Viele Fragen sind noch offen. Allerdings ist heute der Rücklauf noch sehr gering.

Wo sind die Unterschiede zum Recycling herkömmlicher Fahrzeuge?
Elektrofahrzeuge haben weniger Teile, dafür mehr wertvolle Materialien, besonders Kupfer. Die Antriebsbatterie ist separat zu behandeln. Man ist daran, einen Recyclingkreislauf aufzubauen.

Können Sie in ein paar Zeilen erklären, was hinter dem Begriff «Schlackenaufbereitung» steht?
Wie zu Hause im Cheminée bildet sich auch bei der Kehrichtverbrennung eine Asche oder eben Schlacke. Alles Nichtbrennbare landet darin, also auch Restmetalle. Seit den letzten Jahren wird versucht, möglichst viele dieser wertvollen Metalle auszusortieren. Diese können einen Anteil von 5 bis 15 Prozent der Schlacke ausmachen. Man findet gar Gold und Silber, aber der grösste Teil sind Eisen und Stahl. Bei der Kehrichtverwertungsanlage in Hinwil steht die innovativste und modernste Schlackenaufbereitungsanlage.

Wie viele Fahrzeuge werden jedes Jahr recycelt?
In den letzten Jahren sind die in der Schweiz verwerteten Fahrzeuge auf 76 000 zurückgegangen. Der Grund ist der zunehmende Export von älteren Occasionsfahrzeugen. Diese fehlen dann bei der Verwertung. Occasiossfahrzeuge sind ein frei handelbares Gut. Solange damit keine billige Entsorgung beabsichtigt ist, ist dagegen nichts einzuwenden.

Was geschieht mit Fahrzeugen, die eigentlich noch in einem guten Zustand sind?
Ältere Fahrzeuge sind in der Schweiz nicht sehr gefragt. Dafür umso mehr im Ausland, weil die meisten noch in einem guten Zustand sind. Vielfach lohnt sich in der Schweiz der Aufwand für die Motorfahrzeugkontrolle nicht mehr, weshalb sie verkauft werden.

Sie sind der Geschäftsführer der Stiftung Auto Recycling, wie kam es zu Ihrer Faszination für das Thema «Recycling»?
Es ist ja nicht unbedingt ein Thema, das man von Beginn an sucht. Aber wenn man sich näher damit befasst, sieht man die Vielfältigkeit. Man muss Bescheid wissen über Rohstoffe, Aufbereitungstechnologien, Märkte und nicht zuletzt über Gesetze. Andererseits darf man das Machbare, das heisst die Verbindung von Ökonomie und Ökologie, nicht aus den Augen verlieren. Durch meine Funktion komme ich mit vielen spannenden Personen von Behörden, Recyclingunternehmen, Instituten, Verbänden, Herstellern und auch Banken zusammen.

Haben Sie ein aktuelles Projekt, welches Sie an dieser Stelle gerne erwähnen möchten?
Wie bereits gesagt, ist zurzeit die Organisation des Batterierecyclings ein zentrales Thema. Es wird interessant sein zu sehen, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Teilweise wird es darauf ankommen, welche Wege die Autohersteller verfolgen werden. Auf jeden Fall ist absehbar, dass Antriebsbatterien ein zweites Leben haben werden. Entweder nach einer Aufbereitung wieder in Fahrzeugen oder im stationären Speicherbereich. Irgendwann werden sie jedoch zur Verwertung kommen. Und dann ist es wichtig, die Rohstoffe zurückzuholen und so den Stoffkreislauf zu schliessen.

Vielen Dank für das Interview.


Gegründet wurde die Stiftung Auto Recycling Schweiz 1992 von den offiziellen Automobilimporteuren mit dem Zweck, die Verwertung von Motorfahrzeugen sicherzustellen und zu fördern.

Anzahl Mitarbeiter: 2

Spezieller Firmenslogan: AutoverWERTung ist WERTvoll

Stiftung Auto Recycling Schweiz
Postfach 47
3000 Bern
Tel 031 302 36 24
info@stiftung-autorecycling.ch
www.stiftung-autorecycling.ch

Cyber Defence – weil jede Sekunde zählt

Das Risiko von Cyberattacken steigt durch die zunehmende Digitalisierung. Dabei haben es Angreifer auch auf Schweizer Unternehmen abgesehen. Nur wer Cyberattacken schnell er kennen, umgehend darauf reagieren und die Cyber Security nachhaltig optimieren kann, wird einen Sicherheitsvorfall ohne grösseren Schaden überstehen.

Digitalisierung und Sicherheit sind untrennbar miteinander verbunden. Jeder Schritt in Richtung digitale Transformation löst automatisch Sicherheitsfragen aus. Denn täglich gibt es neue Cyberattacken auf Unternehmen und die Qualität, Effizienz und Professionalität der Angriffe nimmt stetig zu. Ausserdem dauert es nicht selten Wochen, Monate oder gar Jahre, bis ein erfolgreicher Angriff entdeckt wird. Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, mehr in die Erkennung von und die Reaktion auf Cyberattacken zu investieren.

Risikomanagement als Managementaufgabe
Betriebsausfälle und Cyberangriffe gehören für Unternehmen zu den grössten Business- Risiken. Vor allem Cyberangriffe haben stark an Bedeutung gewonnen. Deshalb ist ein systematischer Sicherheitsansatz das A und O erfolgreicher Cyber Security und der Schlüssel zur Digitalisierung. Dabei müssen sowohl das Risikomanagement, der Schutz der Informationen, die Erkennung von und die Reaktion auf Sicherheitsvorkommnisse als auch die Wiederherstellung und Optimierung berücksichtigt werden. Internationale Standards wie ISO 27001 oder das NIST Cyber Security Framework bieten dazu anerkannte Modelle für die Errichtung, Umsetzung, Überprüfung und kontinuierliche Verbesserung der eigenen Cyber Resilience. Dabei reicht es aber nicht aus, sich alleine auf die Abwehr zu konzentrieren. Entscheidend ist, die Widerstandsfähigkeit gesamthaft zu stärken, Angriffe schnell zu erkennen und noch schneller zu reagieren.

CSIRT als Schlüssel zur Cyber Security
Ein CSIRT (Cyber Security Incident Response Team) hilft dabei, die Auswirkungen eines Sicherheitsvorfalls zu minimieren. Es ist so etwas wie eine Sondereinsatztruppe, die aktiv wird, sobald Hacker die Sicherheitsmauern zu überlisten versuchen. Die Mitglieder sind Spezialisten, welche die Taktiken und Methoden der Angreifer kennen. Ihr Fokus liegt darauf, Sicherheitsvorfälle zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Ohne ein CSIRT entdecken Unternehmen Angriffe möglicherweise gar nicht oder erst viel zu spät, wodurch nicht angemessen auf die Bedrohung reagiert werden kann. Es gilt also, mit den Cyberkriminellen Schritt zu halten, deren Methoden zu kennen und rechtzeitig Gegenmassnahmen einzuleiten. Ein CSIRT schafft dafür die operativen Voraussetzungen. Cyber Defence ist eine 24/7-Aufgabe Cyberattacken lassen sich leider nicht verhindern. Deshalb ist die Erkennung, Analyse und Reaktion so wichtig –und zwar rund um die Uhr. Mit Hilfe eines CSIRT in einem dedizierten Cyber Defence Center lässt sich die Dauer eines Sicherheitsvorfalls und der dadurch verursachte Schaden minimieren sowie der Business Impact drastisch reduzieren. Ein Cyber Defence Center sollte aber nicht nur auf Gefahren reagieren, sondern aktiv nach Bedrohungen und Anzeichen eines Angriffs suchen. Deshalb basiert Cyber Defence nicht nur auf einer defensiven, sondern insbesondere auch auf einer offensiven Sicherheits-Strategie. Da sich die Risikosituation stetig ändert, ist Cyber Security auch keine einmalige Angelegenheit.
Dabei gilt es, die aktuelle Bedrohungslage zu beobachten und das Sicherheitsdispositiv kontinuierlich zu verbessern – eine anspruchsvolle Aufgabe, insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels. So empfiehlt es sich, professionelle Unterstützung in Form eines Managed Security Service beizuziehen, um die Cyber Resilience zu stärken sowie den Schutz der Unternehmenswerte zielgerichtet und nach haltig zu verbessern.
Mathias Fuchs, Head of Investigation & Intelligence, InfoGuard AG, www.infoguard.ch

Über InfoGuard
Die InfoGuard AG ist spezialisiert auf umfassende Cyber Security. Zu den Kompetenzen zählen massgeschneiderte Dienstleistungen im Bereich der Sicherheitsberatung und Security Audits owie in der Architektur und Integration führender Netzwerk- und Security-Lösungen. Cloud, Managed und Cyber Defence Services erbringt der Schweizer Cyber-Security-Experte aus dem ISO-27001-zertifi zierten InfoGuard Cyber Defence Center in der Schweiz. InfoGuard hat ihren Hauptsitz in Baar / Zug und eine Niederlassung in Bern. Ihre über 130 Sicherheitsexperten sorgen sich tagtäglich um die Cyber Security bei über 300 Kunden in der Schweiz.

InfoGuard AG
Lindenstrasse 10
6340 Baar
Tel 041 749 19 00
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