Interview mit der Firma Truffer AG

Steinbruch Truffer AG

Titelbild: Steinbruch Truffer AG

Der bekannte Valser Quarzit kommt von der Firma Truffer AG. Erzählen sie von der Truffer AG.

Waschtisch aus Valser Stein

Waschtisch aus Valser Stein

Die Truffer AG ist ein Familienunternehmen, baut in Vals im Bündnerland den Valser Quarzit ab und verarbeitet diesen ausschliesslich im eigenen Steinwerk. Unser Steinwerk ist mit den neusten Maschinen der Steinbearbeitung ausgestattet. Es zählt zu den führenden Werken der Schweiz. Von unserem Steinwerk aus liefern wir die fertigen Produkte zu unseren Kunden auf der ganzen Welt. Die Truffer AG ist in der gesamten Wertschöpfungskette tätig – von der Rohstoffgewinnung bis hin zum Endprodukt. Alle anfallenden Arbeitsschritte werden im eigenen Werk ausgeführt. Die Truffer AG beschäftigt zurzeit 60 Mitarbeiter.

Wie Sie sagen, haben Sie Kunden auf der ganzen Welt. In wie viele Länder haben Sie bis jetzt den Valser Quarzit liefern dürfen? Wie hoch ist der Exportanteil?

Der Valser Quarzit ist in der internationalen Natursteinbranche wie auch in der Architekturszene als hochwertiges Baumaterial sehr bekannt. Wir stehen meist mit der Bauherrschaft, den Architekten und den Planern direkt in Kontakt. Die internationale und wie auch die nationale Kundschaft weist ein sehr breites Spektrum auf und setzt sich aus Privaten, wie auch aus Gremien der öffentlichen Planungsstellen zusammen.

Rund 55 % der gesamten Produktion exportieren wir. So wurden in den letzten Jahren über 45 Länder beliefert. Hauptmärkte sind nebst der Schweiz Länder wie England, Deutschland Frankreich, die Beneluxstaaten, Skandinavien und die USA. Auch in asiatischen Ländern wie Japan, Korea und China findet unser Valser Quarzit Anklang.

Was macht den Valser Quarzit so besonders? Was ist der Unterschied zu anderen Natursteinen z. B. aus Italien oder dem Tessin?

Es gibt viele wunderschöne Steine auf der ganzen Welt. Der Valser Quarzit zeichnet sich durch seine vielfältigen, interessanten Strukturen aus, die zusammen mit dem Schimmern des Glimmers dem Gestein ein unverwechselbares Gepräge geben. Der Valser Quarzit ist kein Massenprodukt, vor Millionen von Jahren in einer einzigartigen Geologie im Valsertal entstanden, fordert er heute einen sorgfältigen Abbau und eine professionelle Bearbeitung, um ihn für jedes Projekt entsprechend in Szene setzen zu können.

Der Valser Quarzit hat sehr gute petrograische Eigenschaften wie hohe Biege-, Zug- und Druckfestigkeit sowie eine sehr hohe Frostbeständigkeit, was ihn natürlich für jegliche Anwendungsbereiche im Innenund auch im Aussenbereich attraktiv macht.

Küche aus Valser Quarzit

Küche aus Valser Quarzit

Also für mich persönlich, ein Traum für Küche und Badezimmer. Aber wo wird der Valser Stein hauptsächlich verarbeitet?

Unsere Hauptprodukte sind Bodenplatten für den Innen- und Aussenbereich, sowie unser gesägtes oder gebrochenes Schichtmauerwerk. Unsere Produktion ist so aufgestellt, dass wir eine sehr breite Palette von Natursteinprodukten herstellen können – von der handgespaltenen Bodenplatte bis hin zur hochwertigen Küchenabdeckung.

Wenn ich Ihre Referenzen anschaue, springen mir Projekte wie der Bundesplatz in Bern, der Sechseläutenplatz in Zürich, das RocksResort in Laax und natürlich die berühmte Therme Vals ins Auge. Beliefern Sie hauptsächlich Grossprojekte?

Grossprojekte sind sehr aufwendige, zeitintensive Aufträge. Es sind Projekte, die über Jahre hinaus beraten und immer wieder neu bemustert werden. Nur von solchen Grossprojekten wären unsere Produktionslinien nie ständig ausgelastet. Deswegen sind wir auf alle Projekte, ob gross oder klein, angewiesen. Nur so haben wir eine voll ausgelastete Produktion und können die Mitarbeiter in der Produktion über das ganze Jahr beschäftigen.


Truffer AG
Liemschboda 168B
CH-7132 Vals
Tel +41 81 935 16 42
quarry@truffer.ch
www.truffer.ch

Entsorgung radioaktiver Abfälle: Mit Tiefbohrungen den besten Standort für das Tiefenlager finden

Modellansicht des Bohrplatzes in Bülach, Nördlich Lägern. In der Mitte des rund 0,7 Hektar grossen Platzes steht der Bohrturm.
Das rund 175 Millionen Jahre alte Gestein Opalinuston ist praktisch undurchlässig und schliesst Stoffe sehr gut ein. (Foto: © Comet Photoshopping, Dieter Enz).

Das rund 175 Millionen Jahre alte Gestein Opalinuston ist praktisch undurchlässig und schliesst Stoffe sehr gut ein. (Foto: © Comet Photoshopping, Dieter Enz).

Die Entsorgung radioaktiver Abfälle in der Schweiz ist auf Kurs. Ende 2018 hat das Bundesamt für Energie die letzte Etappe des Sachplans geologische Tiefenlager gestartet. Damit verbunden ist die Einengung von sechs auf drei mögliche Standortgebiete: Es verbleiben «Jura Ost», «Nördlich Lägern» und «Zürich Nordost» im Verfahren. Nun steht in den nächsten Jahren die Wahl des besten Standortes für ein Tiefenlager in der Schweiz an. Die von der Nagra aktuell laufenden Tiefbohrungen sind für diese Auswahl wichtig. Bohrungen ergänzen das heute vorhandene Bild des geologischen Untergrundes sehr präzis.

Bei allen Bohrungen steht der Opalinuston – ein sehr wasserdichtes, rund 175 Millionen Jahre altes Tongestein – im Zentrum des Interesses. Der Opalinuston ist die wichtigste «Barriere», um die radioaktiven Substanzen in einem geologischen Tiefenlager einzuschliessen. Er trägt zu einem grossen Teil zur Langzeitsicherheit des Tiefenlagers bei.

Ein Geowissenschaftler vermisst und dokumentiert einen frisch gezogenen Bohrkern auf dem Bohrplatz. (Foto: © Comet Photoshopping, Dieter Enz).

Ein Geowissenschaftler vermisst und dokumentiert einen frisch gezogenen Bohrkern auf dem Bohrplatz. (Foto: © Comet Photoshopping,
Dieter Enz).

Die Bohrungen vervollständigen die Kenntnisse über die lokale Geologie
Die Nagra hat gesamthaft 23 Gesuche für Tiefbohrungen in den drei Standortgebieten eingereicht. Mit den Bohrungen erhält die Nagra abschliessende Antworten zu den Fragen nach Mächtigkeit, Tiefenlage und den genauen lokalen Eigenschaften des Gesteins in den Standortgebieten. Die erste Tiefbohrung in der Gemeinde Bülach, Region Nördlich Lägern, wurde letztes Jahr abgeschlossen. In der Region Zürich Nordost, Gemeinde Trüllikon, hat die Nagra im August 2019 mit der Bohrung begonnen. Aktuell startet die dritte Bohrung in Marthalen ab Februar 2020. Auch in der Region Jura Ost werden Bohrungen folgen. Die Bohrung «Bözberg 1» in der Gemeinde Bözberg wird im Frühjahr dieses Jahres aufgenommen.

Mit Tiefbohrungen können die Eigenschaften, Schichtdicke und Einschlussfähigkeit des Opalinustons in den Standortgebieten genau erkundet werden. (Foto: Ernst Müller).

Mit Tiefbohrungen können die Eigenschaften,
Schichtdicke und Einschlussfähigkeit des Opalinustons in den Standortgebieten genau erkundet werden. (Foto: Ernst Müller).

Sie können einen Bohrplatz besuchen
Interessieren Sie sich, wie eine Tiefbohrung abläuft? Sie sind herzlich willkommen, einen unserer Bohrplätze zu besuchen. Ideal sind Gruppen mit 10 oder mehr Personen. Zur Zeit sind wir in Marthalen und Trüllikon für die Besichtigungen bereit, danach folgen weitere Bohrungen in den Standortgebieten.

Damit Geologen Bohrkerne erhalten, kommen Bohrkronen zum Einsatz. Sie fräsen sich in das Gestein und hinterlassen in der Mitte den Bohrkern (Foto: © Comet Photoshopping, Dieter Enz).

Damit Geologen Bohrkerne erhalten, kommen Bohrkronen zum Einsatz. Sie fräsen sich in das Gestein und hinterlassen in der Mitte den Bohrkern (Foto: © Comet Photoshopping, Dieter Enz).

Für Fragen zu den Tiefbohrungen oder die Anmeldung von Besuchergruppen erreichen
Sie uns unter der Nummer 056 437 11 11
oder per Mail unter info@nagra.ch.


Nagra
Hardstrasse 73
5430 Wettingen
Tel 056 437 11 11
info@nagra.ch
www.nagra.ch

In weitem Bogen untendurch

Das Elektrizitätswerk Sulgen erweitert sein Netz. Die vierte Etappe führte mit einer Unterpressung unter der Bahnlinie durch.

SchenkSpezielle Herausforderungen waren die Geologie sowie elektrische Störfelder. Eine neue Leitung im konventionellen Tiefbau zu verlegen, wäre in diesem Bereich, wo sich die Unterführung der Kantonsstrasse befindet sowie zwei Bahnlinien zusammentreffen, nicht realisierbar gewesen. Vor rund vier Wochen hat die Firma Schenk beidseitig der Sulger Bahnunterführung einen Bauplatz eingerichtet. Auf einer Länge von 170 Metern erfolgte zwischen diesen beiden Punkten eine Unterpressung mittels Spülbohrung. Verlegt wurden sieben Leerrohre für den weiteren Netzausbau des Elektrizitätswerks.


Schenk AG
Neubuch 5
9216 Heldswil
Tel 071 642 37 42
Fax 071 642 37 85
info@schenkag.com
www.schenkag.com

Schon heute an übermorgen denken

Die moderne Welt ist schnelllebig. Viele Menschen betrachten heute Zeiteinheiten in Sekunden und Minuten. Vor diesem Hintergrund ist ungewöhnlich, was die Mitarbeitenden der Nagra beruflich tun: Sie betrachten Zeiträume in Hunderttausenden von Jahren.
Über 100 Frauen und Männer der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) bereiten die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle vor. Eine spezielle Umweltschutzaufgabe, die erfordert, in langen Zeiträumen zu denken, denn die Abfälle müssen sehr lange vom menschlichen Lebensraum isoliert werden.

«Mit dem Gegensatz zwischen menschlichem Zeithorizont und den Dimensionen, die wir bei der Entsorgung betrachten müssen, umzugehen, ist eine grosse Herausforderung», erklärt Heinz Sager, Leiter des Ressorts «Besucherwesen und Events» bei der Nagra.

NagraDazu muss man eine spezielle Perspektive einnehmen. Denn an der Erdoberfläche wandeln sich die Dinge schnell, tief im Untergrund aber steht die Zeit praktisch still. Bei der geologischen Tiefenlagerung werden die Abfälle in einem dichten, undurchlässigen Gestein in mehreren Hundert Metern Tiefe eingeschlossen. Gewähr für die langfristige Sicherheit bietet nicht der Mensch, sondern die Geologie – im Falle der Schweiz der sogenannte Opalinuston. Um die Machbarkeit von geologischen Tiefenlagern in der Schweiz zu erarbeiten, forscht die Nagra zusammen mit 10 Nationen in zwei Schweizer Felslabors.

NagraDie Nagra hat mit dem Entsorgungsnachweis gezeigt, dass in der Schweiz sichere geologische Tiefenlager realisiert werden können. Die Frage, wo ein geologisches Tiefenlager gebaut werden soll, ist aber noch offen. Denn gegenwärtig läuft unter der Leitung des Bundes das Auswahlverfahren für mögliche Lagerstandorte. Die Nagra hat im Januar 2015 die Standortgebiete Jura Ost und Zürich Nordost für weitere Untersuchungen vorgeschlagen.

Der Auftrag der Nagra ist von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung
Radioaktive Abfälle entstehen im Zusammenhang mit Technologien und Diensten, die von uns allen täglich genutzt werden – beim Verbrauch von Strom aus Kernkraftwerken und bei verschiedenen Anwendungen in Medizin, Industrie und Forschung. Um all diese Abfälle zu entsorgen, gründeten die Betreiber der Kernkraftwerke und der Bund 1972 die Nagra. Deren Mitarbeiter kommen aus unterschiedlichen Disziplinen, vorwiegend aus den Naturwissenschaften. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Abfälle, die heute produziert werden, unsere Nachkommen in ihrem Handlungsspielraum nicht einengen und für sehr lange Zeit sicher eingeschlossen werden können. Dazu braucht es ausdauerndes Engagement aller Mitarbeitenden der Nagra, Knowhow und interdisziplinäres Arbeiten in Projektteams – mit einem Ziel: Sicherheit von Mensch und Umwelt haben oberste Priorität.


Nagra
Hardstrasse 73
5430 Wettingen
Tel 056 437 11 11
Fax 056 437 12 07
info@nagra.ch
www.nagra.ch