Energieeffizienz in der NIN

Das neue Kapitel 8.1 – Die Steigerung der Energieeffizienz ist gemäss dem Bundesamt für Energie das wichtigste Instrument, um den Energieverbrauch ohne Einbussen an Nutzen zu senken. Damit dieses Thema bereits während der Planung elektrischer Anlagen und Installationen berücksichtigt wird, enthält die Niederspannungs-Installationsnorm 2020 ein neues Kapitel.
Die Senkung des Energieverbrauchs durch Energieeffizienz trägt nicht nur dazu bei, die Schweiz klimafreundlicher zu gestalten, sondern verringert auch die Abhängigkeit von endlichen Energieressourcen. Nur wenn der Energieverbrauch reduziert wird, kann man gemäss den Prognosen des Bundesamts für Energie davon ausgehen, dass ein Grossteil des schweizerischen Energieverbrauchs künftig durch erneuerbare Energiequellen abgedeckt werden kann.
Die erste Ausgabe der Hausinstallations- Vorschriften des SEV, heute Electrosuisse, stammt von 1905. Seither wurde diese Norm in 16 Nachfolgedokumenten laufend dem Stand der Technik angepasst, was zur heutigen NIN 2020 geführt hat. Die NIN 2020 enthält zum ersten Mal ein Kapitel zum Thema Energieeffizienz: das Kapitel 8.1. Das Ziel des Kapitels ist es, einen Leitfaden zu diesem umfangreichen Themengebiet für Elektroplaner und Elektroinstallateure zu entwickeln. Auch dieser Bereich wird laufend dem Stand der Technik angepasst. Zur Optimierung des Energieverbrauchs ist ein ganzheitlicher Ansatz nötig. Damit ein Gebäude eine möglichst hohe elektrische Energieeffizienz aufweist, ist eine enge Koordination zwischen den im Bau involvierten Parteien wie Eigentümer, Bauherrschaft, Nutzer, Betreiber, Architekten, Elektroplaner oder Gebäudetechnikplaner nötig. Energieeffizienz nach Kapitel 8.1 Dieses Kapitel beschreibt die Anforderungen und Empfehlungen für den elektrischen Teil des Energiemanagementsystems eines Gebäudes, damit es bezüglich Effizienz möglichst wirtschaftlich – Spitzenlast-Optimierung mit flexiblen Stromtarifen – und zukunftsweisend geplant und betrieben werden kann.Iterativer Prozess eines Energie-Effizienz-Managements

Muss das Kapitel 8.1 angewendet werden?
Es besteht keine Verpflichtung, diesen Optimierungsprozess bei Niederspannungsinstallationen anzuwenden. Der Auftraggeber definiert die zu erreichenden Effizienzziele, der Elektroplaner ist verantwortlich dafür, dem Kunden das Energieeffizienzpotenzial einer neuen Anlage aufzuzeigen, das auch mit ökonomischen Gewinnen verbunden sein kann. Je besser das Potenzial bereits in der Planung berücksichtigt wird, umso günstiger wird eine energieeffiziente Anlage, da eine Nachrüstung mit erheblichen Mehrkosten verbunden ist. Hier eröffnet sich ein neues Geschäftsfeld für die Installationsbranche, um eine energieeffiziente, zeitgemässe und ökologische Installation für den Kunden zu erstellen.

Erzeugnisse und Anlagen
Energieeffiziente elektrische Geräte und Anlagen nach Kapitel 8.1 sind ressourcenschonend bezüglich der (elektrischen) Energie.
Um Energie zu sparen und Kosten zu senken, sollte die Installation für Eigenverbrauch und Spitzenlast-Optimierung vorbereitet werden und das Reagieren auf flexible Energietarife ermöglichen.

Wichtigste Punkte
Das Ziel ist es, eine möglichst effiziente elektrische Energieverteilung für den jeweiligen Anwendungsfall zum bestmöglichen Nutzen mit minimalen Verlusten zu erstellen. Im Vordergrund steht dabei das beste Preis-Leistungs- Verhältnis; der technisch beste Ansatz steht hier im Hintergrund.
Massnahmen der elektrischen Energieeffizienz dürfen dabei die Sicherheit der elektrischen Anlage nicht beeinträchtigen. Zudem darf sich die Verfügbarkeit der elektrischen Energie durch Effizienzmassnahmen nicht verschlechtern.
Die NIN gibt den aktuellen Stand der Technik der Niederspannungs-Installationen wieder. Dank des Kapitels 8.1 enthält sie nun neben den üblichen technischen Standards für Erzeugnisse und elektrische Anlagen neu auch den Stand der Technik bezüglich Energieeffizienz. Dazu zählen bei den Erzeugnissen Bestimmungen in Bezug auf Wirkungsgrad und Eigenverluste.

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Hinweis
Dieser Artikel ist ein Auszug des Beitrags aus unserem Fachmagazin bulletin.ch. Lesen Sie den vollständigen Artikel online (www.bulletin.ch– «Die Energieeffizienz in der NIN») oder die sehr ausführliche Beschreibung dieses Kapitels im Blogbeitrag «Energieeffizienz von Niederspannungs-Installationen» in der NIN 2020: blog.electrosuisse.ch

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Blau, Rot oder «Wallbox»?

Wo und wie soll ich mein Elektroauto aufladen? Dies ist nach wie vor die Kernfrage, die Kaufinteressierte von Elektrofahrzeugen mit gutem Grund stellen. Noch immer besteht Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung. Eine kurze Übersicht schafft Klarheit.

Grundsätzlich gilt: Wer die Möglichkeit hat, sein Fahrzeug regelmässig in der Nähe von Steckdosen zu parken, für den sind schon einmal die Voraussetzungen zum Laden eines Elektroautos gegeben. Doch welche ist nun die «richtige» Anschlusslösung für wen? Was ist ein Muss und wo beginnt der Komfort? Welches sind die Unterschiede der verschiedenen Stromanschlüsse? Um die Verwirrung zu vervollständigen, lautet die Antwort: fast alle und auch wieder keine, denn es gibt nur ein «Falsch» und viele Möglichkeiten!

Der Trugschluss: die Haushaltsteckdose
Die normale Haushaltsteckdose (Typ 13) ist darauf ausgelegt, für kurze Dauer Strom an Haushaltgeräte zu liefern. Entsprechend ist sie nicht geeignet, auf lange Dauer viel Strom abzugeben. Überlastung und Defekt bis hin zu einem möglichen Brand sind die Folgen. Darin sind sich alle Experten einig: Eine Haushaltsteckdose ist für Elektrofahrzeug-Lenker eine absolute Notfalllösung und nur für einen kurzen Einsatz geeignet – und muss dies aus Sicherheitsgründen auch bleiben!

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Alternativen gibt es viele
In den meisten Wohn- und Geschäftshäusern ist es möglich, eine sogenannte «blaue» oder «rote» Industriesteckdose anzubringen. Diese Steckdosen sind darauf ausgelegt, mehr und länger Strom abzugeben. Dies ist die einfachste und kostengünstigste Lösung, ein Elektrofahrzeug überhaupt sicher zu laden. Zusammen mit einem Stromzähler bieten Industriesteckdosen die Möglichkeit, das E-Fahrzeug zuverlässig aufzuladen und, falls nötig, den Strom fair abzurechnen. Allerdings bieten solche Anschlüsse keinen Komfort. Weder lassen sich der Zeitpunkt des gewünschten Strombezugs noch die Ladeströme mit ihnen steuern. Dafür gibt es Home Charge Devices (HCD) oder sogenannte «Wallboxes» von unterschiedlichen Herstellern. Dies sind bedürfnisgerechte Ladestationen, auch für den privaten Einsatz.

Umdenken ist nötig
Für die durchschnittlich 40 Kilometer, die Pendler täglich zurücklegen, sind die Reich- weiten der bereits heute angebotenen Elektrofahrzeuge völlig ausreichend. Dennoch: Wer elektrisch fährt, beginnt anders zu denken: «Wo ich parke, da lade ich mein Fahrzeug », sagt Claudio Pfister, Leiter Fachgesellschaft e‘mobile.
Die meisten Fahrzeuge stehen stundenlang auf Parkplätzen beim Arbeitsplatz, am Bahnhof (Park & Ride) oder daheim. Auch während eines Einkaufs oder einer Pause auf der Autobahnraststätte steht ein Fahrzeug schon mal etwas länger auf dem Parkplatz. Diese Standzeiten bieten die beste Gelegenheit, das E-Fahrzeug wenn vielleicht nicht ganz, so doch wieder für ein gutes Stück Weg aufzuladen. So lassen sich auch längere oder gar lange Strecken bewältigen. Das sogenannte «Schnarchladen» während der Nacht schont ausserdem das Budget und verlängert die Lebensdauer der Batterie. Die Batterie nicht durch Schnellladungen zu stressen, bedeutet, längerfristig Geld zu sparen. Und, Hand aufs Herz: Wer kauft denn sein Alltagsfahrzeug schon für Ausnahmefälle?

Beratung lohnt sich

Wer sich mit grösseren Projekten wie Tiefgaragen in Mehrfamilien- oder Parkhäusern, öffentlichen Parkplätzen (Gemeinden) oder Fragen zu halbprivaten Lademöglichkeiten wie z. B.in der Gastronomie, Geschäftshäusern, Spitälern etc. beschäftigt, erspart sich viel Ärger und Mehrkosten mit einer fachmännischen Beratung. Die Themen sind vielfältig (Zuleitungen, Lastmanagement, Abrechnungssysteme, Markierungen etc.) und die beteiligten Gewerke ebenso. e’mobile bietet massgeschneiderte Beratungen «für alle Fälle».


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